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Algen, Insekten und Mikroorganismen Das sind die Proteinquellen der Zukunft

Quelle: Bundesinsitut für Risikobewertung 2 min Lesedauer

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Die Anzahl der Menschen auf der Erde nimmt stetig zu und damit auch der Proteinbedarf. Alternative Eiweißquellen wie Insekten, Algen, Mikroorganismen oder „Labor-Fleisch“ rücken daher in den Fokus und können etablierte Quellen ergänzen. Die Chancen bringen dennoch Risiken mit sich, weshalb in der EU (Novel Food, Gentechnikrecht) strenge Sicherheitsprüfungen gelten.

In der Zukunft könnten alternative Proteinquellen unseren Bedarf decken. (Bild:  GPT Image Editor / KI-generiert)
In der Zukunft könnten alternative Proteinquellen unseren Bedarf decken.
(Bild: GPT Image Editor / KI-generiert)

Ob bislang wenig genutzte Hülsenfrüchte, Insekten oder Fleisch aus Zellkulturen – alternative Eiweißquellen rücken im Lebensmittel- und Futtermittelbereich zunehmend in den Fokus. Um den steigenden globalen Proteinbedarf nachhaltig zu decken, können alternative Eiweißquellen künftig herkömmliche Quellen ergänzen oder gar ersetzen. Während pflanzliche Proteine aus Soja und Erbsen bereits etabliert sind, sind neue Quellen wie Insekten, Algen oder Mikroorganismen sowie zellkulturbasierte Fleischersatzbestandteile noch nicht genug erforscht .

Risiken können durch potenziell gesundheitsschädliche Stoffe entstehen, die als Kontaminanten in den Rohstoffen vorkommen oder die während des Herstellungsprozesses entstehen oder in das Produkt eingetragen werden. Darüber hinaus sind gesundheitliche Beeinträchtigungen durch allergische Reaktionen oder durch bestimmte Viren und Bakterien denkbar. Wenn es sich bei den Produkten aus alternativen Proteinquellen um neue Lebensmittel (Novel Food) oder um nach Gentechnikrecht zu genehmigende Lebens- oder Futtermittel handelt, muss ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit für den Verzehr im Rahmen der Zulassung in der Europäischen Union bewertet werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) forscht bereits zu einigen neuen Proteinquellen – beispielsweise zu Insekten, Algen oder Lupinen. In einem FAQ stellen sie daher die wichtigsten Kandidaten für zukünftige Proteinquellen vor:

Wieso brauchen wir alternative Eiweiß-Quellen?

Eiweiße (Proteine) sind essenzielle Bestandteile der Ernährung von Mensch und Tier. Als Proteinquellen werden neben bestimmten pflanzlichen Lebensmitteln – beispielsweise (Soja-) Bohnen, Erbsen und Linsen – traditionell in erster Linie Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Milchprodukte und Eier verzehrt.

Da die Produktion ausreichend großer Mengen tierischer Lebensmittel zur Sicherung der Proteinversorgung deutliche Herausforderungen mit sich bringt, wird diskutiert, die Verwendung verschiedener Proteinquellen auszubauen. Neben pflanzlichen Alternativen gibt es Eiweißquellen, die noch wenig erforscht, nicht zugelassen oder neu auf dem Markt sind. Beispiele sind Insekten und aus ihnen hergestellte Produkte wie verarbeitetes tierisches Protein aus Nutzinsekten, so genanntes Insektenmehl, zellkulturbasierte Fleischersatzbestandteile und industriell genutzte Mikroorganismen wie bestimmte Bakterien, (Hefe-) Pilze oder Mikroalgen.

Alternative Proteinquellen kommen sowohl bei der Herstellung von Lebensmitteln als auch bei der Futtermittelgewinnung zum Einsatz. In der Tierernährung wird die Eiweiß- und Energieversorgung zum großen Teil über Koprodukte der Pflanzenölindustrie abgedeckt (so genannte Presskuchen, Expeller oder Extraktionsschrote). Bei den Wiederkäuern sind Grobfuttermittel eine wichtige Eiweißquelle, also Futtermittel basierend auf ganzen Pflanzen wie Gras, Luzerne oder Klee in frischer oder konservierter Form (Heu, Silage).

In den vergangenen Jahren wurden als eiweißliefernde Komponente in den Futtermittelrationen vor allem Sojaextraktionsschrote eingesetzt. Als Alternative zu importierten Sojafuttermitteln wird in jüngerer Zeit in Europa wieder verstärkt auf heimische Eiweißfuttermittel bestehend aus vorwiegend Rapssaat sowie Körnerleguminosen (Ackerbohnen, Erbsen, Süßlupinen) gesetzt. Das Spektrum von Eiweißalternativen ist in der Tierernährung traditionell groß. Viele Eiweißfuttermittel stammen aus der lebensmittelverarbeitenden Industrie z. B. der Molkerei (Molke-, Magermilchpulver), der Bierbrauerei (Bierhefe und -treber) und Brennerei (Schlempen), aber auch Fleischverarbeitung (Heimtierfutter) und Fischindustrie (Fischmehl).

Übersicht: Proteinquellen der Zukunft

Das sind die Proteinquellen der Zukunft
Bildergalerie mit 7 Bildern

Originalstudie: Bundesinstitut für Risikobewertung: Lupinen, Insekten oder Fleisch aus dem Labor –wie steht es um die gesundheitliche Bewertung alternativer Eiweißquellen? 2. Dezember 2024

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