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Ausbreitung von Mikroplastik Kaiserpinguine als Hoffnungsschimmer: Noch kein Mikroplastik im Magen

Quelle: Pressemitteilung Universität Basel

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Sind sie die letzte unberührte Bastion der Tierwelt? Kaiserpinguine sind laut einer aktuellen Studie noch frei von Mikroplastik. Dies ergab zumindest die Analyse des Mageninhalts von 41 Tieren.

Junge Kaiserpinguine nehmen bis jetzt noch kein Mikroplastik durch ihre Nahrung auf.
Junge Kaiserpinguine nehmen bis jetzt noch kein Mikroplastik durch ihre Nahrung auf.
(Bild: Céline Le Bohec)

Basel/Schweiz – Erfreuliche Nachrichten aus der Antarktis: Forscher haben Kaiserpinguine untersucht und in den Mägen der Tiere kein Mikroplastik gefunden. Für ihre Studie überprüften die Wissenschaftler der Universität Basel und des Alfred-Wegener-Instituts eine Kolonie von Kaiserpinguinen in der abgelegenen Atka-Bucht am nordöstlichen Rand des Ekström-Schelfeises. „Dort gab es bereits Untersuchungen von Wasserproben, in denen wir Mikroplastik gefunden haben, wenn auch nur in niedrigen Konzentrationen“, sagt Clara Leistenschneider, Doktorandin am Departement Umweltwissenschaften der Universität Basel. Die Auswirkungen der Verschmutzung auf die dort lebenden Tiere war jedoch noch weitgehend unerforscht.

Um herauszufinden, wie stark kleinste Plastikteilchen die Nahrung der Kaiserpinguine verschmutzen, analysierten die Forscher den Mageninhalt von 41 jungen, natürlich verstorbenen Pinguinen. Sie identifizierten 85 potenzielle Kunststoffpartikel bis zu einer Größe von einem halben Millimeter visuell unter dem Mikroskop und bestimmten mittels Spektralanalyse die Eigenschaft der Teilchen.

Überraschenderweise war keines dieser Partikel tatsächlich Mikroplastik. Die Funde waren entweder eines natürlichen Ursprungs wie Tierhaare und Pflanzenfasern, oder es handelte sich um Kontaminationen aus der Probenvorbereitung, z. B. Kleidungsfasern und Partikel aus der Luft, die in die Proben gelangt waren. Im Mageninhalt der Tiere fanden die Forscher keine synthetischen Polymere, wie sie im Fachjournal „Science of the Total Environment“ berichten.

Ungewisse Zukunft

Trotz dieser positiven Ergebnisse bleibt die Zukunft der Pinguinkolonie ungewiss. Ein Anstieg von Tourismus und Fischerei im Südpolarmeer kann zu einer Erhöhung lokaler Mikroplastikquellen führen. Strömungen können zudem Material aus den nördlichen Meeren in die Antarktis transportieren. Je mehr Müll in die Weltmeere gelangt, desto wahrscheinlicher wird eine Kontamination des Nahrungsnetzes der Tiere.

„Es ist für die Antarktis aber noch nicht zu spät“, betont Doktorandin Leistenschneider. Um den Zufluss von Plastikmüll in unsere Meere, und schließlich auch in die Antarktis, zu verringern, müssten Maßnahmen an den Quellen ergriffen werden. Die Belastung kann zum Beispiel durch Recycling und korrekte Müllentsorgung reduziert werden. Um den Prozess der Kontamination längerfristig verfolgen zu können, plant das Alfred-Wegener-Institut regelmäßige Monitoring-Studien mit den Kaiserpinguinen in der Atka-Bucht.

Originalpublikation: Clara Leistenschneider et al.: No evidence of microplastic ingestion in emperor penguin chicks (Aptenodytes forsteri) from the Atka Bay colony (Dronning Maud Land, Antarctica), Science of the Total Environment Volume 851, Part 2, 10 December 2022; DOI: 10.1016/j.scitotenv.2022.158314

(ID:48624685)

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