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Zusammenarbeit in Echtzeit Digitalisierung schließt Lücke zwischen Forschungs- und Entwicklungsteams

Von Mike Niekerk*

Um in der neuen Ära der Biotechnologie wettbewerbsfähig zu bleiben, sind drei entscheidende Faktoren erforderlich: schnellere Innovation, digitale Zusammenarbeit und schnelle Markteinführung. Cue Biopharma hat es geschafft, durch eine neue digitale Infrastruktur seine Forschungs- und Entwicklungsteams effizienter zu machen.

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Abb. 1: Digitalisierung ermöglicht schnellere Innovationen – auch in der Biotechnologie.
Abb. 1: Digitalisierung ermöglicht schnellere Innovationen – auch in der Biotechnologie.
(Bild: Benchling)

Die letzten 18 Monate haben die Erwartungen an die Biotechnologiebranche in die Höhe getrieben. Wissenschaftler haben sich zusammengetan, um Impfstoffe in Rekordgeschwindigkeit zu entwickeln und den Ton für die Zukunft der Forschung anzugeben. Es ist jedoch nicht einfach, Innovationen und Markteinführungen zu beschleunigen. Um die Herausforderungen zu meistern, muss der gesamte Forschungs- und Entwicklungszyklus (F&E) analysiert werden, um zu bewerten, wie die Teams zusammenarbeiten – oder eben nicht. Obwohl Forschungs- und Entwicklungsprozess in der Biowissenschaft eng miteinander verknüpft sind, gibt es oft eine Diskrepanz in der Arbeitsweise und Zusammenarbeit. Cue Biopharma ist ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das diese Lücke erfolgreich geschlossen hat. Denn als es sich zu einem Unternehmen für klinische Testphasen weiterentwickelt hat, benötigte es eine moderne Datenmanagement-Infrastruktur, um den beidseitigen Informationsaustausch zwischen Forschung und Entwicklung zu ermöglichen.

Um die Innovation im F&E-Bereich zu beschleunigen, müssen Life-Science-Unternehmen drei wichtige Schritte befolgen (s. LP-Info-Kasten):

Ergänzendes zum Thema
LP-Info: In drei Schritten zur Digitalisierung
  • Den digitalen Reifegrad bestimmen: Untersuchen Sie Ihre derzeitigen Praktiken bei der Datenverwaltung und den Laborprozessen. Dies führt zu einem besseren Verständnis der vor Ihnen liegenden Hürden.
  • Ziele festlegen: Legen Sie messbare Ziele fest, die durch eine digitale Lösung verbessert werden sollen. Das können beispielsweise Kennzahlen wie die Gesamtzeit für die Suche nach Daten oder die Durchlaufzeit für eine allgemeine Testanfrage sein.
  • Die Auswirkung auf das Unternehmen messen: Messen Sie die Auswirkungen auf Ihr Unternehmen durch eine Befragung der Anwender vor und nach der Implementierung der digitalen Lösung, um die Verbesserungen im Unternehmen über einen bestimmten Zeitraum zu bewerten.

Die Grundlage von F&E erneuern

Die Grundlagen und wichtigsten Methoden der Life-Science-Forschung und -Entwicklung haben sich nicht stark genug verändert. Die Digitalisierung war vor etwa zehn Jahren der erste Schritt zu einer schnelleren, effizienteren und erfolgreicheren Arzneimittelentwicklung und zur Entdeckung wichtiger wissenschaftlicher Durchbrüche. Analoge Daten wurden allmählich digitalisiert. Daten wurden nicht mehr auf Papier, sondern in Excel erfasst und es erfolgte der Übergang zu elektronischen Labornotizbüchern (ELN), Labor-Informations-Management-Systemen (LIMS) und Labor-Ausführungs-Systemen (LES). Die Realität sieht jedoch so aus, dass F&E-Teams selbst ein Jahrzehnt später immer noch auf Excel, E-Mail und sogar Papiernotizbücher zurückgreifen und daneben noch uneinheitliche Insellösungen für ELN, LIMS und LES haben. Dies führt dazu, dass Silos entstehen, die die Zusammenarbeit zwischen den F&E-Teams erschweren.

