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„Artist-in-Residence“ Programm startet 2017

Projekt schlägt Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

| Autor / Redakteur: Katja Schulze* / Dr. Ilka Ottleben

KLAS-Team, v.l.n.r.: Rodrigo Perez-Garcia (MPIKG/TU-Berlin), Dr. Tom Robinson (MPIKG), Katja Schulze (MPIKG), Dr. Arren Bar-Even (MPIMP)
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KLAS-Team, v.l.n.r.: Rodrigo Perez-Garcia (MPIKG/TU-Berlin), Dr. Tom Robinson (MPIKG), Katja Schulze (MPIKG), Dr. Arren Bar-Even (MPIMP) (Bild: Stephan Eickelmann (MPIKG))

Das Projekt „Knowlegde Link through Art and Science“ bringt ab kommendem Jahr erstklassige Künstlerpersönlichkeiten ins „Labor“ einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe und schlägt so eine Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft innerhalb des stark diskutierten Forschungsfeldes der Synthetischen Biologie.

Potsdam –Das Projekt „Knowlegde Link through Art and Science“, kurz KLAS, bringt mithilfe eines internationalen Wettbewerbs Künstler in den Wissenschaftspark Potsdam-Golm. Im Rahmen des insgesamt acht Monate dauernden Programms arbeiten die Künstler ab März 2017 für jeweils zwei Wochen Seite an Seite mit Forschern der Max-Planck-Institute für Molekulare Pflanzenphysiologie und Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm und der Universität Groningen.

KLAS ist das erste “Artist-in-Residence“-Programm in einem naturwissenschaftlichen Max-Planck-Institut, welches von der Max-Planck-Gesellschaft und der Schering Stiftung ermöglicht und von dem UNESCO International Relations´ Chair, der Sendung „Klangkunst“ vom Deutschlandradio Kultur und Ars Electronica gefördert wird. Das Thema, die „Synthetische Biologie“, spiegelt sich im Namen wieder: AESTHETIC get SYNTHETIC: Knowledge Link through Art and Science (KLAS). Das innovative “Artist-in-Residence“-Programm bringt erstklassige Künstlerpersönlichkeiten ins „Labor“ einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe und schlägt so eine Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft innerhalb des stark diskutierten Forschungsfeldes der Synthetischen Biologie. Der direkte Austausch von Künstlern und Wissenschaftlern bedeutet unweigerlich die eigene Arbeit mit den Augen des Anderen zu sehen und in einen Austausch zu treten – Synthese im Sinne einer Verknüpfung.

Top-Down und Bottom-Up in der Synthetischen Biologie

Die Synthetische Biologie ist eines der jüngsten und spannendsten Forschungsfelder im 21. Jahrhundert. Sie baut auf den Erkenntnissen der Molekularen Biologie auf und nutzt neue methodische Entwicklungen aus Physik, Chemie und Materialwissenschaften. Es gibt zwei komplementäre Zugänge: Einerseits wird in Top-Down-Ansätzen versucht, vorhandene Zellen und zelluläre Prozesse genetisch zu verändern und zu vereinfachen. Andererseits werden Bottom-Up-Ansätze verfolgt, bei denen einzelne Module aus molekularen Bausteinen aufgebaut und dann zu synthetischen Zellen zusammengesetzt werden. Im Wissenschaftpark Potsdam-Golm, der weltweit zu den führenden Standorten für Grundlagenforschung zählt, beschäftigen sich mehrere Arbeitsgruppen aus zwei Max-Planck-Instituten mit diesem neuen und innovativen Forschungsbereich. Insbesondere entwickelt die Abteilung Theorie & Bio-Systeme am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung seit vielen Jahren Bottom-Up-Ansätze zum Aufbau und zur Modellierung von synthetischen Biosystemen und untersucht diese Systeme jetzt auch in dem neu eingerichteten Forschungsnetzwerk MaxSynBio. Zu den möglichen Anwendungsgebieten der Synthetischen Biologie zählen neue Impfstoffe, Medikamente oder Diagnostika, Biotreibstoffe und maßgeschneiderte Werkstoffe.

Die eigene Arbeit mit den Augen des Anderen sehen

KLAS ist ein interdisziplinäres Projekt, ins Leben gerufen von Rodrigo Perez-Garcia (MPIKG/TU-Berlin), Caterina Benincasa ( Polyhedra.eu ), Arnau Horta (Unabhängiger Kurator), Guillermo Santamaria (CienciaXLibre) und Katja Schulze (MPIKG). Das Programm wird auf dem Max-Planck-Campus im Wissenschaftspark Potsdam-Golm durchgeführt.

Vier Arbeitsgruppen der Max-Planck-Institute für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPIMP) und Kolloid- und Grenzflächenforschung (MPIKG) sowie der Universität Groningen, Groningen Biomolecular Sciences and Biotechnology Institute (GBB) sind Gastgeber:

  • Dr. Arren Bar-Even (Systems and Synthetic Metabolism, MPIMP)
  • Dr. Tom Robinson (Biomicrofluidic Systems, MPIKG)
  • Prof. Jan Kok (Molecular Genetics, GBB)
  • Dr. Alex de Vries (Molecular Dynamics, GBB)

Die Ausschreibungsunterlagen für das „Artist-in-Residence“-Programm stehen ab sofort zur Verfügung. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Januar 2017.

* K. Schulze: Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, 14476 Potsdam

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