Eine Übersichtsarbeit vergleicht die Auswirkungen von Zigaretten, Wasserpfeifen, Tabakerhitzern, E-Zigaretten und Nikotinbeuteln. Das Fazit: Jede Form von Nikotinkonsum birgt ein Gesundheitsrisiko – selbst Wasserpfeife und Kautabak schaden dem Herz-Kreislauf-System.
Verbrennungsprodukte wie Zigaretten belasten das Herz-Kreislauf-System am meisten.
(Bild: UM/Canva)
Rauchen ist ungesund, das ist bekannt. Bestimmt haben so einige diese Erkenntnis für sich relativiert mit dem Gedanken: „Wenn ich doch nur ab und zu mal rauche, und höchstens eine Zigarette – dann kann es nicht schaden…“ oder „Ich rauche doch nur Wasserpfeife.“ Und auch hier hat die Forschung längst eine klare Antwort: Nikotinkonsum ist unabhängig von der genutzten Darreichungsform mit messbaren Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System verbunden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Übersichtsarbeit unter Leitung der Universitätsmedizin Mainz.
Die Forschenden führten molekularbiologische, präklinische, klinische und Biomarker-Daten zusammen, um die gesundheitlichen Folgen von Zigaretten, Wasserpfeifen, E-Zigaretten, Tabakerhitzern und oralen Nikotinprodukten wie Nikotinbeuteln zu vergleichen. Dabei zeigte sich ein abgestuftes kardiovaskuläres Risiko: Am höchsten war die Belastung für das Herz-Kreislauf-System bei Verbrennungsprodukten wie Zigaretten und Wasserpfeifen, während Tabakerhitzer und E-Zigaretten im mittleren Bereich lagen. Sogar orale Nikotinprodukte wie Kautabak wiesen ein messbares kardiovaskuläres Risiko auf.
Tabakkonsum und Nikotinsucht zählen zu den führenden vermeidbaren Todesursachen. Weltweit konsumieren schätzungsweise 1,20 bis 1,25 Milliarden Menschen Tabak. Allein im Jahr 2023 starben etwa 5,81 Millionen Menschen an den Folgen des direkten Tabakkonsums. Hinzu kommen weitere 1,66 Millionen Todesfälle bei Nichtrauchern durch Passivrauchen. Damit ist Tabakkonsum für etwa 15 Prozent aller Todesfälle bei Männern und für rund 3 Prozent der Todesfälle bei Frauen verantwortlich. Bis zu 40 Prozent aller tabak- und nikotinbedingen Todesfälle sind auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.
Die aktuelle Übersichtsarbeit des internationalen Forschungsteams um Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Seniorprofessor am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz, und Univ.-Prof. Dr. Andreas Daiber, Leiter der Forschungsgruppe Molekulare Kardiologie am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz, zeigt, dass Nikotin unabhängig von seiner Darreichungsform eine wichtige Rolle bei der Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems spielt. Die Analyse der molekularbiologischen Untersuchungen und klinischen Studien belegen, dass Nikotin die Gefäße angreift, den oxidativen Stress erhöht, die Gefäße verengt sowie den Blutdruck und das Risiko für Thrombosen erhöht.
So schadet Nikotin dem Körper
Die Gründe für die schädlichen Wirkungen von Nikotinkonsum sind vielfältig. Nikotin hemmt unter anderem Kaliumkanäle in der glatten Gefäßmuskulatur, ebenso wie die Bildung des Enzyms eNOS (endotheliale NO-Synthase) und des Hormons Prostacylin. Das beeinträchtigt deren gefäßschützende und -erweiternde Eigenschaften. Gleichzeitig setzt Nikotin den Botenstoff Endothelin-1 frei, der zusätzlich die Gefäße verengt. Die dadurch ausgelösten Gefäßschäden, die so genannte endotheliale Dysfunktion, erhöhen laut Studienautoren das Risiko für Arteriosklerose, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz.
Diese negativen Effekte waren in der Übersichtsarbeit bereits nach einer einzelnen Nikotinexposition messbar und traten bei allen Darreichungsformen auf. „Nikotin ist kein passiver Bestandteil, der lediglich die Sucht aufrechterhält, sondern verursacht messbare, reproduzierbare Gefäßschäden. Das ist sowohl in Tiermodellen als auch bei gesunden Proband:innen und klinischen Kohorten belegt“, erläutert Münzel.
Kein nikotinhaltiges Produkt ist risikofrei
Für den Vergleich der Nikotinprodukte – Tabakzigaretten, Wasserpfeifen, E-Zigaretten, Tabakerhitzer und orale Nikotinprodukte – hat das Forschungsteam systematisch drei Evidenzebenen zusammengeführt, die bisher nur selten gemeinsam betrachtet werden: detaillierte Daten zu toxischen Inhaltsstoffen und Emissionen, präklinische Tiermodell-Studien zu vaskulären und endothelialen Mechanismen sowie große klinische und Biomarker-Studien.
Anhand dieser Daten konnten die Forschenden ableiten, in welchem Ausmaß sämtliche heute genutzten Nikotin-Darreichungsformen kardiovaskuläre Schäden verursachen. „Das Ergebnis ist eindeutig: Verbrennung verursacht die stärkste Toxizität, doch kein nikotinhaltiges Produkt – ob geraucht, erhitzt, verdampft oder oral aufgenommen – ist für das Herz-Kreislauf-System risikofrei“, betont Erstautor Münzel.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.