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Führung bottom up

Mitarbeiter müssen selbst entscheiden, wer sie führen soll

| Autor/ Redakteur: Hubert Hölzl / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Viele Führungskräfte betrachten Führung noch als eine Einbahnstraße – top down. Sie übersehen dabei, dass sich die Mitarbeiter gewandelt haben. Insbesondere Top-Arbeitskräfte entscheiden heute vielfach selbst, von wem sie sich führen lassen. Deshalb muss sich auch das Führungsverhalten ändern

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Beim United States Marine Corps mag dieser Führungsstil funktionieren – im modernen Unternehmen nicht.
Beim United States Marine Corps mag dieser Führungsstil funktionieren – im modernen Unternehmen nicht.
(Bild: commons.wikimedia.org/Corporal Shawn M. Toussaint)

Weltcupspringen 1988: Ein bislang eher mittelmäßiger Skispringer landet plötzlich mehrere Meter vor der Konkurrenz und wird Skiflugweltmeister. Das Erfolgsgeheimnis des Schweden Jan Boklöv: Er hält die Ski nicht parallel wie seine Mitbewerber, sondern erstmals in Form eines „V“.

Die Möglichkeiten des Führens top down sind ausgereizt

Ähnliche Prozesse lassen sich im Wirtschaftsleben oft beobachten. Jahre-, häufig sogar jahrzehntelang, nutzen fast alle Unternehmen dieselben Methoden und Verfahren – beispielsweise in der Produktion. Und sie verfeinern diese immer weiter – durchaus mit Erfolg. Doch dann stellen sie fest: Die Möglichkeiten der bisherigen „Technik“ sind ausgereizt. Mit ihr lassen sich keine Quantensprünge mehr erzielen. Hierfür ist ein ganz neues Vorgehen nötig.

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Organisationsberater nennen einen solchen fundamentalen Wandel einen Musterwechsel. Denn hierbei stehen nicht nur die gewohnten Verfahren auf dem Prüfstand. Auch die Art, die Realität zu betrachten, wird hinterfragt, um einen neuen Lösungsansatz zu finden. Ein solcher Musterwechsel setzt voraus, dass sich bei den Entscheidern in einer Organisation das Gefühl verdichtet: „Wir nähern uns einer Grenze. Wenn wir unsere bisherigen Denkmuster und Verfahrensweisen beibehalten, scheitern wir – zumindest auf lange Sicht.“

Der Boss alter Art ist ein Auslaufmodell

Ein solches Gefühl plagt zurzeit viele Unternehmen im Bereich Führung. Denn immer mehr Indikatoren deuten darauf hin, dass die traditionelle Art zu führen, an ihre Grenzen stößt. Beispielsweise die sinkende Loyalität der Mitarbeiter mit ihren Arbeitgebern. Und die steigende Zahl der Führungskräfte, die über eine Überlastung klagen. Und die wachsenden Probleme vieler Unternehmen, den Change- und Innovationsbedarf zu meistern.

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