English China

Digitale Evolution Die Probe formt das LIMS wie der Fluss das Tal

Ein Gastbeitrag von Köbi Ehrensberger, Johannes Stadler, Mark Schneider*

Anbieter zum Thema

Wenn die Proben das LIMS formen wie der Fluss das Tal, ist die zentrale Grundvoraussetzung für die Weiterentwicklung eines Labors vorhanden. Ein gutes Labor-Informations-Managementsystem (LIMS) muss in der Lage sein, die Dynamik der Beziehung zwischen Labor und Kunde mit­zugehen und Änderungen der Laborprozesse abzubilden, da sonst die Weiter­entwicklung des Unternehmens von der Software behindert wird.

Abb.1: So wie das Tal durch den Fluss geprägt ist, so sollte auch ein LIMS durch die Proben geprägt sein, die in dem Labor analysiert werden (Symbolbild).
Abb.1: So wie das Tal durch den Fluss geprägt ist, so sollte auch ein LIMS durch die Proben geprägt sein, die in dem Labor analysiert werden (Symbolbild).
(Bild: © Atstock Productions - stock.adobe.com )

Gerade in Auftragslaboren ist der Probendurchsatz bares Geld. Um die Effizienz – und damit den Umsatz – zu steigern, setzen viele Labore auf die Digitalisierung ihrer Prozesse, etwa durch Einführung eines Labor-Informations-Management-Systems (LIMS). Dabei wird oft vergessen, dass es nicht nur um die internen Arbeitsabläufe geht, sondern auch die Bereiche mit Nähe zu Auftraggebern, Schnittstellen und gesetzlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen sind. Ein gutes LIMS muss in der Lage sein, die Dynamik der Beziehung zwischen Labor und Auftraggeber mitzugehen und Änderungen der Laborprozesse abzubilden, etwa bei der Skalierung der Probenanzahl, der Einführung neuer Analytikverfahren oder der Integration der Auftraggeber in die Laborprozesse. Passt sich das LIMS nicht an, behindert es die Weiterentwicklung des Unternehmens, statt sie zu fördern.

Evolution statt Stillstand

Die digitale Umsetzung eines Unternehmensprozesses bedeutet mehr als einfach analoge Schritte digital durchzuführen. Unter Anleitung des LIMS-Herstellers werden mit dem Labor die Grundlagen geschaffen, seine Arbeitsprozesse auf digitale Wege umzustellen und zu optimieren. Dazu benötigt es eine sehr enge und interaktive Zusammenarbeit, um das Digitalisierungs-Know-How des LIMS-Herstellers mit dem Prozesswissen des Labors zu vereinen. Damit das gelingt, sind eine agile Projektmethodik und ein innovatives LIMS-Konzept erforderlich. So sollten etwa Instrumente vorhanden sein, die es dem Labor ermöglichen, das LIMS selbst mitzugestalten. Labore, die dieses LIMS-Wissen entwickelt haben, sind in der Lage, physische, digitale und rechtliche Anforderungen ins System zu integrieren. Damit verfügen sie über die Voraussetzungen, um selbst neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Beziehung vom Labor zu seinen Kunden lässt sich mit digitalen Technologien ausbauen oder gänzlich neu gestalten. Auf dynamischere Kundenbedürfnisse können Produkte differenziert angepasst werden.

analytica 2022

Schluss mit unnötigen Wegen

Guided Tours der LABORPRAXIS

Bei fünf vollgepackten Messehallen kann man schon mal die ein oder andere spannende Neuheit verpassen. Wir führen Sie auf unseren Guided-Tours zu den Themen Chromatographie/HPLC, Probenvorbereitung und Liquid Handling kostenlos zu den Top-Innovationen. An den Messeständen bekommen Sie dann exklusive Einblicke von Produktexperten.

Jetzt kostenlos anmelden!

Das LIMS ist die zentrale Software für die Digitalisierung der Laborprozesse. Allerdings soll die Software nicht die Arbeitsabläufe bestimmen, sondern umgekehrt: Die Laborprozesse formen das LIMS. Wenn das System nicht oder nur beschränkt anpassungsfähig ist, bildet es nur den vorgesehenen Laborprozess wirklich gut ab. Labore mit eigenen, besonderen Prozessen müssen sich verbiegen, um ein solches starres System überhaupt nutzen zu können. Gleiches gilt auch, wenn sich Laborprozesse ändern oder neue hinzu kommen. Eine beschränkte LIMS-Anpassungsfähigkeit kostet nicht nur initialen Aufwand, sondern limitiert die zukünftige Weiterentwicklung des Labors und führt zu evolutivem Stillstand.

