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Chemie-Länderreport Indonesien

Chemieindustrie im weltgrößten Inselstaat

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Arzneimittelmarkt wächst

Der Umsatz mit Arzneimitteln betrug 2011 schätzungsweise 6,5 Mrd. US$. Der Markt wächst laut Fachverband GP Farmasi jährlich um 10 bis 15%. Bis 2015 sagen Marktbeobachter einen Anstieg des Branchenumsatzes auf mehr als 11,0 Mrd. US$ voraus. Internationale Hersteller haben derzeit einen Anteil von nur etwa 30% an dem expandierenden Markt. Hoher Investitionsbedarf besteht vor allem bei pharmazeutischen Wirkstoffen, die zu 95% importiert werden müssen.

Angesichts der sich abzeichnenden Marktliberalisierung und der damit verbundenen positiven Absatzerwartungen wächst der Wettbewerb am Markt. Jüngst waren unter anderem erhöhte Aktivitäten chinesischer Hersteller zu beobachten. Besonders groß ist das Interesse am Markt für Impfstoffe. Die Tianjin Pharmaceutical Group vereinbarte 2012 mit der Staatsfirma PT Kimia Farma und der Privatfirma PT Tigaka Distrindo Perkasa die gemeinsame Produktion von Kortisonpräparaten.

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Auch der Markt für Körperpflege- und Schönheitsmittel mit einem geschätzten Jahresumsatz von 1,7 Mrd. US$ ist wachstumsträchtig. Er expandiert jährlich um 10 bis 15%. Analysten erwarten, dass die Anzahl der Verbraucher von Schönheitsartikeln von derzeit 20 Mio. bis zum Jahr 2020 auf circa 50 Mio. Personen ansteigen wird. Etwa 20% der Nachfrage nach Kosmetika werden über Importe gedeckt. Der französische Konzern L'Oreal errichtet für 50 Mio. US$ in Cikarang (West-Java) sein größtes Produktionswerk. Um die steigende Nachfrage nach Körperpflegemitteln zu befriedigen, will der internationale Konsumgüterhersteller Unilever weitere 750 Mio. US$ investieren.

Produktion/Branchenstruktur

Die chemische Industrie Indonesiens umfasst laut dem Statistikamt BPS insgesamt 1.054 große und mittlere Betriebe mit 203.770 Beschäftigten und einem Bruttoproduktionswert 2010 von 279,1 Bill. Rupiah (Rp; etwa 22,3 Mrd. Euro; 1 Rp = rund 0,0008 Euro). Der Sektor weist ein großes Wachstumspotenzial und gleichzeitig einen hohen Modernisierungs- und Rationalisierungsbedarf auf. Allerdings behindern die mangelnde Infrastruktur, finanzielle Engpässe, ineffiziente kleine Produktionseinheiten und die unzureichende Integration zwischen dem Erdöl- und Petrochemiesektor eine rasche Entwicklung der Industrie. Außerdem wirkt sich das Investitionsklima negativ aus. Für mehr Wettbewerb am Markt sind neue Werke notwendig. Dies gilt vor allem für die Petrochemie, in der im Upstream-Bereich lediglich die staatliche Ölgesellschaft PT Pertamina und das Unternehmen PT Chandra Asri als Hersteller vertreten sind.

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