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Länderreport Türkei

Chemieindustrie am Bosporus

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Produktion/Branchenstruktur

Der Chemiesektor mit seinen Untergruppen stellt etwa zwölf Prozent der Umsätze in der verarbeitenden Industrie der Türkei. In dem Wirtschaftszweig sind rund 4000 Betriebe tätig, zwei Prozent davon sind größere Einheiten mit mehr als 150 Beschäftigten.

Die Anzahl der Unternehmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung wird mit 314 angegeben. Die Petrochemie, Düngemittelherstellung, Erzeugung von Grundstoffen für die Kunststoff und Gummiindustrie sowie die Kunstfaserherstellung haben nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie der Türkei TKSD einen Anteil von 23,8 Prozent an der gesamten Produktion, die Kunststofferzeugung von 24,9 Prozent.

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Die Pharmabranche kommt auf 18,2 Prozent, der Bereich Parfüm, Kosmetik und Reinigungsmittel auf 8,5 Prozent, die Herstellung von Farben und Lacken auf 5,9 Prozent des gesamten Ausstoßes des Chemiesektors.

Die Betriebe der Chemieindustrie arbeiten vornehmlich in den Provinzen Istanbul, Izmir, Kocaeli, Adana, Gaziantep und Ankara. Es werden insgesamt etwa 230 000 Arbeitskräfte beschäftigt. Die gesamte Produktion des Chemiesektors einschließlich der Mineralölbranche hatte 2010 einen Wert von etwa 123 Milliarden US-Dollar. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Türkei beträgt circa sechs Prozent.

Die 2005 privatisierte Raffineriegesellschaft Tüpras (Türkiye Petrol Rafinerileri A. S.; http://www.tupras.com.tr) ist mit einer jährlichen Ölraffinierungskapazität von 28 Millionen Tonnen und mehreren Tochterfirmen das größte Industrieunternehmen der Türkei.

An zweiter Stelle steht der Petrochemiekonzern Petkim, an dem die staatliche aserbaidschanische Ölgesellschaft Socar zusammen mit der Turcas Holding einen Mehrheitsanteil hält. Petkim ( http://www.petkim.com.tr) plant die massive Erweiterung der Produktionskapazitäten bis 2018 und den Bau einer eigenen Raffinerie bis 2014.

Gut entwickelt ist infolge der etablierten Textilindustrie die Herstellung von Kunstfasern. Die jährliche Produktionsmenge beträgt circa 850 000 Tonnen. Führend im Bereich Acryl- und Kohlefasern ist Aksa Akrilik. Größter Kunststoffhersteller ist Firat Plastik. Im Bereich Hygieneartikel steht Hayat Kimya oben auf der Liste der umsatzstärksten Unternehmen der Türkei. Nur wenig dahinter rangiert der türkische Ableger von Henkel. Auch Bayer und BASF sind am Bosporus unter den größten Chemiefirmen zu finden.

In Bereichen wie der Produktion von Kunststofferzeugnissen sowie Farben und Lacken haben türkische Unternehmen in den vergangenen Jahren eine zunehmende Wettbewerbsfähigkeit entwickelt, die sich auch in einem steigenden Exportanteil ausdrückt.

Anders sieht es bei chemischen Grundstoffen aus, wo der überwiegende Teil des Bedarfs importiert werden muss. Das gilt auch für Arzneimittel. In diesem Bereich sind ausländische Konzerne wie Bayer, GlaxoSmithKline oder Pfizer stark vertreten. In der Türkei werden von einheimischen Firmen vor allem Generika gefertigt. Der Markt für Kosmetika wird zu etwa 70 Prozent von importierten Produkten dominiert.

Tabellen, Zahlen und weitere Fakten zur Chemieindustrie in der Türkei finden Sie in der Bildergalerie des Artikels.

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