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Digitalkonferenz im September Live und in Farbe: Digitaler „Zwischenstopp“ für die Labvolution

Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Pandemiebedingt legt die Labvolution in diesem Jahr einen „Zwischenstopp“ ein. Mit der smartlab connects haben die Veranstalter der Fachmesse jedoch ein digitales Konferenzformat erarbeitet, das einiges erwarten lässt. Die drei Fokusthemen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Pandemie werden dabei in drei parallenen Live-Streams bespielt.

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Vom 07. bis 08. September 2021 findet erstmalig die smartlab connects als digitales Konferenzformat der Labvolution statt. Fokusthemen: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Pandemie werden in drei Live-Streams an Drei Tagen bespielt. (Symbolbild)
Vom 07. bis 08. September 2021 findet erstmalig die smartlab connects als digitales Konferenzformat der Labvolution statt. Fokusthemen: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Pandemie werden in drei Live-Streams an Drei Tagen bespielt. (Symbolbild)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Hannover – Vom 07. bis 08. September 2021 findet erstmalig die smartlab connects als digitales Konferenzformat der Labvolution statt. Sie ist damit gewissermaßen der „digitale Zwischenstopp“ für die europäische Fachmesse für Laborausstattung und Optimierung von Labor-Workflows, die pandemiebedingt in diesem Jahr nicht als physische Veranstaltung in Hannover stattfinden kann. „Was wir im vergangenen Jahr leider lernen mussten ist: Kontaktsperre ist das Gegenteil von Messe“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG anlässlich der (digitalen) Pressekonferenz zur Labvolution und legte anschließend einen „sehr offenen Bericht aus dem Herz und aus dem Kopf eines Messemanagers mit einem sehr großen und einem sehr leeren Messegelände“ ab.

Doch als der erste Schock über weltweite Kontakt- und Reiseeinschränkungen überwunden war, „haben wir uns gemeinsam mit unseren Kunden überlegt, was können wir denn alternativ machen und wie können wir uns für die Zukunft aufstellen?“ In rasend schneller Geschwindigkeit gelang es der Deutschen Messe in Folge für die Hannover Messe im Frühjahr ein digitales Konzept zu erstellen, das bei 1800 Ausstellern und 90.000 registrieren Usern Anklang fand. „Wir haben gelernt“, sagt Köckler „wenn die Inhalte exklusiv sind und wenn sie live sind, erreichen wir die Besucher.“

Drei parallele Live-Streams

Und so wird auch auf der smartlab connects Anfang September ein attraktives Konferenzprogramm, mit namhaften Sprecher*innen und Expert*innen aus der Welt der Labortechnik an beiden Veranstaltungstagen aus der Media Factory auf dem Messegelände in Hannover online übertragen. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen wie bei der Labvolutiion auf den Themen

  • Digitalisierung,
  • Nachhaltigkeit und
  • Pandemie.

In drei parallelen Live-Streams können sich Interessierte aus allen Bereichen und Funktionen der Laborbranche in digitalen Foren, Workshops oder anhand der Produktinformationen der beteiligten Unternehmen und Institutionen informieren.

„Mit smartlab connects bieten wir erstmalig eine digitale Konferenzplattform für die Laborbranche und haben rund um den Markenkern der Labvolution ein qualitativ hochwertiges und informatives Programm mit attraktiven Beteiligungsmöglichkeiten für Unternehmen entwickelt", erklärt Köckler.

Ergänzendes zum Thema
Bewerben Sie sich für den Labvolution Award

Der Labvolution Award – Excellence in Laboratory Optimization wird in diesem Jahr am 8. September während der Smartlab connects verliehen. Sie haben in Ihrem Labor ein Optimierungsprojekt erfolgreich durchgeführt? Dann bewerben Sie sich bis zum 13. August für den Labvolution Award.