F&E-Prozesse lassen sich jedoch sehr gut digitalisieren. Dies beginnt mit einer detaillierten Überprüfung der grundlegenden Prozesse, um die Zusammenarbeit zu verbessern und zu fördern. Das Ziel sind die Straffung von Arbeitsabläufen, die Automatisierung zeitintensiver Aufgaben und die Identifizierung von Tools, die eine digitale Transformation von F&E-Teams tatsächlich ermöglichen.

Prozesse und Datenanalysen standardisieren

Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Forschenden wird durch die Standardisierung von Arbeitsabläufen erreicht. Neue wissenschaftliche Techniken wie CRISPR, ermöglichen die Entwicklung neuer Produkte, Behandlungen und Verfahren in Branchen wie Biopharmazie, Landwirtschaft und Chemie. Die Unternehmen generieren exponentiell mehr F&E-Daten aus ihren Experimenten. Diese Daten sind jedoch nur dann nützlich, wenn sie standardisiert und leicht zugänglich sind. Üblicherweise sind solche wichtigen Informationen in unterschiedlichen Systemen und Datenbanken gespeichert. Das macht eine gemeinsame Nutzung von Daten umständlich und ineffizient. Das Problem verschärft sich bei der Arbeit mit weltweit verteilten Teams und wurde während der Pandemie besonders deutlich, da Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten mussten.

Der Datenaustausch zwischen Forschungs- und Entwicklungsteams erfordert heute oft, dass Wissenschaftler Daten manuell bearbeiten, wenn sie wichtige Zusammenhänge erkennen wollen. Es liegt auf der Hand, dass das Hinzufügen eines neuen Systems dazu führen kann, dass alte Daten verstreut, verloren oder vergessen werden. Die Nachverfolgung von Ergebnissen, die Vereinheitlichung von Versuchsdurchführungen und die Qualitätskontrolle werden dadurch erschwert.

Die Art und Weise, wie Erkenntnisse dokumentiert werden, muss grundlegend überarbeitet werden. Der Einsatz einer einheitlichen F&E-Plattform, die speziell für die Komplexität moderner wissenschaftlicher Forschung entwickelt wurde, ist eine der besten Möglichkeiten, die Produktivität deutlich zu steigern und die Fristen sowohl für Forschungs- als auch für Entwicklungsteams zu verkürzen.

Führungskräfte müssen Zusammenarbeit fördern

Bei der Arbeit zwischen Forschungs- und Entwicklungsteams mangelt es v. a. an einer nahtlosen Zusammenarbeit. Die Pandemie hat Bereiche aufgezeigt, die die Innovation in der Branche stark behindert haben, z. B. die Zugänglichkeit von Daten, die bei der Entwicklung der Covid-19-Impfstoffe entscheidend war.

Die meisten Führungskräfte in der Biopharmazie sind der Meinung, dass die Modernisierung des Datenmanagements unerlässlich ist. Laut einer aktuellen Accenture-Umfrage unter rund 250 Führungskräften der Pharmaindustrie sind 72 Prozent der Meinung, dass die Digitalisierung für das Erreichen von F&E-Meilensteinen entscheidend ist. Dennoch setzen nur 36 Prozent der Unternehmen dies aktiv um. Zum Teil liegt es daran, dass einige Erstanwender Schwierigkeiten haben, die positiven Veränderungen einer solchen Investition zu erkennen.

Um einen echten Wandel in der Branche herbeizuführen, müssen die Führungskräfte der F&E-Abteilungen die Arbeitsabläufe konsolidieren und eine Kultur der Zusammenarbeit fördern. Silos lassen sich nicht von heute auf morgen beseitigen. Die Teams müssen erst mit den richtigen Werkzeugen und Ressourcen ausgestattet werden, damit sie ein gemeinsames Ziel verfolgen können: Durchbrüche in der wissenschaftlichen Forschung erzielen, um Innovationen voranzutreiben.

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