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Nachwuchsprobleme Fachkräftemangel im Labor: Stereotype als Hürde für Bewerber

Quelle: Pressemitteilung

Eine Umfrage des Hamburger Laborprodukteherstellers Starlab International unter 2.000 Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich zeigt: Zwar halten viele Laborjobs für sinnhaft, sicher und systemrelevant – allerdings fehlt den meisten eine genaue Vorstellung und der Zugang zu dem Thema.

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Mangelnder Zugang zu dem Thema ist eine der größten Hürden für junge Menschen, wenn es darum geht, eine Laufbahn im Labor zu ergreifen.
Mangelnder Zugang zu dem Thema ist eine der größten Hürden für junge Menschen, wenn es darum geht, eine Laufbahn im Labor zu ergreifen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Hamburg – So unterschiedlich und vielfältig Berufe im Labor sind, so sehr verbinden viele Jugendliche das Betätigungsfeld im Labor mit dem Job des medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten. An erster Stelle assoziieren sie mit der Laborarbeit die Analyse von Blut und Urin in einer Arztpraxis (58 %), als Zweites den Nachweis von Mikroben im Trinkwasser (49 %), gefolgt von der Erfindung des nächsten mRNA-Impfstoffs (37 %). Am wenigsten dagegen verbinden sie mit der Arbeit die Heilung von Krebs (27 %). „Ein Grund des Nachwuchsmangels scheint, dass die Mehrheit mit der Arbeit im Labor nur ein stereotypes Berufsbild assoziiert. Es ist das Bild, das sie bei fast jedem Arztbesuch sehen können und aus dem Fernsehen kennen. Außerdem denken viele Jugendliche, dass die Arbeit im Labor nur mit sehr guten Noten erreichbar ist“, kommentiert Starlab-CEO Klaus Ambos. Die Umfrage zeigt: Knapp vier von zehn Jugendlichen (37,2 %) machen eine berufliche Laufbahn im Labor von den Noten abhängig.

Ungenutzte Chance: die Corona-Pandemie

Die seit zwei Jahren andauernde Corona-Berichterstattung rund um PCR-Tests, Testmangel und überlastete Labore hat kaum dazu beigetragen, dass Schüler und Schulabgänger Labor- und Wissenschaftsberufe verstärkt auf dem Schirm haben oder attraktiver finden. Im Gegenteil: 22 % der Befragten erklären, dass sie genauso viel über die Arbeit in den Laboren wissen wie vor Corona. Weitere 12 % geben an, überhaupt kein Bild von der Arbeit in den Laboren zu haben. „Vom Zukunftsfeld Digitalisierung über die aus ökologischer und nun auch politischer Sicht unumgängliche Energiewende und Themen wie Klimawandel, Biodiversität oder Ressourcen- und Lebensmittelknappheit bis hin zu demografischen Herausforderungen: Vielen Jugendlichen ist gänzlich unbewusst, dass alle großen Zukunftsthemen naturwissenschaftlicher Lösungen bedürfen“, sagt Ambos. Ihm zufolge könnten die ungenutzten Chancen zur Rekrutierung von Fachkräften dem Forschungsstandort Deutschland – auch im internationalen Wettbewerb – auf lange Sicht zum Verhängnis werden.

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Systemrelevanz: sinnhafte Arbeit mit viel Verantwortung

Mehr Sinn, mehr Gemeinwohl, mehr Selbstbestimmung: Die Erfindung des mRNA-Impfstoffs könnte zwar als Inbegriff für die beruflichen Präferenzen der Generation Z gelten. 75,2 % der Teens halten die Tätigkeiten im Labor für sinnhaft. Weitere 71,4 % messen den Jobs viel Verantwortung zu. Das spiegelt sich aber nicht in den Bewerberzahlen wider. Demnach fehlen laut MINT-Report des Instituts der Deutschen Wirtschaft aktuell rund 280.000 Fachkräfte. „Wir verzeichnen seit fünf Jahren rückläufige Bewerberzahlen“, sagt auch Dr. Oliver Zschenker, Schulleiter der School of Life Science Hamburg. Weder die Corona-Pandemie noch namhafte Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz für den Biontech-CEO Ugur Sahin haben daran etwas geändert. Dabei hat sich die Corona-Pandemie laut Starlab-Umfrage ganz klar auf die Berufswahl der Jugend ausgewirkt. 29 % der Teenager haben eine andere berufliche Präferenz als vor der Pandemie. Sieben von zehn (70,9 %) Jugendlichen erklären, dass ihnen die Arbeit im Labor Spaß bereiten würde.

Mehr MINTspiration braucht die Jugend

Laut der Starlab-Erhebung muss es gelingen, die kindliche und jugendliche Begeisterung für die MINT-Fächer in berufliche Lebenswege in den Life Sciences zu übertragen. Die Ausgangslage ist vielversprechend. Für 23,2 % der befragten Jugendlichen in Deutschland steht das Themengebiet MINT in der Schule vor Deutsch, Fremdsprachen, Sport, den musischen oder gesellschaftswissenschaftlichen Fächern. Innerhalb der MINT-Gruppe geben vier von zehn (39,7 %) an, durch die eigene Neigung zum Thema MINT auf die Fächer aufmerksam geworden zu sein, dicht gefolgt von den Lehrern (28,4 %). An dritter Stelle folgen die Medien mit knapp 15,5 % in Form von bekannten Wissenschaftlern (5,2 %), Social-Media-Influencern (6,9 %) und charismatischen Persönlichkeiten wie etwa Bill Gates oder Elon Musk (3,4 %). Mit 12,5 % folgt anschließend das direkte Umfeld der Jugendlichen in Form von Familie (7,3 %) und Freunden (5,2 %), das die Teenager auf die MINT-Themen aufmerksam gemacht haben.

Eine ähnliche Statistik zeigen auch die Einflussfaktoren bei der Berufswahl der Jugendlichen. Sieben von zehn Befragten (70,1 %) treffen ihre Berufswahl aufgrund persönlicher Interessen und Neigungen. Die Hälfte (50,9 %) gibt an, durch die Familie beeinflusst zu werden. Auf den Plätzen drei und vier rangieren dagegen die Impulse aus der Kindheit in Form von Büchern, Idolen und Spielzeugen (40,7 %) sowie die Schule (40,3 %). „Die Umfrageergebnisse lassen die Vermutung zu, dass die Jugendlichen an einem gewissen Punkt im Schulalter das intrinsische Interesse für MINT verlieren und den Karriereverlauf anhand von Kriterien wie Renommee, Gehalt und Work-Life-Balance bestimmen. Um den Forschungsstandort Deutschland und die hiesige Life-Science-Branche am Leben zu erhalten, ist es umso wichtiger, die ohnehin kaum sichtbaren Berufe im Labor sichtbarer zu machen. Die Begehung des Welttages des Labors am 23. April, der in vielen anderen Ländern längst ein wichtiger Aktionstag ist, wäre ein guter Anfang“, resümiert Klaus Ambos.

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