English China

Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel 2025 Sicherheit von Tierarzneimitteln

Quelle: Pressemitteilung Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Nicht nur Humanmedikamente müssen engmaschig überwacht werden. Auch die Wirkung von Tierarzneimitteln oder unerwünschte Ereignisse bei deren Anwendung werden dokumentiert. Dies geschieht u.a. im jährlich publizierten Pharmakovigilanzreports des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.  

Mehr als 4.800 Meldungen unerwünschter Ereignisse beim Einsatz von Tierarzneimitteln werden im Pharmakovigilanzreport 2025 aufgeführt.(Bild:  Indy  Studio - stock.adobe.com)
Mehr als 4.800 Meldungen unerwünschter Ereignisse beim Einsatz von Tierarzneimitteln werden im Pharmakovigilanzreport 2025 aufgeführt.
(Bild: Indy Studio - stock.adobe.com)

Im „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel“ berichtet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln. Im Jahr 2025 wurden dazu 4.858 Meldungen erfasst. Die meisten davon betrafen die Tierarten Hund und Katze. Aber auch beim Menschen kann der Kontakt mit Tierarzneimitteln zu unerwünschten Ereignissen führen. Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Pharmakovigilanz für die Sicherheit von Tierarzneimitteln sowie für den Schutz von Tieren und Menschen.

„Bei der Sammlung von unerwünschten Ereignissen von Tierarzneimitteln arbeitet das BVL eng mit der Tierärzteschaft, den Pharmakovigilanz-Zentren der veterinärmedizinischen Hochschulen, Giftinformationszentren und Tierhaltenden zusammen“, erläutert BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Ihre Meldungen tragen wesentlich zur Sicherheit von Tierarzneimitteln bei.“

Häufigste Meldungen bei Hund, Katze, Rind und Pferd

Knapp 98 Prozent der Meldungen betrafen unerwünschte Ereignisse beim Tier. Die mit Abstand häufigsten Meldungen betrafen die Tierarten Hund, Katze, Rind und Pferd. Bei Hühnern und Puten gab es im Vergleich dazu zwar weitaus weniger Meldungen unerwünschter Ereignisse, es war jedoch eine deutlich höhere Zahl von Tieren betroffen.

Circa ein Drittel der unerwünschten Ereignisse wurde von Hormonpräparaten ausgelöst. Knapp 30 Prozent gingen auf die Gabe von Antiparasitika zurück. An dritter Stelle (ca. 10 %) folgten Tierarzneimittel mit Wirkung auf das Nervensystem. Der mit Abstand häufigste Anlass für eine Meldung war der Verdacht auf eine mangelnde Wirksamkeit. Mit deutlichem Abstand folgten die klinischen Anzeichen Erbrechen, Juckreiz und Lethargie.

In zwei Prozent der gemeldeten Fälle wurde von unerwünschten Ereignissen bei Menschen im Zusammenhang mit Tierarzneimitteln berichtet. Bei 91 Prozent dieser knapp 100 Fälle haben sich Menschen unbeabsichtigt Tierarzneimitteln ausgesetzt, beispielsweise durch die versehentliche Einnahme von Tabletten.

Etwa 80 Prozent der im Jahr 2025 gemeldeten unerwünschten Ereignisse bei Menschen wurden direkt vom BVL erfasst. Diese Meldungen erhielt das BVL größtenteils über Kooperationen mit Giftinformationszentren der Humanmedizin.

Hintergrund

Die Meldungen zu unerwünschten Ereignissen nach der Gabe von Tierarzneimitteln werden in der Pharmakovigilanz-Datenbank der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erfasst und stehen für weitere Analysen im Rahmen eines Signalmanagements zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Prozess, der mögliche Tierarzneimittelrisiken für Tier, Mensch und Umwelt erkennt und bewertet.

Am Signalmanagement sind nicht nur die Überwachungsbehörden beteiligt, sondern auch die pharmazeutischen Unternehmen. Sie müssen einmal im Jahr eine Bewertung zur Nutzen-Risiko-Bilanz für ihre Tierarzneimittel einreichen. Aus den möglichen neuen Erkenntnissen werden gegebenenfalls Maßnahmen abgeleitet, wie zum Beispiel eine engmaschigere Überwachung des Präparates oder eine Änderung der Produktinformationstexte wie Fachinformationen und Packungsbeilagen.

Als zuständige Behörde für Tierarzneimittel führt das BVL regelmäßig zusätzlich zu Analysen auf europäischer Ebene auch eigene Analysen für die in Deutschland zugelassenen Präparate durch. Dafür wird neben der Pharmakovigilanz-Datenbank der EMA eine nationale Datenbank verwendet. Dort werden alle unerwünschten Ereignisse, die in Deutschland aufgetreten sind, gesammelt, geprüft, be- und ausgewertet.

Hier finden Sie das Onlineformular des BVL, mit dessen Hilfe unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln gemeldet werden können.Den „Pharmakovigilanz-Report Tierarzneimittel 2025“ stellt das BVL auf seiner Internetseite zur Verfügung.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung