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Krebsmedikamente Forschung an den Krebsmedikamenten der Zukunft

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Deutsche Pharmaunternehmen investieren jedes Jahr viele Milliarden Euro in die Forschung an Krebsmedikamenten. Mittlerweile werden hier auch immer neue Therapiewege getestet. Einige Beispiele hierzu gibt Ihnen der folgende Beitrag.

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„Viele der künftigen Medikamente gehen völlig neue Wege. Sie setzen an Stellen im Krankheitsgeschehen an, die bisher noch nicht therapeutisch genutzt wurden“, sagt Susan E. Knoll, Geschäftsführerin Kommunikation des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen. (Bild: vfa)
„Viele der künftigen Medikamente gehen völlig neue Wege. Sie setzen an Stellen im Krankheitsgeschehen an, die bisher noch nicht therapeutisch genutzt wurden“, sagt Susan E. Knoll, Geschäftsführerin Kommunikation des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen. (Bild: vfa)

Berlin – „Jedes dritte Projekt unserer Forscher ist gegen Krebs gerichtet - diese Geißel, die bald die weltweit häufigste Todesursache werden dürfte. Dabei haben die neuen Medikamente der letzten zehn Jahre die Behandlung vielfach schon weit wirksamer gemacht, doch besiegen lässt sich der Krebs damit noch nicht. Aber Pharmafirmen arbeiten schon an der nächsten Welle von Medikamenten zu seiner Bekämpfung.“ Das erklärte Susan E. Knoll, Geschäftsführerin Kommunikation des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) anläßlich des Weltkrebstages am 4. Februar.

„Etliche Medikamente, die jetzt getestet werden, kommen aus deutschen Labors unserer Mitgliedsfirmen, darunter Großunternehmen und Biotech-Startups“, erläuterte Knoll. "Für sie ist Deutschland ein wichtiger Forschungsstandort. Wir begrüßen es, dass das Bundesforschungsministerium mit dem Deutschen Konsortium für translationale Krebsforschung auch das akademische Umfeld dafür stärken wird."

„Viele der künftigen Medikamente gehen völlig neue Wege. Sie setzen an Stellen im Krankheitsgeschehen an, die bisher noch nicht therapeutisch genutzt wurden und dürften uns wieder dem Ziel näher bringen, Tumorzellen im Körper so in Schach zu halten, dass sie keinen Schaden mehr anrichten.“

Inhibitoren, Antagonisten und therapeutische Krebsimpfstoffe

Bei den meisten Krebszellen versagen die "Selbstkontrollen", die es schadhaften Zellen eigentlich verbieten, sich zu vermehren. Künftige Medikamente vom Typ CDK-Inhibitoren sollen diese Kontrollen wieder herstellen. Sie sind nach Komponenten des zellulären Kontrollmechanismus benannt, den Cyclin-abhängigen Kinasen (CDK).

Eine andere Gruppe neuer Medikamente, die HDAC-Inhibitoren, arbeiten als eine Art Schlüsseldienst. Sie verschaffen Krebszellen wieder Zugang zu den Genen, die sie für ein Funktionieren als normale Zelle benötigen, von denen sie sich aber selbst ausgesperrt haben. HDAC steht dabei für Histon-Deacetylasen. Ein erster HDAC-Inhibitor ist für eine seltenere Form von Hautkrebs schon zugelassen, weitere sollen folgen.

Mit Ausläufern – so genannten Integrinen – halten Zellen normalerweise Kontakt zu ihrem Umfeld und stellen sicher, dass sie sich nur in ihrem Heimatgewebe vermehren. Tumorzellen können die Integrine jedoch missbrauchen, um sich aus ihrem Zellverband zu lösen, andernorts Tochtergeschwulste zu gründen und dort die Bildung neuer Blutgefäße zu veranlassen. Um sie daran zu hindern, haben Pharmaunternehmen Integrin-Inhibitoren erfunden und erproben sie in klinischen Studien.

Ganz anders sollen Medikamente vom Typ CTLA-4-Antagonisten wirken: Sie aktivieren Killerzellen – besondere Abwehrzellen des körpereigenen Immunsystems – die Krebszellen vernichten können. Manche Krebszellen schaffen es, sie „einzuschläfern“, sodass sie die Aktivierung durch einen CTLA-4-Antagonisten benötigen. Ihren Namen verdanken sie dem Protein CTLA-4 auf der Oberfläche der Killerzellen, an das sie sich binden. Ob sich der Behandlungsansatz bewährt, wird derzeit in klinischen Studien überprüft.

Einen weiteren Weg, um Abwehrzellen auf den Tumor zu lenken, eröffnen therapeutische Krebsimpfstoffe. Sie enthalten meistens Proteine, die für die jeweilige Krebsart (z.B. Lungenkrebs) typisch sind - quasi als Phantombild für die Polizeifahndung des Immunsystems. Dieses lernt durch den Impfstoff alle Zellen zu attackieren, die über solche Proteine verfügen und kann so andere Behandlungsmethoden unterstützen.

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