Auswahl des richtigen Fließmittels
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Eine Vielzahl von Lösungsmitteln steht in der Dünnschichtchromatographie (DC) als Fließmittel zur Verfügung.? ? Wie kann das Fließmittel für ein bestimmtes Trennproblem ausgewählt werden?? ? Während bei der HPLC die Auswahl der mobilen Phase stark limitiert ist, steht in der DC/HPTLC nahezu das gesamte Sortiment organischer Lösungsmittel zur Verfügung. Auch das in der DC am häufigsten eingesetzte Sorbens Kieselgel ist gegen fast alle Lösungsmittel beständig. Aufgrund seiner Stabilität werden bei der in der DC üblichen einmaligen Verwendung der Schicht pH-Werte bis 12 toleriert. Zur Fließmittelauswahl kann man Datenbanken mit bereits durchgeführten Trennungen nutzen. Sofern zur gesuchten Substanz bzw. Substanzgruppe keine Publikationen existieren, muss die mobile Phase selbst optimiert werden. Mit einer systematischen Herangehensweise führt dieser Weg mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Ziel. Eine Möglichkeit ist die Anwendung des Prismen-Modells [Sz. Nyiredy et al., Planta Medica 1985, 241ff] und die Optimierung auf der Grundlage der acht Selektivitätsgruppen nach Snyder. Hierzu entwickelt man auf Kieselgel im ersten Schritt bis zu acht identische HPTLC-Platten, auf denen das gleiche Gemisch aufgetragen wurde, mit reinen Lösungsmitteln aus den acht Gruppen nach Snyder. Sofern sich die „angetrennten" Substanzen im Startbereich bzw. in der Nähe der Fließmittelfront befinden, wird im zweiten Schritt die Fließmittelstärke durch Wasser- oder Methanol-Zusatz erhöht bzw. durch Zugabe von n-Hexan erniedrigt. Ziel ist es, die zu trennenden Substanzen in den mittleren RF-Bereich größerer Auflösung zu „schieben". Die auf diese Weise ermittelten besten Fließmittel werden im dritten Schritt miteinander kombiniert (Mischungsverhältnisse 1:9, 5:5 und 9:1). Das hierbei „erfolgreichste Fließmittel" wird im letzten Schritt durch geringe Variation der Zusammensetzung optimiert. Der Zeitbedarf für diese Strategie beträgt nur einige Stunden. ? Zwei Tipps für die praktische Arbeit: Sofern man Fließmittel sehr unterschiedlicher Polarität miteinander kombiniert, besteht das Risiko des Auftretens einer ß-Front. Dem kann man durch Arbeiten mit Kammersättigung entgegenwirken. Fließmittelvolumina sind einzeln abzumessen und erst danach zu mischen. Bei Herstellung einer Mischung im Messzylinder besteht das Risiko einer nicht reproduzierbaren Zusammensetzung.? ? Die Vielzahl der in der DC/HPTLC einsetzbaren Lösungsmittel eröffnet sehr gute Chancen für eine Trennung. Der Zeitaufwand einer Optimierungsstrategie ist lohnend.? Tel. +49 (0)170/5222996
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