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Chemie- und Pharmastandort – perspectives 2014

Wie entwickelt sich der Chemie- und Pharmastandort Deutschland?

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„Focus und Speed sind die wichtigsten Bestandteile unserer Strategie“, so Dieter Kramer, Managing Director von Sandoz im Industriepark Höchst. Hier hat der Generika-Produzent seine Aktivitäten auf bestimmte Kernprodukte konzentriert und arbeitet gleichzeitig mit Erfolg kontinuierlich daran, Durchlaufzeiten zu reduzieren und Prozesse zu optimieren. Gleichzeitig wird durch Qualifizierungsmaßnahmen und Schulungen der Mitarbeiter sichergestellt, dass im Produktionsprozess die Qualitätsstandards gewährleistet werden.

Chemie bleibt eine Schlüsselindustrie in Deutschland

Vor den Praxisbeispielen der Unternehmen hatte Johann-Peter Nickel, Geschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie, den Wandel der Chemie- und Pharmabranche in Deutschland auf der Grundlage einer breit angelegten Studie beleuchtet. Seine Kernthese: Die Chemie in Deutschland hat Zukunft und wird in Relation zu anderen Branchen noch bedeutsamer werden, weil gerade der Bereich der Spezialchemie für Zukunftstechnologien sehr wichtig ist.

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Doch die Entwicklung des energieintensiven Teils der Branche werde maßgeblich durch die Energiewende beeinträchtigt. „Eine gesetzlich verordnete Deckelung beim Verbrauch von Rohstoffen und Energie würde Wachstum verhindern und eine De-Industrialisierung zur Folge haben“, so Nickel, aus dessen Sicht den Kostennachteilen des Standortes Deutschland durch innovative Verbundstrukturen in den Anwendermärkten begegnet werden kann.

Digitalisierung und Demokratisierung der Arbeitswelt

Zuvor hatte Thomas Sattelberger von der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ bei seinem Vortrag zum Thema „Soziale Innovation treiben – Transformation als persönliche Führungsherausforderung“ einen spannenden Blick auf die Arbeitswelt der Zukunft ermöglicht. Seine These: Mit der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt und der Individualisierung der Gesellschaft entsteht ein höheres Maß an Souveränität bei den Mitarbeitern. „Insbesondere die hochqualifizierten Fachkräfte können sich künftig freier entscheiden, wann und wo sie was und für wen arbeiten“, so Sattelberger. Er rechnet daher auch mit einer Demokratisierung der Arbeitswelt – Unternehmen müssten schon bald sehr viel stärker auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen und sich von starren Strukturen verabschieden.

Um die eigene Innovationskraft zu stärken, sei bei der Personalpolitik auf Diversität zu achten. „Innovationen entstehen nicht nur durch neue Technologie, sondern zunehmend auch durch die Art, wie wir die Arbeit und vor allem die Zusammenarbeit organisieren“, sagte Sattelberger.

So lieferten die Impulsvorträge und die abschließende Podiumsdiskussion viele Ansätze für spannende Gespräche der Unternehmensvertreter. Mit der „perspectives“-Reihe, bestehend aus dem Event im Sommer, dem im Herbst erscheinenden Magazin sowie der Online-Präsenz, schafft Infraserv Höchst eine zentrale Plattform für den Chemie- und Pharmastandort Deutschland. Der nächste Termin steht bereits fest: Die „perspectives 2015“ wird am 17. Juni 2015 in Frankfurt stattfinden.

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