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Länderreport Slowenien

Chemieindustrie auf dem Balkan Teil 4 – Slowenien

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Nach einer Umfrage des Marktforschers Valicon vom Frühjahr 2012 ist es ein steigender Trend, dass Slowenen weniger Körperpflege- und Reinigungsmittel einkaufen. Marktführer bei Wasch- und Reinigungsmitteln war 2010 mit einem Marktanteil von 33% nach eigenen Angaben Henkel. Der Konzern produziert am Standort Maribor Zubereitungen zur Hautpflege.

Produktion/Branchenstruktur

Für Slowenien ist die Chemieindustrie ein bedeutender Industriezweig: Im Jahr 2010 hatten darin 15% aller Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe ihren Arbeitsplatz bei einem Umsatzanteil von 21%, so die Wirtschaftskammer (GZS). Drei Viertel ihrer Absätze von insgesamt 4,6 Mrd. Euro erzielen die slowenischen Chemieproduzenten im Ausland. Stark überdurchschnittlich ist dieser Anteil mit 91% für pharmazeutische Wirkstoffe und Präparate.

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Die Produktivität der slowenischen Chemiebranche liege um ein Drittel unter dem EU-Mittel, so die GZS. Die inländischen Konzerne des Sektors, vor allem die Pharma- sowie die Farben- und Lackhersteller, sind mit eigenen Produktionsbetrieben in den Ländern Ex-Jugoslawiens und in Russland stark engagiert.

Umstrukturierung der Chemiebranche

Auch die Chemiesparte ist von den tiefgreifenden Umstrukturierungen betroffen, die sich seit 2011 in der slowenischen Wirtschaft vollziehen. Sie waren nach dem EU-Beitritt des Landes 2004 versäumt worden. Die Finanzkrise hat die Strukturschwächen dann offengelegt. Seit 2011 läuft ein Versuch zur Veräußerung des größten slowenischen Herstellers von Anstrichfarben, Helios. Auch Juteks, ein Produzent von Bodenbelägen, sucht einen neuen Eigentümer. Geplant ist zudem der Verkauf der Firma Cinkarna Celje, die vor allem Titandioxid herstellt. Anfang 2012 hatte bereits der israelische Nahrungsmittelkonzern Frutarom einen Mehrheitsanteil am führenden slowenischen Riechmittelerzeuger Etol erworben.

Die slowenische Chemieindustrie betreibt sehr aktiv Forschung und Entwicklung in den Bereichen neue Polymermaterialien und Nanokompositen. Hierfür gibt es in Ljubljana ein Kompetenzzentrum.

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