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Wussten Sie, dass... Labor-Bouletten und Mammut-Fleischbällchen

Von Christian Lüttmann 2 min Lesedauer

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Wann kam der erste Burger mit Laborfleisch auf den Teller? Wie hat die F-Gas-Verordnung zum Ende der Pommes im Bahn-Bordbistro geführt? Und warum schrumpft der Mond? Das und mehr Kurioses und Verblüffendes aus der Wissenschaft finden Sie hier zum Stöbern, Staunen und Schmunzeln.

Kulturfleisch aus der Petrischale könnte den Bedarf an Massentierhaltung eines Tages reduzieren (Symbolbild).(Bild:  KI-generiert)
Kulturfleisch aus der Petrischale könnte den Bedarf an Massentierhaltung eines Tages reduzieren (Symbolbild).
(Bild: KI-generiert)

Wussten Sie, dass der erste Burger aus Laborfleisch schon 2013 auf den Teller kam? Bestehend aus kultivierten Muskelzellen, Roter Beete für die Farbe, Gewürzen und Semmelbröseln; produziert innerhalb von drei Monaten – alles andere als Fast Food. Und alles andere als günstig: Die Herstellungskosten dieses ersten Burgers beliefen sich auf 250.000 Euro.

Heute sieht es schon anders aus. Technische Fortschritte in der Produktion haben die Kosten deutlich gesenkt. So konnte das amerikanische Lebensmitteltechnologie-Unternehmen Eat Just bereits kultivierte Hähnchenspieße für unter 14 Euro anbieten – in Singapur erhielt das Laborfleisch im Dezember 2020 die Zulassung.

Regulation bremst Laborfleisch in der EU

In der EU sind wir noch nicht so weit. Hier regelt die Novel Food Verordnung, welche neuartigen Lebensmittel für den menschlichen Verzehr zugelassen werden. Und das nimmt Zeit in Anspruch. Dazu kommen ethische Bedenken, Fragen zur Nachhaltigkeit und zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit sowie zur Kennzeichnung und Transparenz von Fleisch aus Zellkultur. Neben diesen Unsicherheiten bietet Laborfleisch aber auch zahlreiche Chancen.

Potenzielle Vorteile von Cultured Meat

Es könnte eine nachhaltige Alternative zu Fleisch aus Massentierhaltung werden. Gerade Rindfleisch hat in der klassischen Produktion per Viehzucht einen hohen CO₂-Fußabdruck, benötigt große Mengen an Wasser sowie Landfläche. Eine ausgereifte und hochskalierte Laborfleisch-Produktion könnte sich hier bezahlt machen.

Auch das Versprechen, Tierleid zu lindern, kann Laborfleisch mittlerweile einlösen. War zunächst noch fetales Kälberserum notwendig, für dessen Gewinnung Kühe und deren ungeborene Kälber getötet werden mussten, gibt es heute erste Nährmedien auf pflanzlicher Basis. Und auch, wenn aktuell das Imitieren der Fleischkonsistenz noch eine große Herausforderung ist – aus gutem Grund sind die meisten Kulturfleisch-Produkte Burger-Patties oder Chicken Nuggets aus gehacktem Fleisch – gelingt die Nachbildung immer besser. In Kulturfleisch können zudem gezielt Fett- und Proteingehalt eingestellt werden, Vitamine zugegeben und weitere Nährstoffe nach Maß zugegeben werden. Rein ernährungsphysiologisch lässt sich so ein sehr hochwertiges Produkt erstellen.

Für eine Marketing-Kampagne hat das australische Unternehmen Cultured Meat sogar „Mammut-Fleischbällchen“ produziert: kultiviertes Fleisch, basierend auf Mammut- und Elefanten-Genen. Ob das noch mit gutem Geschmack vereinbar ist, sei dahingestellt. Klar ist: für dieses Fleischbällchen musste kein Tier sterben – zumindest nicht in den letzten 4.000 Jahren.

Weitere Infos zum Thema:

Deutschlandfunk: Vom In-vitro-Burger zur Bulette für alle, 9. August 2023

GFI Europe: Der erste kultivierte Burger wird zehn Jahre alt, 5. August 2023

BZFE: Fleisch und Fisch aus dem Bioreaktor, 24. März 2026

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