Suchen

Mykotoxine Mykotoxine in Nüssen nachweisen

| Autor / Redakteur: Gerhard Beckers* und Christian Hirsch** / Dr. Ilka Ottleben

Lebensmittel-kontaminierende Mykotoxine gefährden die Gesundheit von Verbrauchern und führen weltweit zu wirtschaftlichem Schaden. Eine genaue Analyse dieser pilzlichen Stoffwechselprodukte ist daher enorm wichtig. Wie eine geeignete Probenvorbereitung zur schnellen und exakten Bestimmung von Aflatoxingehalten in Nüssen beiträgt, lesen Sie hier.

Firmen zum Thema

Abb. 1: Einige Arten der Schimmelpilzgattung Aspergillus bilden als Stoffwechselprodukte hochtoxische Mykotoxine der Gruppe Aflatoxine.
Abb. 1: Einige Arten der Schimmelpilzgattung Aspergillus bilden als Stoffwechselprodukte hochtoxische Mykotoxine der Gruppe Aflatoxine.
( Bild: www.enius.de )

Mykotoxine sind natürliche Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die bei Menschen und Tieren eine toxische Wirkung zeigen. Ebenso wie antibiotikabildende Mikroorganismen sind mykotoxinbildende Schimmelpilzarten weltweit verbreitet. Die giftigsten Vertreter der Mykotoxine sind die Aflatoxine. Lebensmittel, die aufgrund von Pilzbefall ein erhöhtes Risiko der Aflatoxin-Freisetzung zeigen, sind neben Trockenfrüchten und Gewürzen auch Nüsse (z.B. Erdnüsse, Haselnüsse oder Pistazien) und Getreide (z.B. Weizen oder Mais).

Mykotoxine werden oft nur unter bestimmten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen und bei reichlichem Nährstoffangebot gebildet, wie dies bei Lebensmitteln der Fall ist. Ursache ist meist eine falsche oder zu lange Lagerung. Oft entsteht nicht nur eine Substanz, sondern eine ganze Familie chemisch verwandter Verbindungen. Mykotoxine sind weitgehend hitzestabil und werden daher bei der Nahrungsmittelverarbeitung in der Regel nicht zerstört.

Bildergalerie

Vor- und Feinzerkleinerung

Um die Mykotoxine hinreichend aus dem Ausgangsmaterial zu extrahieren, muss die Probe zuvor zerkleinert und homogenisiert werden. Da die Grenzwerte für die Mykotoxin-Belastung zwischen 0,025 und 15 µg/kg liegen und ein Pilzbefall meist in Nestern erfolgt, muss eine Stichprobe ausreichend groß sein, um eine Kontamination nachweisen zu können. Dazu wird eine repräsentative Menge von ca. 1 bis 2 kg pro Tonne an gelieferten Nüssen zunächst mit der Retsch-Schneidmühle SM 100 (s. Abb. 2) auf eine Partikelgröße von ca. 1 bis 3 mm vorzerkleinert (s. Abb. 3). Diese Mühle wird vor allem für die schnelle und schonende Zerkleinerung trockener Materialien bis zu einer Endfeinheit von 0,25 mm eingesetzt.

Anschließend erfolgt eine repräsentative Probenteilung mit dem Rotationsprobenteiler PT 100, der über eine hohe Teilgenauigkeit verfügt. Die gewonnene Teilprobe wird nun der Feinzerkleinerung zugeführt.

(ID:314835)