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Gesamt-Halogengehalt nach ISO-Norm 20999 PFAS sichtbar machen: Transparenz für die Textilbranche

Quelle: Pressemitteilung Metrohm 2 min Lesedauer

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Fluorierte Stoffe in Textilien gefährden Umwelt und Gesundheit. Bislang fehlte es an einem einheitlichen Verfahren zur Bestimmung von PFAS in Textilprodukten. Mit der neuen ISO 20999 steht nun ein standardisierter Prozess für die Combustion- und Ionenchromatographie zur Verfügung, der zuverlässiges Screening von Fluor, Chlor, Brom und Jod ermöglicht.

Abb. 1: Eine etablierte Methode zur Bestimmung der für die PFAS-Analytik relevanten 
Summenparameter AOF, EOF und TOF ist die Verbrennungs-Ionenchromatographie (Combustion Ion Chromatography, CIC)(Bild:  Metrohm AG)
Abb. 1: Eine etablierte Methode zur Bestimmung der für die PFAS-Analytik relevanten 
Summenparameter AOF, EOF und TOF ist die Verbrennungs-Ionenchromatographie (Combustion Ion Chromatography, CIC)
(Bild: Metrohm AG)

Mit der im April 2026 veröffentlichten ISO 20999 steht erstmals ein einheitlich beschriebenes Verfahren zur Bestimmung des Gesamt-Halogengehalts in Textilien mittels Combustion Ionenchromatographie (CIC) zur Verfügung. Die Norm unterstützt die Textilbranche dabei, den steigenden regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden und schafft so die Grundlage für mehr Sicherheit und Transparenz in der Lieferkette. Spezialisten der Metrohm AG aus Herisau haben die Entwicklung der Norm mit ihrer Fachkompetenz begleitet.

Dank ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften kommen Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) häufig in Textilien zum Einsatz. Doch beim Waschen oder bei unsachgemäßer Entsorgung können sie in die Umwelt gelangen. Daher setzen immer mehr Hersteller auf alternative Lösungen, um den wachsenden Umwelt- und Gesundheitsbedenken Rechnung zu tragen. Gleichzeitig steigt der regulatorische Druck – die PFAS-Beschränkung in Textilien gewinnt weiter an Bedeutung. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat eine Beschränkung in Textilprodukten vorgeschlagen, genauer gesagt in Textilien, Polstermöbeln, Leder, Bekleidung und Teppichen (kurz TULAC: Textiles, Upholstery, Leather, Apparel and Carpets). Vorgesehen ist ein maximaler Gesamtfluorgehalt (TF) von 50 mg F/kg. In Kalifornien gibt es bereits eine Begrenzung: Seit dem 1. Januar 2025 gilt hier ein maximaler Gesamtgehalt an organischem Fluor (TOF) von 100 ppm, ab dem 1. Januar 2027 soll dieser Grenzwert auf 50 ppm sinken.

Vor diesem Hintergrund setzen die Regulierungsbehörden auf Summenparameter wie Gesamtfluor und organisches Gesamtfluor. Denn gezielte Analysen mittels LC-MS/MS oder GC-MS/MS können bislang nur eine begrenzte Anzahl von PFAS quantifizieren. Eine bekannte Einschränkung dieser Summenparameter: Der Beitrag anderer fluorierter Substanzen wie Biozide kann nicht ausgeschlossen werden. Dennoch ermöglichen sie ein effizientes Screening-Verfahren, um den Bedarf für weiterführende gezielte Analysen zu ermitteln.

Erstmals standardisiertes Verfahren für Gesamtfluorgehalt in Textilien

Hier setzt die neue ISO-Norm 20999 „Textilien – Bestimmung des Gesamt-Halogengehalts in Textilprodukten – Combustion- und Ionenchromatographieverfahren (CIC)“ an: Mit ihr steht erstmals ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung des Gesamtfluorgehalts in Textilien zur Verfügung.

CIC-Spezialisten von Metrohm haben die Entwicklung der Norm mit ihrem Fachwissen unterstützt, und auch Labordaten für den der Norm zugrunde liegenden Ringversuch beigesteuert. Bei einem Ringversuch, einem Verfahren der externen Qualitätssicherung, analysierten mehrere unabhängige Labore dieselben Proben, um deren Messgenauigkeit, Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit zu überprüfen.

Die neue Norm ermöglicht die Bestimmung des Gesamtgehalts an Fluor sowie der Gehalte an Chlor, Brom und Jod. Dadurch lassen sich zusätzlich Textilprodukte (wie Fasern und Gewebe), Kunststoffkomponenten (einschließlich Beschichtungen) und Holz (Zellstoff) auf potenzielle Gesundheitsrisiken bewerten.

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