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Reinstwasser

Wie wichtig ist das Reinstwasser für die HPLC?

| Autor / Redakteur: Maricar Tarun, Coralie Monferran, Cecilia Devaux und Stéphane Mabic* / Marc Platthaus

Abb.1: Das Reinstwasser für die vorgestellten Experimente wurde mit einem Milli-Q-System erzeugt.
Abb.1: Das Reinstwasser für die vorgestellten Experimente wurde mit einem Milli-Q-System erzeugt. (Bild: Merck Millipore)

Immer genauer und effizienter – Analysemethoden ermöglichen Ergebnisse, die vor Jahren noch nicht vorstellbar waren. Hierzu ist aber auch die Qualität des eingesetzten Materials mitentscheidend. Am Beispiel von Reinstwasser bei der Anwendung in der HPLC wird dies deutlich.

Analytische Methoden wurden in den letzten Jahren erheblich verbessert und weiterentwickelt. Dementsprechend sind auch Analysegeräte zunehmend empfindlicher geworden und erfordern die Verwendung von Reagenzien, Lösungsmitteln und Wasser einer höheren Qualität. Wie wichtig die Qualität des Wassers in der HPLC ist, wird besonders bei der Gradientenelution mit Umkehrphasesäulen deutlich, da dabei eine Äquilibrierung mit mehreren Säulenvolumina des wässrigen Lösungsmittels erforderlich ist. Die organischen Verunreinigungen im wässrigen Lösungsmittel adsorbieren am Kopf der Säule und eluieren in nachfolgenden Gradientenläufen als Peaks.

Unter den verschiedenen stationären Phasen für die HPLC wird die Reversed-Phase-HPLC am häufigsten zur Trennung eingesetzt [1]. Diese Methode stellt einige Herausforderungen dar, die zur Beeinträchtigung der Datenqualität führen könnten. So muss z.B. eine Kontamination minimal gehalten oder nach Möglichkeit ganz verhindert werden. Eine Kontamination kann durch nicht eluierende Komponenten in der mobilen Phase, die Probe oder die verwendeten Laborgläser verursacht werden. Außerdem können normale Verschleißerscheinungen des Systems und selbst Baustoffkomponenten, die mitunter in die Säule gelangen können, eine Kontamination verursachen [2-7]. McMaster zufolge werden die meisten Schwierigkeiten bei der HPLC durch Säulenverunreinigungen verursacht, wobei kontaminiertes Wasser oftmals die Quelle dieser Verunreinigungen ist [8]. Als Folge dieser Kontamination können unechte Peaks sowie Anstiege und Abfälle der Basislinie beobachtet werden [5, 6, 7, 9, 10].

Erfahrene Anwender verwenden HPLC-reine Lösungsmittel, die vor der Verwendung filtriert und entgast werden. Oftmals wird dabei jedoch ein Detail nicht berücksichtigt: Die Tatsache, dass HPLC-reines Flaschenwasser einen TOC-Gehalt von bis zu mehreren Hundert µg/l (ppb) aufweisen kann. Der TOC ist ein Maß für den Gesamtgehalt an organisch gebundenem Kohlenstoff im Wasser [11].

Zur Untersuchung der Auswirkungen einer organischen Kontamination auf HPLC-Analysen wurden zwei Versuche durchgeführt. Im ersten Versuch wurde das wässrige Lösungsmittel (Wasser) auf einer Vorsäule konzentriert und danach schrittweise auf eine analytische Säule eluiert. Im zweiten Versuch wurden die Komponenten eines Arzneimittelgemischs mittels Gradientenelution getrennt. Das Gemisch wurde 1310 Mal injiziert, um die Langzeitauswirkungen der Verwendung von HPLC-reinem Flaschenwasser oder frisch erzeugtem Reinstwasser als wässriges Lösungsmittel zu beurteilen.

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