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Laborplanung Der Weg vom Büro- zum Laborgebäude

Autor / Redakteur: Christian J. Grothaus* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Laborräume erfordern spezielle gebäudetechnische Vorgaben. Daher ist deren Planung – gerade bei bestehender Infrastruktur – ein komplexer Prozess. Das Beispiel eines Münchner Laboranalytikdienstleisters beschreibt den Weg und die Hindernisse.

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1 Der Umbau von bestehenden Gebäuden in Laborräume muss extrem sorgfältig geplant werden. (Bilder: Medigenomix)
1 Der Umbau von bestehenden Gebäuden in Laborräume muss extrem sorgfältig geplant werden. (Bilder: Medigenomix)
( Archiv: Vogel Business Media )

Dienstleister der Laboranalytik-Branche bewegen sich in einem umkämpften Markt, so war beispielsweise unlängst in der Onlineausgabe der „Financial Times“ zu lesen, dass die Preise für die Dekodierung des menschlichen Genoms von 2,7 Milliarden Euro auf mittlerweile rund 50 000 Euro gesunken sind. Für die Anbieter solcher Dienstleistungen ist daher eine hohe Laboreffizienz nötig, damit neue Geschäftsmodelle probiert, Angebote und Produkte angepasst oder weitere Absatzmärkte ins Visier genommen werden können.

Zusammen mit den strategischen Aufgaben müssen sich häufig die zugehörigen Gebäude verändern. Tritt dieser Fall ein, steht das Management schnell vor der Frage, ob neu gebaut oder der vorhandene Bestand umgenutzt werden soll. Das Martinsrieder DNA-Analytikunternehmen Eurofins Medigenomix entschied sich seinerzeit dafür, ein Büro- zu einem Laborgebäude zu wandeln. Als Bestandteil der Unternehmenskonsoliderung wurden dazu zwei vormals räumlich getrennte Geschäftsteile der Eurofins-Gruppe in Nachbarbauten auf einem Campus lokalisiert.

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Eurofins Medigenomix hat sich auf DNA-Untersuchungen für die biomedizinische Forschung und Entwicklung spezialisiert. Die Analyse von DNA-Profilen und -Varianten (Polymorphismen) für Tier- und Pflanzenzucht, Lebensmittelindustrie und Gesundheitsvorsorge machen einen Teil des Spektrums aus. Für hiesige Ermittlungsbehörden ist das Unternehmen auch der größte private Partner bei der Erstellung von DNA-Profilen und selbst die britische Polizei greift mittlerweile auf dieses deutsche Know-how zurück. Darüber hinaus werden Auftragsuntersuchungen der DNA-Sequenz für „jedermann“ durchgeführt. Hierfür wurde mit rund 40 Prozent der größte Teil der neuen Flächen hergerichtet. Die Abteilungen für „Forensik“ und „spezielle DNA-Untersuchungen“ beanspruchen die übrigen 60 Prozent der Areale zu etwa gleichen Teilen.

Weitblickend hatte sich das Management bei Medigenomix entschieden, diesen Planungsprozess von Spezialisten durchführen zu lassen, was beileibe nicht die Regel ist. Mit den Bonner „Christoffel Laborexperten“ holte man sich ein Team ins Haus, das der Aufgabe gewachsen war. Darüber hinaus kam auf Bauherrenseite die Expertin für Laborprojekte, Dr. Geeske C. Mannhardt, als Interimsmanagerin zum Einsatz.

An Herausforderungen im Projekt mangelte es nicht, so beeinflusste z.B. die Tragkraft der Decken maßgeblich die Grundrisse und zugehörig die Platzierung der über 600 Maschinen und Geräte. Die Schachtquerschnitte für eine vertikale Führung der erforderlichen Medien reichten nicht immer und etliche Unterzüge verknappten die ohnehin schon geringen Geschosshöhen zusätzlich.

Neben diesen Besonderheiten, musste der Umbau bei laufendem Serverbetrieb durchgeführt werden, denn von den Rechnern hing die Produktion des gesamten Unternehmens ab. Präzise eingetaktet wurde ebenfalls die Vorabinbetriebnahme der Labore für die Akkreditierung der Forensik durch die Behörden, damit eine verzugslose Analysearbeit gewährleistet werden konnte.

Prozesshygiene

Die DNA-Proben werden in unterschiedlichen Formen angeliefert, d.h. in Form von Blut, ganzen Zellen oder aufgereinigt. Da das Material potenziell infektiös ist, unter-liegt dessen Verarbeitung den Bestimmungen der Biostoffverordnung Stufe 2. Einige spezielle Tätigkeiten werden gemäß der Gentechnik-Sicherheitsverordnung, ebenfalls in Stufe zwei, durchgeführt. Hierzu kommen biologische Sicherheitswerkbänke zum Einsatz, die gewährleisten, dass kein infektiöses Material in die Laborluft gelangt.

Proben, die aus Zellen oder Blut bestehen, müssen in einem ersten Schritt aufgereinigt werden. Da nach diesem Prozess keine kompletten Zellen und damit auch keine infektiösen Partikel mehr vorliegen, können alle weiteren Schritte ohne spezielle Sicherheitsvorkehrungen erfolgen.

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