Bernd Heinold, Projektleiter Labvolution Smartlab connects bei der Deutschen Messe AG ergänzt: „Im engen Austausch mit dem Markt haben wir erkannt, dass eine weitere digitale Messe in der Laborwelt ohne Mehrwert wäre. Dieses Feedback haben wir bei der Entwicklung der Smartlab connects ins Zentrum unserer Überlegungen gestellt und in die Formatentwicklung einfließen lassen. Die Differenzierung gegenüber einer digitalen Messe wird auch durch das neue Label smartlab connects unterstrichen. Die thematische und inhaltliche Nähe zur Labvolution ist selbstverständlich gegeben."

Smartlab als fester Bestandteil

Das smartlab, welches seit 2015 im Mittelpunkt der Labvolution steht, ist auch fester Bestandteil der Digitalkonferenz im September. „Mit unserem langjährigen Partner, dem Institut für technische Chemie der Leibniz-Universität Hannover, entwickeln wir derzeit ein Programm, das sich mit Aspekten der Wirkstoff-/Impfstoffentwicklung, -produktion und -logistik beschäftigt", erklärt Heinold. „Im September können wir bereits auf eineinhalb Jahre Pandemie zurückschauen und werden im Rahmen von smartlab connects über Learnings aus der Pandemie diskutieren, um Handlungsfelder für die Zukunft ableiten zu können", erläutert Heinold die inhaltliche Ausrichtung.

Nach der Pandemie ist vor der Pandemie

Einen Vorgeschmack darauf gab es schon anlässlich der Pressekonferenz, auf der Prof. Dr. Stefan Dübel von der TU Braunschweig, einen vielversprechenden Wirkstoffkandidaten gegen Covid-19 vorstellte. Der vollständig menschliche, neutralisierende Antikörper Core101 soll eine passive Immuntherapie gegen Covid-19 ermöglichen und das – im Unterschied zu allen derzeit bereits verfügbaren Präparaten – bei bereits hospitalisierten, mittelschwer bis schwer an Covid-19 erkrankten Patienten.

Die Pandemie hat gezeigt, dass wir in Deutschland nicht nur am schnellsten Impfstoffe entwickeln können, sondern auch Therapeutika. Das sollte uns durchaus selbstbewusst machen.

Prof. Dr. Stefan Dübel, TU Braunschweig

Eine Phase I b2-Studie an mehreren deutschen Kliniken ist bereits gestartet. „Impfstoffe bleiben der wichtigste Pfeiler in der Pandemie-Bekämpfung“, sagte Dübel anlässlich der Pressekonferenz. „Aber Impfungen helfen nur Gesunden. Für an Covid-19 erkrankte besteht derzeit noch eine therapeutische Lücke, die wir mit Core101 schließen wollen. Der Antikörper wurde von der TU Braunschweig und der Ausgründung Yumab entwickelt. Eine weitere Ausgründung, Corat Therapeutics, betreibt die klinische Entwicklung. „Die Pandemie hat gezeigt, dass wir in Deutschland nicht nur am schnellsten Impfstoffe entwickeln können, sondern auch Therapeutika. Das sollte uns durchaus selbstbewusst machen“, meint Dübel.

Auch Dr. Peter Quick, Vorstandsmitglied im Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) und Vorstandssprecher der Fachabteilung Life Science Research (FA LSR) ist der Meinung „die Pandemie hat gezeigt: wir können alles.“ Was seiner Meinung nach hingegen völlig fehle, sei „ein Verständnis dafür, wie Impfstrategie und Teststrategien sinnvoll miteinander verbunden werden sollten.“ Um die Pandemie dauerhaft in den Griff zu bekommen, sei es dringend erforderlich, dass die Regierung geimpften Patienten, insbesondere solchen mit Vorerkrankungen und Immunsuppression, ein Angebot auf Antikörper-Testung mache. Darüber hinaus betonte Quick anlässlich der Pressekonferenz der Deutschen Messe zur Labvolution 2021 „brauchen wir jetzt die flächendeckende Implementierung eines abwasserbasierten molekularbiologischen SARS-CoV-2-Monitorings.“

Analytiktag und link_the_lab Teil der Konferenz

Im Rahmen der smartlab connects findet in diesem Jahr auch der Konferenzteil des Analytiktages des Instituts für Energie- und Umwelttechnik e. V. (IUTA) statt. „Regulär findet der Analytiktag jedes Jahr im November in Duisburg statt. In diesem Jahr ist eine Umsetzung dieses Formats in unserem Institut leider nicht möglich. Wir freuen uns daher sehr, dass wir einen Teil des Programms bei smartlab connects einbringen können", erläutert Dr. Thorsten Teutenberg, Abteilungsleiter beim IUTA.

