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Laborplanung Merck Darmstadt eröffnet neues Material Research Center

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Flüssigkristalle und organische Leuchtdioden – nur zwei der Forschungsgebiete, an denen Wissenschaftler im neuen Material Research Center von Merck in Darmstadt arbeiten. Hier erfahren Sie, wie die Laborplaner vorgegangen sind, um den Forschern ihre Arbeit zu erleichtern.

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Abb. 1: Der Kohlendioxid-Ausstoß konnte durch Maßnahmen wie Wärmerückgewinnung oder Luftmengen-Reduzierung um 80 Prozent gegenüber Vergleichslaboren reduziert werden. (Bild: Jörg Stanzick, Carpus+Partner)
Abb. 1: Der Kohlendioxid-Ausstoß konnte durch Maßnahmen wie Wärmerückgewinnung oder Luftmengen-Reduzierung um 80 Prozent gegenüber Vergleichslaboren reduziert werden. (Bild: Jörg Stanzick, Carpus+Partner)

Im vergangenen Herbst eröffnete der Pharma- und Chemiekonzern Merck in Darmstadt das Material Research Center (MRC). In zwei Laborgebäuden und einem Reinraum-Technikum bündelt das Unternehmen auf rund 11 000 Quadratmetern Nutzfläche künftig seine Forschungen und Entwicklungen für neuartige Chemieprodukte. Der Aachener Generalplaner Carpus+Partner hatte seinerzeit die Planung und Realisierung des rund 50 Millionen Euro teuren Gesamtkomplexes übernommen, in dem unter anderem an der Flüssigkristalltechnologie für Flachbildschirme in Fernsehern und Computermonitoren sowie an Materialien für so genannte organische Leuchtdioden (OLED) bzw. anorganische Leuchtdioden (LED) geforscht wird.

Unterschiedliche Arbeitsweisen müssen kombiniert werden

Die Prämissen der neuen Gebäude folgten dem Bestreben zur Synergiebildung. So wurden vormals dislozierte Forschungsbereiche aus Frankfurt am Main und Mainz in Darmstadt zusammengelegt, um eine Verbesserung des Austausches zwischen den Forschern zu erreichen. Ebenfalls sollten Effizienzen erschlossen werden, die bei einer gemeinsamen Nutzung von Zentralfunktionen bei Logistik, Ver- und Entsorgung sowie der Werksinfrastruktur entstehen.

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Entscheidende Weichen für das Projekt wurden bereits in der Konzeptionsphase gestellt, so mussten die Planer berücksichtigen, dass verschiedene Forschergruppen künftig gemeinsam arbeiten werden. Jede dieser Gruppen hat andere Anforderungen an Raumprogramm, Labormöblierung, technische Medien, Abfallentsorgung oder Kommunikationszonen.

In mehreren Workshops mit Abteilungsleitern und Nutzern ging es zunächst darum, die unterschiedlichen Arbeitsweisen kennenzulernen und miteinander in Einklang zu bringen. Um die Zielsetzung für die nächsten Jahre abzubilden, wurden Erweiterungspotenziale bestimmt und in die Planungen integriert. Last but not least, haben diese Workshops auch das Kennenlernen der Forscher untereinander gefördert.

Die Labore sind modular geplant, damit sie einen wirtschaftlichen Gebäudegrundriss variabel nutzbar machen. Diese Vorgehensweise steht für Solidität und Flexibiltät, denn in jedem Modul gibt es zugleich eine standardisierte Ausstattung und die Möglichkeit, im Bedarfsfall jede Spezialisierung abzubilden. Das Grundmodul für die Labor- wie Büronutzung misst ca. 21 x 25 Meter. In Längsrichtung wird es mit einem Raster von 1,15 Meter strukturiert. Die Dokumentations- und Bürozonen liegen an der Fassade und bekommen dadurch eine natürliche Belichtung. Sie sind durch Erschließungskorridore von den Nebenflächen (Dunkel-, Kühl- und Lärmräume) getrennt. Räumliche Transparenz und Offenheit in der Gestaltung unterstützen die Kommunikation der Mitarbeiter und die Treffpunkte zum Austausch oder Besprechungszonen sind von überall direkt zu erreichen.

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