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Länderreport Brasilien

Chemieindustrie hinter der Copacabana

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Die Nachfrage nach Chemikalien für den industriellen Gebrauch war 2009 weit stärker eingebrochen als der Absatz von chemischen Endprodukten. Im Jahr 2010 erholten sich Märkte und Preise jedoch vollständig. Die Produktion und die inländischen Verkäufe von Industriechemikalien nahmen 2011 mengenmäßig nur leicht zu. Aufgrund hoher Preissteigerungen wuchs der Umsatz des Sektors dennoch mit einer überdurchschnittlich hohen Rate auf 76,2 Mrd. US$ an. Die Importe nahmen mit einer Wachstumsrate von 29,3% noch stärker zu.

Die Handelsbilanz des Sektors wies trotz eines gestiegenen Exportvolumens ein Rekorddefizit von fast 20 Mrd. US$ auf. Vereinfachte Einfuhrverfahren und die Aufwertung des Real im Verhältnis zum US-Dollar begünstigten Importe im Wettbewerb mit brasilianischen Chemikalien.

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Investition in Agrarchemikalien

Agrarprodukte gehören zu den wichtigsten Exportgütern Brasiliens. Am Markt für chemische Endprodukte nehmen Agrarchemikalien den größten Anteil ein. Im Jahr 2011 war für die Düngemittelbranche in jeder Hinsicht ein Erfolg. Die Absatzmenge, Importmenge und inländische Gewinnung lag über den Ergebnissen des bisherigen Rekordjahres 2007. Im Vergleich zu 2010 zogen die Preise weiter an und der Umsatz stieg um fast 50%. Das Importvolumen nahm sogar um 70% zu.

Brasilien ist der weltweit viertgrößte Verbraucher von Düngemitteln, importiert jedoch 65% der darin enthaltenen Nährstoffe. Die Produktion von Düngemitteln ist somit am stärksten importabhängig und verantwortlich für einen Großteil des Außenhandelsdefizits des Sektors. Brasilien investiert derzeit massiv in den Ausbau der heimischen Förderung von Nährstoffen. Für Anbieter von Pflanzenschutzmitteln verlief 2011 durch den mäßigen Bedarf insbesondere an Fungiziden weniger erfolgreich. Dennoch verbuchten die Hersteller aufgrund des gestiegenen Preisniveaus ein leichtes Umsatzwachstum. Das Marktvolumen belief sich auf 11,6 Mrd. US$.

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