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Länderreport Slowenien

Chemieindustrie auf dem Balkan Teil 4 – Slowenien

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Automobilindustrie

Chemieprodukte für das Automobilsegment dürften von der Kapazitätserweiterung von Revoz (Renault-Tochter) in Novo mesto Nachfragezuwachs erfahren. Die Produktion der neuen Twingo- und Smart-Modelle steigt dort auf 250.000 Fahrzeuge pro Jahr (2011: rund 180.000 Pkw). Auch die Kfz-Zulieferindustrie weitet ihre Kapazitäten aus und wird unter anderem mehr Kunststoffe in Primärformen nachfragen. Sie hatte 2010 Kunststoffteile im Wert von 61 Mio. Euro hergestellt.

Rund 80% der Gummi- und Kunststoffverarbeiter sind Kleinstunternehmen, die stark von der Krise in der Bauwirtschaft betroffen sind. Die Branche produzierte 2010 gemäß Statistikamt 49.600 t Folien, Platten und Schläuche sowie 25.000 t verschiedene Verpackungsmittel. Allerdings werden nicht für alle Produktkategorien Produktionszahlen veröffentlicht.

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Der Reifenhersteller "Goodyear Dunlop Sava Tires" will auf mittlere Sicht ein weiteres Werk in Slowenien bauen. Insgesamt sind von Goodyear 170 Mio. Euro im Land investiert worden.

Agrarchemikalien und Pharmaindustrie

Sloweniens Landwirtschaft hatte 2010 noch 132.000 t Handelsdünger verbraucht (+10,7% gegenüber 2009). Tendenziell sind die Anbauflächen aber rückläufig.

Der slowenische Arzneimittelmarkt wächst nur noch leicht. Die Zahl der verschriebenen Packungen stieg 2011 gegenüber 2010 um 2% auf 37,9 Mio. Stück. Kräftig zugelegt hat die Nachfrage nach erstattungsfähigen, kostspieligen Präparaten für spezielle Krankheiten sowie nach biologischen Arzneimitteln.

Der Bedarf belief sich 2011 insgesamt auf 88,7 Mio. Euro und hat sich seit 2007 mehr als verdoppelt. Der Gesamtverbrauch von rezeptpflichtigen Medikamenten ging gleichzeitig um rund 1% auf 470 Mio. Euro zurück und die Ausgaben der staatlichen Krankenkasse (ZZZS) sanken um 0,4% auf 302 Mio. Euro.

Branchenexperten erwarten, dass die ZZZS Sloweniens Ärzte noch stärker dazu anhalten wird, biologische Arzneimittel (Biosimilars) mit vergleichbarer Wirkung wie traditionelle Pharmaka zu verschreiben. Anfang 2012 ist Sloweniens Arzneimittelmarkt nach weiteren Preisabschlägen für Medikamente auf der ZZZS-Liste weiter unter Druck geraten. Sie sollen Einsparungen von 14 Mio. Euro bringen. Schätzungen zufolge haben Over-the-counter-Produkte (OTC) in Slowenien mit 7 bis 8% immer noch einen bescheidenen Marktanteil.

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