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Mehr als 25 Prozent Wachstum im Jahr 2020 Corona-Sondereffekt sorgt für Umsatzsprung bei In-Vitro-Diagnostika

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Der hohe Bedarf an Schnelltests und PCR-Testungen hat den Markt für In-Vitro-Diagnostika im vergangenen Jahr um mehr als 500 Millionen Euro wachsen lassen. Wie der Verband der Diagnostika-Industrie mitteilte, ging dagegen der Bedarf an Routinediagnostik 2020 zurück.

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Der Umsatz mit In-Vitro-Diagnostika ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 25,9 Prozent gewachsen (565 Millionen Euro).
Der Umsatz mit In-Vitro-Diagnostika ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 25,9 Prozent gewachsen (565 Millionen Euro).
(Bild: VDGH)

Berlin – Der Markt für In-vitro-Diagnostika in Deutschland ist im Jahr 2020 um 25,9 Prozent gewachsen. Dies gab der Verband der Diagnostika-Industrie (VDGH) am 28. April in seiner Jahrespressekonferenz bekannt. „Das Ergebnis stellt eine Rekordmarke für die Diagnostika-Industrie dar und ist auf das enorme Testaufkommen in der Corona-Pandemie zurückzuführen“, sagt der VDGH-Vorstandsvorsitzende Ulrich Schmid. Die Marktdaten der IVD-Branche ermittelt der Verband auf Basis seiner repräsentativen Umsatzerhebungen unter den Mitgliedsunternehmen.

Das Marktvolumen der IVD-Branche ist im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 500 Mio. Euro auf insgesamt 2,745 Mrd. Euro gestiegen. Die größte Dynamik verzeichnete dabei das 4. Quartal 2020. „Wir sehen allein die Infektionsdiagnostik als Wachstumstreiber“, so Schmid. Sie machte im Jahr 2020 mit fast 900 Mio. Euro rund 32 Prozent des gesamten IVD-Marktes aus. Im Vorjahr lag der Anteil bei 10,3 Prozent. Vor allem der Bedarf an PCR- und Antigen-Schnelltests zum direkten Nachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 schlägt in diesen Zahlen zu Buche: „Seit Beginn der Pandemie stellen mehr als 70 Unternehmen im VDGH „corona-assoziierte“ Produkte zur Verfügung. Die Testindustrie steigerte ihre Produktionen schon in den ersten Monaten der Pandemie um mehr als das Zwanzigfache. Eine breite Palette von Tests unterschiedlicher Technologien ist in kurzer Zeit zur Marktreife entwickelt und in den Verkehr gebracht worden“, sagt Schmid. „Die Industrie liefert, was Politik und Markt fordern.“

Auch Life-Science-Resarch-Industrie mit großem Wachstum

Ein ähnliches Ausnahme-Ergebnis verzeichnen die Life-Science-Research-Unternehmen (LSR) im VDGH. Denn auch die LSR-Branche ist in Pandemiezeiten gefragt wie nie. Das Wachstum lag im Jahr 2020 bei mehr als 22 Prozent. Die Ausstatter von Forschungslaboren ermöglichen mit ihren Produkten und Technologien die Erforschung des Virus und die Entwicklung von Diagnostika, Impfstoffen und Arzneimitteln. Beide Industrien bedienen einen weltweit explodierenden Bedarf. „Fast 13 Prozent der Beschäftigten der Diagnostika- und Life-Science-Research-Industrie sind im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Die hohe Qualifikation der Beschäftigten sichert die Innovationskraft und Flexibilität der beiden Branchen“, so Schmid.

Ohne den Sondereffekt der Corona-Pandemie wäre der Umsatz für In-Vitro-Diagnostika im vergangenen Jahr um mehr als drei Prozent zurück gegangen.
Ohne den Sondereffekt der Corona-Pandemie wäre der Umsatz für In-Vitro-Diagnostika im vergangenen Jahr um mehr als drei Prozent zurück gegangen.
(Bild: VDGH)

Die Rekordzuwächse in der Infektionsdiagnostik sind die eine Seite der Medaille. Demgegenüber steht die gesamte Routinediagnostik unter Druck: Hier lagen die Umsatzrückgänge des Jahres 2020 zwischen 2 und 16 Prozent. Diese Entwicklung bildet unmittelbar das Geschehen im Lockdown ab: „Mit der Einschränkung des öffentlichen Lebens ist auch die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen ambulant und stationär spürbar zurückgegangen“, sagt Schmid.

Für das Jahr 2021 erwartet die Diagnostika-Industrie u. a. eine weitere Dynamik bei Coronavirus-Schnelltests. Die PCR-Testung hat aus Sicht des VDGH ihr Plateau auf hohem Niveau erreicht.

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