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Infektionskrankheiten Auszeichnungen für die Erforschung von Infektionskrankheiten

Redakteur: Olaf Spörkel

Wissenschaftler aus Jena wurden jetzt gleich mehrfach für die Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten, die durch Pilze ausgelöst werden, mit Preisen und Auszeichnungen geehrt.

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Für die Erforschung von Infektionskrankheiten, die durch Pilze ausgelöst werden, wurden Antje Heyken, Sascha Brunke, Ronny Martin, Ilse Jacobsen, Peter Staib und Duncan Wilson (v.l.n.r.) vom Hans-Knöll-Institut ausgezeichnet.
Für die Erforschung von Infektionskrankheiten, die durch Pilze ausgelöst werden, wurden Antje Heyken, Sascha Brunke, Ronny Martin, Ilse Jacobsen, Peter Staib und Duncan Wilson (v.l.n.r.) vom Hans-Knöll-Institut ausgezeichnet.
( Bild: HKI/Ramm )

Jena – Anlässlich der Jahrestagung der mykologischen Gesellschaft in Köln erhielt ein Autorenteam bestehend aus Ricardo Almeida, Antje Heyken, Sascha Brunke und Bernhard Hube vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Hans-Knöll-Institut) den Wissenschaftspreis der Fachgesellschaft. Honoriert wurde eine Arbeit, die im Fachjournal PloS Pathogens veröffentlicht wurde. In ihr wurde die Aufnahme von Eisen durch den krankheitserregenden Hefepilz Candida albicans untersucht. Eisen ist für viele Organismen in der Natur kaum verfügbar, sodass sie spezielle Mechanismen entwickelt haben, mit denen Eisenmengen gebunden und in das Zellinnere transportiert werden können. Candida albicans holt sich das lebensnotwendige Eisen mithilfe spezieller Proteine aus dem menschlichen Gewebe. Gemeinsam mit den Mikrobiologen der Friedrich-Schiller-Universität und einer Reihe von Medizinern am Universitätsklinikum haben die Jenaer Wissenschaftler das deutschlandweit größte Forschungszentrum für Pilze aufgebaut.

Die Tierärztin Dr. Ilse Jacobsen gewann einen Posterpreis auf derselben Tagung. Sie befasste sich mit dem Wechselspiel des Immunsystems mit Candida albicans. Hierfür nutzte sie ein am HKI entwickeltes Infektionsmodell, das auf bebrüteten Hühnereiern beruht.

Einen weiteren Posterpreis konnte Dr. Ronny Martin nach Jena holen. Er stellte auf dem internationalen Kongress „Sepsis und Multiorganversagen“ seine Forschungsergebnisse vor. Martin untersucht den Zusammenhang zwischen Wachstumsform und Infektiosität bei Candida albicans. Die Hefe kann in Form einzelner rundlich-ovaler Zellen oder langgestreckter Fäden wachsen. Schaltet der Erreger auf die fadenförmige Wuchsform um, kann er tief in menschliches Gewebe eindringen.

Dr. Duncan Wilson wurde auf einer Konferenz der British Mycological Society für seinen herausragenden Vortrag ausgezeichnet. Er berichtete über Gene von Candida albicans, die nur bei diesem Pilz gefunden wurden und an der Zerstörung menschlicher Zellen beteiligt sind. Eine Inaktivierung solcher Gene oder ihrer Produkte könnte die Hefe unschädlich machen.

Erfolgreiche Untersuchungen pilzlicher Infektionsmechanismen

Der Leiter einer Nachwuchsgruppe am HKI, Dr. Matthias Brock, wurde auf der Jahrestagung der Deutschsprachigen mykologischen Gesellschaft mit dem Dr. Manfred Plempel-Stipendium geehrt. Das mit 15 000 Euro dotierte Stipendium wird alle zwei Jahre an einen jungen Forscher vergeben, der damit einen Forschungsaufenthalt im In- oder Ausland finanzieren kann. Brock wird für seine Erfolge bei der Erforschung pilzlicher Infektionsmechanismen ausgezeichnet. Er beschäftigt sich mit Schimmelpilzen, die bei immunschwachen Personen lebensbedrohliche Infekte auslösen können. Wichtige Vertreter sind die Schlauchpilze Aspergillus fumigatus und Aspergillus terreus.

Dr. Peter Staib erhielt den Seeliger-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Pilzforschung. Der von der Seeliger-Stiftung ausgelobte, mit 5000 Euro ausgestattete Preis wird jährlich an einen Forscher verliehen, der sich auf dem Gebiet der medizinischen Bakteriologie oder Mykologie verdient gemacht hat. Staib, der seit 2008 eine Nachwuchsgruppe am HKI leitet, wurde für seine Forschungsarbeiten über den Hefepilz Candida albicans sowie über Hautpilze ausgezeichnet. Letztere, auch als Dermatophyten bezeichnete Erreger, verursachen sehr weit verbreitete Mykosen der Haut, Haare und Nägel. Dennoch sind sie bislang kaum erforscht und nur schwer zu bekämpfen. Die bekannteste Krankheitsform ist der Fußpilz, an dem weltweit ca. 30 Prozent der Bevölkerung leiden.

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