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Chemie-Länderreport Belgien

Chemieindustrie in Belgien – Ende der Talfahrt?

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Der Im- und Export von Rohstoffen und Fertigerzeugnissen über den Hafen Antwerpen hat zur Bildung des größten europäischen Chemieclusters in der Region geführt. Dort unterhalten fast alle weltweit aktiven Chemiekonzerne petrochemische Produktionsanlagen, so der Marktführer BASF, Bayer, Lanxess, BP, Dow, Du Pont, Exxon Mobil, Kaneka, Kuraray, Nippon Shokubai, Noveon, Texaco und Ineos. Total und Exxon Mobil betreiben große Raffinerien. Die Werke sind über ein dichtes Netz an Pipelines für Industriegase, Ethylen und Propylen mit dem Hinterland, Fabriken in den Niederlanden (beispielsweise am Hafen Rotterdam) sowie Betrieben in Deutschland (wie mit BASF in Ludwigshafen) verbunden.

Drei Viertel der Brancheninvestitionen von ausländischen Chemiefirmen

Nach Angaben von Essenscia waren 2011 in Belgien etwa 1500 Chemiefirmen mit rund 90.000 direkt und 150.000 indirekt Beschäftigten gemeldet. Die Mehrheit bilden hochkarätige kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die innovativen deutschen KMU dauerhaft interessante Kooperationschancen bieten.

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Dem weltweiten Wandel begegnen die Chemieunternehmen in Belgien durch Innovationen, vor allem in den Bereichen Biopharma und Life Sciences, sowie durch neue Methoden der Sustainable Chemistry. Selbst in der Krise 2009 hatte die belgische Chemiebranche 1,4 Mrd. Euro in Entwicklungen investiert. Mit 1,8 Mrd. Euro wurde 2011 das Vorkrisenniveau erreicht. Dieses dürfte nach Einschätzungen von Essenscia auch 2013/14 mit etwa 1,7 Mrd. Euro gehalten werden. Etwa 75% der Anlagen fließen in Produktionsausrüstungen und Maschinen. Ausländische Chemiefirmen tätigen etwa drei Viertel der Brancheninvestitionen.

Fast die Hälfte der belgischen Industrieausgaben für FuE entfällt auf den Chemiebereich. Dessen Aufwendungen stiegen 2011 um etwa 12% auf 1,8 Mrd. Euro. Dieses Niveau dürfte laut Essencia 2013/14 gehalten werden. Für innovative deutsche Firmen und für Lieferanten von Labor- und Messgeräten bieten sich nachhaltige Geschäftsmöglichkeiten.

Außenhandel

Das Volumen der belgischen Chemieexporte (SITC 5) legte 2012 nur noch um 0,6% zu, das der Importe nahm um 0,7% ab. Der Rückgang der deutschen Lieferungen lag 2012 im zweistelligen Bereich. Für 2013 erwarten Analysten immerhin ein Ende der Talfahrt, falls neben des Wachstums außerhalb der EU auch eine Erholung der EU-Märkte eintritt. Da Belgien das europaweit wichtigste Distributionszentrum für die Chemie ist, profitiert das Land auch von dem stärker werdenden Extrahandel.

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