Skalierung durch Digitalisierung

Das LIMS ist die Software zur Ressourcenplanung (ERP-Software) für das Labor und unterstützt als solche alle Laborprozesse. Die Fähigkeit eines LIMS, sich an sich ändernde Laborprozesse anpassen zu können, ist eine fundamentale Voraussetzung für deren Digitalisierung. Sie bildet beispielsweise die Grundlage, um das Probenvolumen mit dem gleichen Personalbestand zu vervielfachen. Digitalisierung führt zu einer engen Vernetzung von Menschen, Prozessen, Geräten und Daten.

Immer häufiger geht das Labor zur Probe

Integriert ein Labor die Auftraggeber in seine Labor­prozesse, kann es ihnen neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle anbieten. Aufgrund der digitalen Integration können Labormitarbeiter Daten leichter auswerten und dem Auftraggeber bessere und weitere Dienstleistungen anbieten, z. B. von einem Partnerlabor. In diesem Fall ist es sinnvoll, auch das Partnerlabor in die eigenen Prozesse zu integrieren. Indem ein Auftraggeber digitale Applikationen seinen eigenen Präferenzen entsprechend zusammenstellen kann, entspricht das ausführende Labor auch dem Wunsch nach stärkerer Individualisierung – und zwar sowohl bezogen auf physische Produkte wie auch auf Dienstleistungen.

Für ein erfolgreiches Gesamtkonzept sind physische und digitale Technologien aufeinander abzustimmen. Technologischer Fortschritt erlaubt es, gewisse Merkmale von Proben wie Temperatur, Druck, Farbe, Konzentration u. a. inline oder direkt vor Ort zu messen. Dies erfolgt direkt beim Auftraggeber, während lediglich die Resultate zum Labor übermittelt werden. Zur Bestimmung von Probenmerkmalen, die eine aufwändigere Vorbereitung erfordern, führt allerdings kein Weg daran vorbei, die Probe physisch ins Labor zu schicken. Die Probendaten sowie Zusatzinformationen (Sicherheitsdatenblätter, Spezifikation, Begleitinformationen) können automatisiert vom Kunden oder bei der Probenahme vor-Ort digital im LIMS erfasst werden. Entscheidend für die Zeit, bis eine Probe im Labor ankommt, ist die Logistik. Das Labor kann sie zur Kapazitätsplanung nutzen oder zur Vorbereitung der Analysen (just-in-time preparation). Sobald die Probe im Labor ankommt, werden die Daten im LIMS für die Probenaufbereitung und Analytik verwendet.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Gemeinsamer Zugriff auf Daten-Pool

Die Kompetenzen des Labors liegen nebst der Analytik in der Auswertung, Interpretation und Bewertung der vor Ort oder im Labor erzeugten Daten. Der Auftraggeber kann im LIMS den Fortgang der Analytik online verfolgen und erhält Zugriff auf die Proben­resultate. So ist er stets informiert und das Labor von Rückfragen entlastet. Er kann die Daten im LIMS auch selbständig auswerten und bei Bedarf die Expertise des Labors zuziehen. Erkenntnisse aus der Analytik können dazu führen, dass der Auftraggeber gewisse Prozesse anpasst. Dies kann sich wiederum auf die Prozesse des Labors auswirken. Ein wirksames LIMS muss in der Lage sein, die Dynamik der Beziehung von Labor und Auftraggeber mitzugehen, um die Anforderungen der Prozessdigitalisierung zukunftsfähig abzubilden.

Ergänzendes zum Thema
Zum Unternehmen

Die AAC Infotray AG entwickelt die Technologieplattform Limsophy. Sie fokussiert ihre Aktivitäten auf kundenspezifisch anpassbare Softwarelösungen für Service-, Betriebs- und F&E-Labore.

AAC Infotray auf der Analytica 2022: Halle B2, Stand 304

* Dr. Köbi Ehrensberger, Dr. Johannes Stadler, Mark Schneider AAC Infotray AG: 8400 Winterthur/Schweiz

(ID:48296613)