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Bodenbelastung Misteln als Indikator für Bodenbelastung

Redakteur: Olaf Spörkel

Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts in Braunschweig haben einen Zusammenhang zwischen dem Mistelvorkommen und einer Bodenbelastung durch Schwermetalle entdeckt.

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Braunschweig - Die Verbreitung der Misteln hängt von vielen Faktoren ab, wie dem Vorkommen ihrer Wirtsbäume, von Vogelarten, die Mistelbeeren fressen und verbreiten, vom Kleinklima und von der individuellen Widerstandsfähigkeit des Wirtsbaumes. Die Belastung von Böden mit Schwermetallen setzt die Widerstandsfähigkeit der Bäume herab. Die Forscher des JKI-Institutes für Pflanzenbau und Bodenkunde haben nun in einer Studie gezeigt, dass vor allem Pappeln auf schwermetallbelasteten Böden deutlich stärker von Misteln besiedelt werden als z. B. Ahornbäume oder Linden.

„In der Region Goslar, in der durch die Bergbaugeschichte viele Standorte mit Blei, Kupfer und Zink belastet sind, waren auf gering belasteten Böden des Stadtgebietes neun Prozent, auf hoch belasteten Böden hingegen 49 Prozent aller Pappeln Wirte für Misteln“, berichtet Prof. Ewald Schnug, Leiter vom Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde am Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI). Laut Prof. Schnug sind Schwarzpappeln häufiger betroffen als Pyramidenpappeln. Damit konnten die Wissenschaftler, die seit 2003 die Mistelthematik bearbeiten, bestätigen, dass eine vermehrte Verbreitung von Misteln auf erhöhte Schwermetallbelastungen in Böden hinweist. Auf dieser Grundlage wollen sie ein Verfahren zur Vorerkundung entwickeln. Mit Pappeln als Indikatoren und basierend auf der Verbreitungsdichte der Misteln sollen Bodenbelastungen aufgespürt werden.

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