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Biokraftstoffe

Neue Daten zur Ökobilanz – die wenigsten Biokraftstoffe sind „grün“

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Fazit einer aktuellen Studie der Empa: Nur wenige Biokraftstoffe sind in der Gesamt-Ökobilanz umweltfreundlicher als Benzin.
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Abb. 1: Fazit einer aktuellen Studie der Empa: Nur wenige Biokraftstoffe sind in der Gesamt-Ökobilanz umweltfreundlicher als Benzin. (Bild: Archiv LABORPRAXIS)

Erst top, dann Flop. So liesse sich die bisherige Geschichte der Biokraftstoffe zusammenfassen. Eine neue Studie unter Leitung der Empa hat die Grundlagen für die Ökobilanz verschiedener Biokraftstoffe und deren Produktionsverfahren aktualisiert. Das Fazit: Nur wenige sind laut Empa in der Gesamtbilanz umweltfreundlicher als Benzin.

Dübendorf, Zürich/Schweiz – In den letzten Jahren stieg die Nachfrage nach vermeintlich umweltfreundlichen Biokraftstoffen weltweit deutlich an; dies hatte einerseits einen vermehrten Anbau so genannter Energiepflanzen zur Folge, andererseits wurden innovative Herstellungsmethoden für die 2. Generation der Biokraftstoffe entwickelt. Parallel dazu haben Ökobilanzexperten die Methoden zur Umweltbeurteilung von Biokraftstoffen verfeinert und weiterentwickelt. Da Biokraftstoffe grösstenteils aus Agrarerzeugnissen stammen, geht es bei der teils kontroversen Diskussion über deren Umweltverträglichkeit im Kern um die Frage, ob die Produktion von Biokraftstoffen aus ökologischer Sicht vertretbar ist, oder ob negative Auswirkungen überwiegen, etwa auf die Nahrungsmittelversorgung in Dürrezeiten oder die Eutrophierung der nutzbaren Böden.

Um darauf eine fundierte Antwort geben zu können, hat die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) und in Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) und dem Paul Scherrer Institut (PSI) die Grundlagen für die Umweltbilanz zahlreicher Biotreibstoffe inklusive ihrer Produktionsketten aktualisiert. Im Vergleich zur weltweit ersten derartigen Ökobilanzstudie aus dem Jahr 2007, ebenfalls von der Empa, hat das Team unter der Leitung von Empa-Forscher Rainer Zah sowohl neuartige Energiepflanzen und Verarbeitungsprozesse einbezogen als auch die Bewertungsmethodik auf den neuesten Stand gebracht.

Weniger Treibhausgase durch Biokraftstoffe – jedoch kaum bessere Ökobilanz als Benzin

Trotz grösserer Datengrundlage und aktueller Methodik kommt die Empa indes zum gleichen Schluss wie schon in der Studie von 2007: Etliche Biokraftstoffe aus Agrarerzeugnissen helfen zwar, den Ausstoss an Treibhausgasen zu verringern, führen aber zu anderen Umweltschäden wie übersäuerte Böden und überdüngte Gewässer. „Die meisten Biotreibstoffe verlagern also lediglich die Umweltbelastungen: weniger Treibhausgase, dafür mehr anbaubedingte Schäden an landwirtschaftlich genutzten Böden“, so Zah. Das führe dazu, dass nur wenige Biotreibstoffe eine insgesamt bessere Ökobilanz als Benzin aufweisen, allen voran Biogas aus Rest- oder Abfallstoffen, das – je nach Ausgangsmaterial – die Umwelt bis zur Hälfte weniger belastet als Benzin. Und innerhalb der Biotreibstoffe haben Ethanol-basierte Treibstoffe tendenziell eine bessere Ökobilanz als diejenigen auf Öl-Basis; die Ergebnisse hängen allerdings erheblich von der individuellen Herstellungsart und -technologie ab.

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