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Länderreport Türkei

Chemieindustrie am Bosporus

| Autor / Redakteur: Dr. Marcus Knup, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

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(Bild: wikimedia commons)

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Deutschland und die Türkei pflegen gute Geschäftsbeziehungen. Auch innerhalb der Chemieindustrie besteht eine fruchtbare Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren. Während die stark wachsende Chemieindustrie in der Türkei die Wirtschaft ankurbelt, beliefern viele deutsche Unternehmen das Land und holen sich das größte Stück vom Importkuchen.

Istanbul – Die Chemieindustrie in der Türkei profitiert von der langjährigen Expansion des produzierenden Gewerbes und den stark wachsenden Exporten. Nach moderaten Rückgängen in der Krise 2009 hat sich die Produktion 2010 um 15,9 Prozent und 2011 um 5,6 Prozent erhöht.

Eine starke Dynamik besitzen vor allem die Herstellung von Kunststoffen sowie von Farben und Lacken. Die Branche ist in einem hohen Maße vom Import von Rohstoffen und Vorprodukten abhängig. Deutschland ist der wichtigste Lieferant.

Marktentwicklung/-bedarf

Ein Engpass für die chemische Industrie der Türkei ist die Versorgung mit Basismaterialien. So mussten 2011 rund 86 Prozent der Grundstoffe für die Kunststoffherstellung importiert werden. Wichtigster inländischer Lieferant ist der 2007 privatisierte Petrochemiekonzern Petkim. Im Bereich der Petrochemie sind wegen des zunehmenden Bedarfs der Abnehmerbranchen in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen vorgesehen.

Kunststoffe

Der Markt für Kunststofferzeugnisse expandierte in der jüngeren Vergangenheit jährlich um schätzungsweise zehn Prozent. Nach einer Phase der Stagnation 2009 erholte sich die inländische Nachfrage 2010 und stieg nach Angaben der Forschungs-, Entwicklungs und Ausbildungsstiftung der türkischen Kunststoffindustrie PAGEV 2011 weiter kräftig um 23,4 Prozent auf 17,5 Milliarden US-Dollar.

Die Produktion erhöhte sich um 21,3 Prozent auf 6,7 Millionen Tonnen. Für 2012 erwartet PAGEV erneut einen um zehn Prozent zunehmenden Inlandsumsatz und ein Plus von 12,4 Prozent beim Export.

Der Gesamtverbrauch an Kunststoffpolymeren in der Türkei lag 2011 bei etwa 6,2 Millionen Tonnen. Wegen der begrenzten Kapazität muss zusätzlicher Bedarf derzeit weitgehend im Ausland gedeckt werden. Die inländische Nachfrage nach Polymeren entfiel 2011 zu 27,2 Prozent auf Polyethylen (LDPE, HDPE) und zu 26,7 Prozent auf Polypropylen (PP). Der Anteil von Polyvinylchlorid (PVC) betrug 16,7 Prozent, und jener von Polyethylenterephthalat (PET) 6,4 Prozent.

Die größten Abnehmer von Kunststofferzeugnissen in der Türkei sind die Verpackungsindustrie und die Bauwirtschaft. Allerdings nimmt auch der Bedarf an Teilen und Komponenten aus Kunststoffen aus den Bereichen Fahrzeugbau und Elektrotechnik stark zu.

Tabellen, Zahlen und weitere Fakten zur Chemieindustrie in der Türkei finden Sie in der Bildergalerie des Artikels.

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