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Chemisches Element Element 112 heißt Copernicium

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Das am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entdeckte chemische Element 112 wurde am 12. Juli 2010 auf den Namen Copernicium getauft. Mit dem Namen des Elements wird der große Astronom Nikolaus Kopernikus (1473-1543) geehrt.

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Blick in den 120 Meter langen Linearbeschleuniger der GSI, der zur Erzeugung der Ionenstrahlen genutzt wird.
Blick in den 120 Meter langen Linearbeschleuniger der GSI, der zur Erzeugung der Ionenstrahlen genutzt wird.
( Bild: G.Otto, GSI )

Darmstadt – Das Element 112 wurde von einem internationalen Team von Wissenschaftlern um Professor Sigurd Hofmann am GSI Helmholtzzentrum entdeckt und hat den offiziellen Namen Copernicium mit dem chemischen Symbol „Cn“. Der Name zu Ehren von Nikolaus Kopernikus steht in einer langen Tradition, chemische Elemente nach verdienstvollen Wissenschaftlern zu benennen. Kopernikus’ astronomische Arbeiten waren Ausgangspunkt für das heutige moderne Weltbild, nach dem die Erde mit allen anderen Planeten um die Sonne kreist und somit die Sonne der Mittelpunkt unseres Sonnensystems ist.

„Sigurd Hofmann und sein internationales Team sind seit Jahrzehnten Weltspitze in der Erforschung superschwerer Elemente. Die heutige Taufe des Elements 112 ist ein weiterer Beweis dafür. GSI wird die Jagd nach noch schwereren Elementen mit verbesserten und neuen Messaufbauten fortsetzen, um bis ans Ende des Periodensystems vorzustoßen“, sagt Professor Horst Stöcker, der wissenschaftliche Geschäftsführer von GSI.

Die Wissenschaftler um Sigurd Hofmann konnten am 9. Februar 1996 zum ersten Mal ein Atom des Elements Copernicium erzeugen. Mit der über hundert Meter langen GSI-Beschleunigeranlage beschossen sie eine Blei-Folie mit geladenen Zink-Atomen. Durch Verschmelzung der Atomkerne der beiden Elemente entstand ein neues Atom, das Element 112. Dieses Atom ist nur Bruchteile von Sekunden stabil. Die beim Zerfall des Elements ausgesandte Strahlung nutzten die Wissenschaftler, um das neue Element zu identifizieren.

Von der IUPAC offiziell anerkannt

Die Entdeckung des Elements wurde in unabhängigen Experimenten auch an anderen Forschungseinrichtungen bestätigt. Letztes Jahr hat die zuständige internationale Chemikerunion IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry) die Existenz des Elements 112 endgültig anerkannt. Sie sprach dem Team am GSI Helmholtzzentrum das Entdeckerrecht zu und forderte die Forscher auf, einen Namen vorzuschlagen.

Mit der Benennung des Elements 112 haben die GSI-Wissenschaftler nunmehr dem sechsten der von ihnen entdeckten Elemente einen Namen gegeben. Die anderen fünf wurden wie folgt benannt: Bohrium für Element 107, Hassium für Element 108, Meitnerium für Element 109, Darmstadtium für Element 110 und Roentgenium für Element 111.

An den GSI-Experimenten, die zur Entdeckung von Element 112 führten, waren 21 Wissenschaftler aus Deutschland, Finnland, Russland und der Slowakei beteiligt. Die Wissenschaftler am GSI möchten herausfinden, welches das schwerste Element überhaupt ist und wo das Periodensystem endet. So können sie grundlegende Erkenntnisse über den Aufbau der Materie und die Entstehung der Elemente als Voraussetzung für unser Leben gewinnen.

Roland Koch ist Taufpate

„Nicht nur an Festtagen wie heute müssen wir feststellen, dass bei der seinerzeit in den 1960er Jahren getroffenen Entscheidung, das GSI als gemeinsames Projekt von Bund und Land ins Leben zu rufen, die richtigen Menschen mit den richtigen Ideen und den richtigen Visionen zusammengekommen sind. Das Institut ist als anerkannter Treffpunkt für weltweit anerkannte Wissenschaftler zu einem Selbstläufer geworden, auf den wir stolz sind und von dem wir lernen, wie wir durch zielgerichtete Wissenschaftsförderung Innovation auslösen und verwertbar machen können“, sagte der Hessische Ministerpräsident Roland Koch, der die Festrede anläßlich der Namensgebung hielt. Außerdem überbrachten der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Helge Braun, der Staatsekretär im polnischen Wissenschaftsministerium Jerzy Szwed und die Hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann Grußworte aus ihren Ministerien.

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