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Wirkstoff gegen Bakterien

Wunderwaffe Grüner Tee

| Redakteur: Marc Platthaus

Ihm werden viele heilende Wirkungen zugeschrieben: Grüner Tee. Forscher des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) haben nun einen Wirkstoff des grünen Tees dafür genutzt, das Wachstum von multiresistenten Bakterien zu unterdrücken.

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Epigallocatechin aus grünem Tee soll das Wachstum des Antibiotika-resistenten Bakteriums Pseudomonas aeruginosa hemmen.
Epigallocatechin aus grünem Tee soll das Wachstum des Antibiotika-resistenten Bakteriums Pseudomonas aeruginosa hemmen.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Braunschweig, Köln – Eine gesundheitsfördernde Wirkung wird dem grünen Tee schon seit längerer Zeit nachgesagt. Dass er aber im Kampf gegen Antibiotika-resistente Bakterien helfen kann, ist eine neue Erkenntnis von DZIF-Wissenschaftlern an der Uniklinik Köln und Wissenschaftlern der University of Surrey. Sie haben ein natürliches Antioxidans im Tee entdeckt, das multiresistente Pseudomonas aeruginosa Bakterien in einer Studie angreifbarer machte.

Tee-Wirkstoff im Test

Epigallocatechin (EGCG) heißt die Substanz im grünen Tee, die die Aktivität eines Antibiotikums – Aztreonam – gegen den in Krankenhäusern gefürchteten Erreger Pseudomonas aeruginosa wiederherstellen konnte und damit dessen Wachstum hemmte. P. aeruginosa kann schwere Lungeninfektionen sowie Blutvergiftungen hervorrufen und wird häufig mit Aztreonam behandelt, wenn andere Antibiotika nicht mehr helfen. Durch zunehmende Resistenzen gegenüber Aztreonam kann die Behandlung des Bakteriums schwierig werden.

In in-vitro-Versuchen analysierten die Wissenschaftler, ob EGCG die Wirkung des Antibiotikums auf das Wachstum von P. aeruginosa beeinflusst. „Wir konnten zeigen, dass Aztreonam die Bakterienvermehrung stärker hemmte, wenn EGCG mit im Kulturmedium enthalten war“, erklärt Prof. Harald Seifert, DZIF-Wissenschaftler an der Uniklinik Köln. Die Substanz aus dem Tee konnte demnach die Empfindlichkeit der Bakterien für das Antibiotikum wiederherstellen.

Tests auch in vivo bestätigt

Dieser synergistische Effekt wurde auch in vivo bestätigt, indem Wachsmottenlarven mit dem Antibiotikum – mal mit und mal ohne das EGCG – behandelt wurden. Die toxische Wirkung von EGCG erwies sich sowohl in Versuchen mit Hautzellen als auch in den Larven als gering, was für einen möglichen klinischen Einsatz in der Zukunft entscheidend sein kann. Der Wirkmechanismus ist noch nicht abschließend geklärt.

Erstautor Dr. Jonathan Betts, University of Surrey, erklärt: „Natürliche Produkte wie EGCG, die mit bereits lizenzierten Antibiotika kombiniert werden, könnten ein wichtiges Mittel sein, um die Lebensdauer eines Antibiotikums zu verlängern.“ Eine Weiterentwicklung dieser alternativen Wirksubstanz bis hin zu klinischen Studien ist geplant. Originalpublikation: Betts JW, Hornsey M, Higgins PG, Lucassen K, Wille J, Slquero FJ, Seifert H, La Ragione RM; Restoring the activity of the antibiotic aztreonam using the polyphenol epigallocatechin gallate (EGCG) against multidrug-resistant clinical isolates of Pseudomonas aeruginosa; J Med Microbiol 2019 Aug 16; Doi: 10.1099/jmm.0.001060

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