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Länderreport Südafrika

Chemieindustrie am Kap der Guten Hoffnung

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Kunststoffe

Im Kunststoffsektor haben die im Branchenverband Plastics SA organisierten südafrikanischen Hersteller dagegen mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Im Jahr 2011 musste bei den in Endprodukte umgewandelten Polymeren ein Rückgang um 3% auf 1,3 Mio. t verkraftet werden.

Auch die Aussichten für 2012 sind verhalten. Dabei ist auf den wichtigen Absatzmärkten grundsätzlich eine expandierende Nachfrage zu verzeichnen. Der mit mehr als 50% dominierende Verpackungssektor profitiert von steigenden Verkaufszahlen im Einzelhandel. Auch die Automobilindustrie, der Bau und das verarbeitende Gewerbe konnten sich als Abnehmer von Kunststoffprodukten positiv entwickeln. Allerdings werden vermehrt Endprodukte vor allem aus asiatischen Ländern importiert. So gehen Branchenexperten davon aus, dass Einzelhandelsketten bereits bis zu 50% der Verpackungsmaterialen und Verkaufsprodukte aus Kunststoff als Fertigerzeugnisse aus dem Ausland einführen. Zunehmende Bedeutung kommt dem Recycling zu, dessen Quote bis 2015 von 18% auf 35% zulegen soll.

Petrochemie

Im Bereich der Petrochemie können Südafrikas Raffinerien die Nachfrage nach Kraftstoffen und Bitumen zur Zeit nicht befriedigen. Deshalb müssen petrochemische Erzeugnisse importiert werden. Branchenexperten rechnen mit einem weiter zunehmenden Bedarf vor allem an Diesel. Berechnungen des Chemieunternehmens Sasol zufolge könnte der Verbrauch von Diesel bis 2030 um jährlich etwa 5% wachsen, während für Benzin nur ein moderater Anstieg um 1,5% erwartet wird.

Ohne eine nennenswerte Erhöhung der eigenen Produktionskapazität müsste Südafrika bei diesem Szenario im Jahr 2015 bereits 8,5 Mrd. l pro Jahr oder 150.000 Barrel Kraftstoffe pro Tag auf dem Weltmarkt einkaufen. Der Mineralölkonzern BP geht derzeit von einer landesweiten Importquote von rund 12% aus, die aber bis 2030 auf 30-50% steigen könnte. Die staatliche Petro SA wirbt deshalb für den Bau einer neuen Raffinerie mit einer Kapazität von etwa 360.000 Barrel pro Tag unter dem Namen "Mthombo". Der Privatsektor befürwortet hingegen die Erweiterung bestehender Anlagen.

Kosmetika

Der südafrikanische Kosmetikmarkt dürfte auch 2012 einen Zuwachs verzeichnen. Experten schätzen, dass bei wichtigen Produktgruppen wie Haarpflegemitteln, Hygieneartikeln, Make-up und Parfüm der Umsatz in diesem Jahr um rund 4 bis 5% zulegen wird. Gestützt wird diese Entwicklung von steigenden Einkommen und Verbraucherausgaben. Grundsätzlich ist der südafrikanische Kosmetikmarkt für ausländische Lieferanten attraktiv, da die Bevölkerung als konsumfreudig und statusbewusst gilt. Teure Produkte werden hier auch von der Mittelschicht gern gekauft.

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