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Soziale Aspekte, die nach außen wirken
Ein wichtiges Thema ist hier der Stakeholder-Dialog, d.h. der regelmäßige Austausch mit den eigenen Anspruchsgruppen. Wird dieser Dialog transparent und offen geführt, profitieren Unternehmen davon – denn diese Rückmeldungen von außen können als Korrektiv in Strategien und Entscheidungen wirken sowie als „frühzeitiges Radar“ für zukünftige Entwicklungen und auch für potenziell kritische Situationen. Stakeholder wiederum erhalten die Möglichkeit, Aussagen und Entscheidungen kritisch zu hinterfragen und sich ein eigenes Bild zu machen [14].
Weiteres, eigentlich selbstverständliches, Thema ist Compliance, d.h. die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften, faire Betriebs- und Geschäftspraktiken inklusive der Korruptionsbekämpfung. Die Corporate Governance gibt den Rahmen vor für die Unternehmensführung und umfasst gesetzliche Vorgaben, kann aber darüber hinaus weitere freiwillige Standards, Werte und Grundsätze beinhalten, wie eine Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) [15]. Ein internes Compliance-Management und ein eigener „Code of Conduct“ mit Vorgaben und Leitlinien für Mitarbeiter, Lieferanten und Geschäftspartner, sind ebenfalls Teil der Unternehmensverantwortung, um gewünschte Geschäftspraktiken durchzusetzen und eine entsprechende Kultur aufzubauen [16].
Schließlich umfasst die Produktverantwortung neben der Einhaltung von sozialen Standards in der Lieferkette Aspekte wie Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen (über den gesetzlich definierten Rahmen hinaus), Konsumentenaufklärung und Informationen, Kundengesundheit und -sicherheit. Die „Social Life Cycle Analysis“ geht noch darüber hinaus und bewertet – analog zur Ökobilanz – die sozialen und sozioökonomischen Auswirkungen eines Produktes entlang seines gesamten Lebensweges [17].
Schließlich geben einige Unternehmen auch etwas an die Gesellschaft zurück – sei es durch finanzielle Unterstützung von Initiativen, regionalen Projekten oder auch durch das, eher im angelsächsischen Raum verbreitete, Corporate Volunteering, bei dem Mitarbeiter freiwillig in ökologischen oder sozialen Projekten mitarbeiten und dabei vom Arbeitgeber unterstützt werden. Soziale Nachhaltigkeit umfasst also viele Aspekte, deren Umsetzung abhängig von der Unternehmenskultur und dem Unternehmen selber ist. Ein in der Region verwurzelter Betrieb hat andere Prioritäten als ein Global Player. Alle Maßnahmen müssen allerdings immer authentisch, transparent und nachvollziehbar bleiben sowie zur langfristigen Ausrichtung passen - und nie als kurzfristige PR-Maßnahme angesehen werden.
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