Suchen

Rauchgasreinigung Aktivkohle bindet Schwermetalle in einer Anlage zur Rauchgasreinigung

| Autor / Redakteur: Frank Scholz / Wolfgang Geisler

Immer häufiger werden heutzutage Rest- und Abfallstoffe aus der industriellen Produktion in betriebseigenen Feuerungen mit entsorgt. Hier wird eine Rauchgasreinigung-Anlage vorgestellt, um die dabei eventuell freigesetzten Schwermetalle zurück zu halten.

Firmen zum Thema

Der Braunkohlenstaub wird in die vier Rauchgasleitungen eingedüst (Bild: IB Verfahrenstechnik)
Der Braunkohlenstaub wird in die vier Rauchgasleitungen eingedüst (Bild: IB Verfahrenstechnik)

Durch die thermische Verwertung von Abfall kann, in Abhängigkeit vom Eintrag schadstoffhaltiger Produkte, eine Belas-tung des Rauchgases mit Quecksilber und anderen Schwermetallen entstehen. Deshalb werden der Rauchgasreinigung verschiedene Additive zugeführt. Ein wichtiges Additiv ist dabei mahlaktivierte Braunkohle (Aktivkohle). Diese bindet u.a. vorhandenes Quecksilber im Rauchgas und lässt sich anschließend wieder über Gewebefilter abscheiden. Um die gezielte und bedarfsgerechte Zuführung von Aktivkohle in das Rauchgas per Knopfdruck sicherzustellen, lieferte die IB Verfahrens- und Anlagentechnik eine Siloanlage mit nachgeschalteter Einzeldosierung für vier Verbrennungslinien. Die Dosierlinien können sowohl im Einzelbetrieb wie auch gleichzeitig und völlig unabhängig voneinander betrieben werden.

Anlagenauslegung

Die Anlage besteht aus den Hauptkomponenten Lagersilo mit Befüllsystem, Dosierung und pneumatischer Förderung. Aktivkohle wird durch ein Silofahrzeug bereitgestellt. Die Befüllung des Lagersilos erfolgt mit Druckluft erzeugt durch den Bordkompressor des Silofahrzeugs. Dazu baut sich im Behälter des Silofahrzeugs ein Überdruck auf, welcher durch die angeschlossene Befüllleitung die Aktivkohle in das Lagersilo bläst. Entstehende Schwallluft wird durch einen Siloaufsatzfilter gereinigt an die Atmosphäre abgegeben.

Das Lagersilo verfügt über eine kontinuierliche Füllstandmessung sowie Max- und Min-Sensoren, die der Leittechnik Informationen über die im Lagersilo verfügbare Aktivkohlemenge geben. Weiterhin werden über entsprechende Sensoren die Druckverhältnisse und die Temperatur erfasst. Die vier Ausläufe des Lagersilos sind mit einer pneumatischen Auflockerungseinrichtung ausgestattet. Diese beugt der Brückenbildung im Produkt vor und sorgt für einwandfreien Abzug der Aktivkohle durch die darunter angeordneten vier Dosiereinrichtungen.

Dafür kommen speziell für den Anwendungsfall entwickelte Dosierschleusen zum Einsatz, die die jeweils angeforderte Menge Aktivkohle in die darunter angeordneten Niederdruck-Injektorschleusen dosieren. Die Mengenregelung erfolgt über eine Änderung der Frequenz am Antrieb der jeweiligen Dosierschleuse. Die jeweils zu dosierende Menge wird durch die Leittechnik vorgegeben. Der Dosierbereich erstreckt sich von 1,5 bis 15 kg/h pro Linie.

(ID:28742370)