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Höchste Konzentration für höchste Sicherheit

Kein Staub erlaubt – Herausforderung Reinraum

| Autor / Redakteur: Joanna Wiewiorska* / Christian Lüttmann

Die Reinigung von Hightech-Laboren erfordert präzises und konzentriertes Arbeiten.
Die Reinigung von Hightech-Laboren erfordert präzises und konzentriertes Arbeiten. (Bild: Benjamin Doerr)

Nicht nur sauber, sondern rein: Nach diesem Motto kümmern sich Fachkräfte der Wisag Industrie Service seit 2002 um die Reinigung am Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik (IAF) in Freiburg. In Laboren und Reinräumen treten sie an gegen Legionellen, Staub und den größten Schmutzherd: den menschlichen Körper.

Staub und Dreck: Zu Hause verwenden wir mehr oder weniger Zeit damit, diese zu beseitigen – je nachdem, wie penibel wir beim Thema Putzen sind. Doch stellen Sie sich einmal vor, Sie leiten ein Labor, in dem moderne Mikrochips und elektronische Hightech-Bauteile entwickelt werden. Was Sie dann um jeden Preis verhindern wollen, sind verunreinigte Anlagen. Denn jedes Staubkorn kann den Ablauf der Chip-Herstellung gefährden und so enorme Kosten verursachen. Mit genau dieser Gefahr sieht sich das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik (IAF) in Freiburg konfrontiert. Für Reinräume sowie Lüftungsanlagen und Rückkühlwerke gibt der Verein Deutscher Ingenieure hohe Standards an Betrieb, Messtechnik und Überwachung vor. Um diese zu erfüllen, hat das IAF die Fachleute der Wisag zur Unterstützung geholt und mit der technischen Reinigung sowie der Unterhaltsreinigung beauftragt.

„Die Auslagerung an einen Dienstleister verbessert die Kostenkontrolle und sorgt für Planungssicherheit“, sagt Daniel Uebelacker, Gruppenleiter Institutsdienste, Abteilung Technische Dienste. Die Wisag hat sich über eine öffentliche Ausschreibung des IAF qualifiziert und ist nun vorerst für ein Jahr für die Unterhalts- und Glasreinigung am Institut zuständig.

Mit dem richtigen Gespür für jede Anlage

Fachliches Know-how und ein Auge für Details sind bei dem Auftrag am IAF essenziell. Denn ein einziger Fehler, ist er noch so klein, kann schnell einen erheblichen Schaden verursachen. „Typisch für ein Forschungsinstitut ist, dass in den Laboren und Reinräumen Anlagen und Prozesse laufen, die es in dieser Art nur einmal gibt“, betont Jorge Goncalves da Silva, Bereichsleiter bei der Wisag. Die Mitarbeiter müssen also flexibel sein und sich stets auf die neuen Anforderungen einstellen.

Besondere Vorsicht ist bei den in den Forschungsanlagen gelegten Leitungen geboten – sowohl bei der technischen Reinigung als auch in der Unterhaltsreinigung der hochkomplexen Reinräume. „Reinräume sind voller Versorgungstechnik. Die Gefahr, die filigranen Installationen zu verletzen, ist groß“, betont da Silva. So arbeitet das Wisag-Team in der technischen Reinigung mit speziell dafür entwickelten Tüchern und Industriesaugern mit hocheffizienten Partikelfiltern, so genannten HEPA-Filtern. Auch in der Unterhaltsreinigung wird besonderes Werkzeug benötigt: Reinraum-Mops aus geeigneten Mikrofilamenten und Isopropanol als fettlösendes und desinfizierendes Reinigungsmittel.

Besondere Anforderungen im Reinraum

Eine anspruchsvolle Herausforderung bei den Reinräumen nach ISO 14644-1 ist die sehr hohe Reinraumklasse (s. Ergänzendes zum Thema). Ganze 95 Prozent der Reinräume im Bereich der Halbleiter laufen im Überdruck. Auf die Art wird der Eintrag von Partikeln aus dem Außenbereich vermieden. So müssen die Wisag-Experten nicht nur bedächtig arbeiten, sondern auch ihre Feinmotorik unter Beweis stellen. „Je kleiner die Klasse, desto größer der Aufwand. Während wir normalerweise gerne schnell sehr viel leisten, müssen schnelle Bewegungen hier unbedingt vermieden werden“, erklärt der Projektleiter.

Ergänzendes zum Thema
 
Reinraumklassen & Partikelmessung

Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter einen aufwändigen Schleusen-Prozess durchlaufen, um überhaupt in einen Reinraum gelangen zu dürfen. Den Grund erklärt da Silva: „Der Mensch trägt das größte Risiko der Verunreinigung. Durch Make-up oder das Rauchen von Zigaretten setzen sich Partikel auf Kleidung, Haut und Haaren ab." Deshalb muss jeder Mitarbeiter nicht nur Kopfbedeckung tragen, sondern auch einen Overall, Reinraumschuhe und Handschuhe.

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