Auch die neue Initiative link_the_lab, die es sich zum Ziel gemacht hat, den Austausch und Wissenstransfer innerhalb der Laborindustrie zum Thema Kommunikationsstandards und Datenformate im Labor zu fördern, wird in das Konferenzprogramm der smartlab connects integriert. Im Rahmen einer Live-Übertragung wird ein digitaler Laborassistent vorgestellt, der schon jetzt, auf Basis miteinander vernetzter Geräte, Arbeitsabläufe im Labor sicher unterstützen kann.

Biotechnologie – von Pflanzenzüchtung bis Impfstoffe

Die Biotechnologie und Life Sciences sind in den letzten eineinhalb Jahren in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt und nehmen auch im Rahmen der smartlab connects einen hohen Stellenwert ein. Inhaltlich belegt wird dies u. a. durch das Thema Genome Editing, bei dem die Möglichkeiten zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen im Rahmen der Pflanzenzüchtung anhand konkreter Projekte veranschaulicht und diskutiert werden.

Ebenso wie durch die erneute Durchführung eines wissenschaftlichen Symposiums, veranstaltet vom Biospektrum und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM), der Deutschen Gesellschaft für Toxikologie (GT) sowie der Gesellschaft für Genetik (GfG). Im Fokus stehen hier aktuelle Ansätze zu Impfstoffen und der Einsatz von künstlicher Intelligenz in Pandemien. Aus wissenschaftlicher Sicht wird zudem der Bogen zu dem weiteren Schwerpunktthema Nachhaltigkeit gespannt.

Nachhaltigkeit im Labor als weiterer Schwerpunkt

Ein weiteres Highlight der smartlab connetcs ist der Nachhaltigkeitstag, der erstmalig in Zusammenarbeit mit der NIUB-Nachhaltigkeitsberatung konzipiert wurde. Drei Sessions behandeln die Themen „Plastik im Labor“, „Nachhaltigkeit im Wissenschaftsbetrieb“ sowie „Nachhaltigkeit in Life-Sciences Unternehmen“ und die Frage, welcher Beitrag im Labor geleistet werden kann, damit unsere nachfolgenden Generationen in einer ökologisch intakten und gerechten Welt genauso gut leben können wie wir heute.

Award und Gläsernes Labor

Abgerundet wird das Programm der smartlab connects durch zwei weitere Elemente, die bereits zur Labvolution 2019 Bestandteil der Veranstaltung waren. Im Rahmen des Labvolution-Award werden innovative Lösungen ausgezeichnet, die nachweislich eine Steigerung von Effizienz und Qualität im Labor bewirken. Ergänzt wird der Award in diesem Jahr um zwei Sonderpreise, die sich speziell an Studierende und Doktorand*innen richten.

Fort- und Weiterbildung ist das zentrale Thema der Aktivitäten des Gläsernen Labors (Akademie) aus Berlin, das im September nun zum zweiten Mal digitale Labor-4.0-Workshops für Technische Angestellte und Laborant*innen der Life Sciences anbietet. Das Programm mit den Schwerpunkten Digitalisierung, Automatisierung und Miniaturisierung bietet unter anderem Sessions zu den Themen „Papierlose Forschungsdokumentation mit dem elektronischen Laborbuch" oder "Next Generation Sequencing" an.

Unternehmen können sich mit unterschiedlichen Beteiligungspaketen präsentieren. Der Fokus liegt auf digitalen Sponsoring- und Partnerangeboten. Für Startups gibt es gesonderte Teilnahmemöglichkeiten zu attraktiven Konditionen.

Die nächste reguläre Labvolution findet turnusgemäß vom 09. bis 11. Mai 2023 statt.

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