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Potenziale ausschöpfen

Big Data weist der Pharmaindustrie den Weg in die Zukunft

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Big Data spart Zeit, Geld und Arbeit

Big-Data-Software erkennt wiederkehrende Muster zwischen unterschiedlichen Datensätzen und kann so einen Mehrwert für Unternehmen aus allen Branchen schaffen. Auch Pharmazieunternehmen können sich durch die Nutzung von Big Data Vorteile sichern und beispielsweise aus früheren Forschungsergebnissen neue Resultate gewinnen. Das bedeutet, dass ursprünglich entwickelte Medikamente mehrere Zwecke verfolgen und auch bei anderen Beschwerden helfen können. Durch die neue Datenanalyse von bereits erhobenen Datensätzen können Pharmaunternehmen mit der passenden Technologie schneller und eindeutiger erkennen, welche Krankheiten sich mit welchen Wirkstoffen zusätzlich erfolgreich behandeln lassen.

Der Wirkstoff Sildenafil, der beispielsweise in Viagra enthalten ist, war zunächst als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt worden, konnte aber durch neue Auswertungen auch bei Erektionsstörungen eingesetzt werden. Viagra ist vielleicht das überzeugendste Beispiel für eine erfolgreiche Wiederverwendung eines Arzneimittels. Denn heute ist es sowohl als potenzsteigerndes Mittel als auch bei der Diagnose „Pulmonale Hypertonie“, einem Anstieg des arteriellen Blutdrucks im Lungenkreislauf, wirksam. Die Pharmaindustrie hat also schon 1998, als Viagra auf den Markt kam, den Beweis erbracht, wie wichtig es ist, Wirkstoffe auf alle Möglichkeiten hin zu prüfen. Das Verfahren, alte Forschungsergebnisse erneut auszuwerten, ist bewährt und wird in der digitalen Welt als Data Mining bezeichnet. Es hat den Vorteil, dass Unternehmen nicht das komplette Budget in neue Forschungsprojekte investieren müssen. Allein durch den Aspekt, dass sie Querverbindungen zwischen Datensätzen schneller und effektiver aufdecken können, lässt sich Zeit und Geld sparen.

Des Weiteren können Patientenakten mit mehr Informationen angereichert werden, um einen „360-Grad-Patienten“ zu kreieren. Das führt dazu, dass ein viel umfassenderes Bild von Patienten und deren Beschwerden gewonnen werden kann. Werden die Portfolios mittels Datenanalyse verglichen, können ähnliche Krankheitsverläufe von Patienten im besten Falle vorhergesagt und mit Therapien, die sich in der Vergangenheit bewährt haben, frühzeitig behandelt werden. Der Faktor Zeit spielt in der Medizin eine große Rolle und sollte deswegen so optimal wie möglich genutzt werden. Damit die Auswertung von großen Datenmengen auch in der Pharmaindustrie optimal gelingt, muss sie in neue Technologien investieren.

Big Data – Transparenz ist das Zauberwort

In der Vergangenheit scheiterte die Arzneimittelforschung häufig daran, dass sie aus zu kleinen Datenauszügen Aussagen ableiteten, die nicht belastbar genug waren. Die US-Wahlen 2016/2017 haben nur allzu deutlich gezeigt, dass die Auswertung von unvollständigen Datensätzen unzuverlässige Ergebnisse generiert. Die Prognosen haben einen klaren Sieg von Hillary Clinton vorhergesagt, letztendlich hat aber Donald Trump die Wahl für sich entschieden.

Auch in der Pharmaindustrie ist es wichtig, sämtliche Daten aus erfolgreichen sowie gescheiterten Studien und weiteren Quellen wie Patientenportfolios zu erfassen und zu analysieren. Datenintegrationssoftware gibt Entscheidern die Möglichkeit an die Hand, plattformübergreifend Metadaten zu synchronisieren. Big-Data-Technologien haben das Potenzial, diese Art von Transparenz zu liefern, indem sie komplette Datensätze bereinigen, sortieren, vereinheitlichen und für die weitere Auswertung verfügbar machen und dementsprechend aufbereiten. Nur so können Nutzer ein umfassendes Bild der Informationen und einen schnellen Einblick in die Querverbindungen zwischen Datensätzen in Echtzeit bekommen.

* O. Neuer: Talend Germany GmbH, 53175 Bonn

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