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Richtig Pipettieren

Acht Voraussetzungen für die korrekte Kalibrierung von Kolbenhubpipetten

| Autor / Redakteur: Peter Pfeiffer und Roman Klinkner* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Kommt auch wirklich das raus, was rauskommen soll? Damit Pipetten exakt arbeiten, müssen sie regelmäßig kalibriert werden.
Abb. 1: Kommt auch wirklich das raus, was rauskommen soll? Damit Pipetten exakt arbeiten, müssen sie regelmäßig kalibriert werden. (Bild: ©motorolka - stock.adobe.com)

In Teil 1 unserer Artikelserie haben wir Ihnen Tipps zur korrekten Handhabung von Pipetten gegeben – wichtige Grundvoraussetzung. Doch Kolbenhubpipetten unter­liegen im Laboralltag zahlreichen Einflüssen und müssen, um exakt zu arbeiten, regelmäßig kalibriert werden. Worauf kommt es dabei an? Das erfahren Sie nun im Teil 2: Exakte Kalibrierung von Kolbenhubpipetten

Im Laboralltag verändern sich Kolbenhubpipetten, wie andere Messgeräte auch, durch Verschleiß oder Verschmutzungen. Damit sichergestellt ist, dass sie als Präzisionsmessinstrumente weiter exakt arbeiten, müssen sie regelmäßig kalibriert werden.

Dabei werden zwei Messgrößen bestimmt:

  • die Unrichtigkeit (systematische Abweichung, oft auch als Richtigkeit bezeichnet) aus der Differenz des Mittelwertes dieser Messreihe und dem Soll-Wert, also dem an der Pipette eingestellten zu dosierenden Volumen und
  • die Unpräzision (zufällige Abweichung, oft auch als Präzision bezeichnet) in Form der Standardabweichung einer Messreihe mit zehn Messwerten.

Durch Kombination der zufälligen und systematischen Abweichungen lässt sich auch die Messunsicherheit ermitteln, die für akkreditierte Labore eine Schlüsselgröße ist. Sind sowohl Unrichtigkeit als auch Unpräzision klein, kann das Messergebnis als genau bezeichnet werden.

Kolbenhubpipetten richtig kalibrieren – aber wie?

Kalibrierungen müssen immer mit höchstmöglicher Genauigkeit durchgeführt werden, damit nicht Ungenauigkeiten im Kalibriervorgang ungenaue Messgeräte vortäuschen. Die erste Grundvoraussetzung dafür ist die korrekte Handhabung der Pipetten durch den Nutzer (s. Teil 1 in LABORPRAXIS 12/2017 ab S. 64).

Zehn Fehler beim Pipettieren und wie man sie verhindert

Richtig Pipettieren

Zehn Fehler beim Pipettieren und wie man sie verhindert

19.12.17 - Pipettieren kann jeder, der im Labor arbeitet. Ist das wirklich so? Oder meint nicht vielmehr jeder, richtig pipettieren zu können? Worauf es beim Pipettieren wirklich ankommt und wie sich richtige und reproduzierbare Ergebnisse erhalten lassen, erfahren Sie in unserer Artikelserie. Teil 1: Was Sie schon immer über das Pipettieren wissen wollten. lesen

Die zweite Grundvoraussetzung sind eine geeignete messtechnische Ausstattung und geeignete Umgebungsbedingungen. Der aktuelle Stand der Technik dazu ist in zwei zu beachtenden Dokumenten im Detail beschrieben:

  • die DIN EN ISO 8655 – Volumenmessgeräte mit Hubkolben: Sie besteht aus mehreren Teilen, wobei Teil 2 (DIN EN ISO 8655-2 Kolbenhubpipetten) und Teil 6 (DIN EN ISO 8655-6: Gravimetrische Prüfverfahren zur Bestimmung der Messabweichung für Pipetten) für Kolbenhubpipetten relevant sind. Erhältlich sind diese international harmonisierten Normen kostenpflichtig über den Beuth-Verlag.
  • die vom Deutschen Kalibrierdienst (DKD) herausgegebene nationale Richtlinie DKD-R 8-1 Kalibrierung von Kolbenhubpipetten. Sie kann vom Server der PTB in Braunschweig kostenlos heruntergeladen werden.

Wir befassen uns an dieser Stelle mit dem weiter verbreiteten und genaueren gravimetrischen Kalibrierverfahren (daneben gibt es auch ein photometrisches Verfahren).

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