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Witec-Symposium zum konfokalen Raman Imaging Raman Imaging: Die Anwendungsfelder werden breiter

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Bereits zum 13. Mal veranstaltete der Raman-Mikroskopie-Spezialist Witec sein internationales Symposium zum Raman Imaging. Fast 80 Teilnehmer diskutierten im September zwei Tage lang unter anderem über neue Anwendungsfelder des Raman Imagings. Gerade im Bereich der Life Sciences und der Pharmazie ergeben sich mittlerweile zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten.

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Die Teilnehmer des diesjährigen Konfokalen Raman Symposiums von Witec (Ausschnitt).
Die Teilnehmer des diesjährigen Konfokalen Raman Symposiums von Witec (Ausschnitt).
(Bild: Witec)

Ulm – „Eines der informativsten und interaktivsten Symposien der vergangenen Jahre.“ so das Fazit des Witec-Geschäftsführers Joachim Koenen über das 13. Konfokale Raman Symposium, das vom 26. bis 28. September 2016 in Ulm stattfand. Auf Einladung des deutschen Mikroskop-Herstellers Witec treffen sich zu der internationalen Konferenz jährlich Forschende unterschiedlicher Fachbereiche, um sich über die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse im Bereich der Raman Mikroskopie auszutauschen. In diesem Jahr fanden 78 Symposium-Teilnehmer zusammen und diskutierten Themen aus den Bereichen Life Science, Pharmazie und Materialwissenschaften.

Erweiterung auf Biowissenschaften und Pharmazeutische Forschung

Mit konfokalem Raman Imaging können die Moleküle einer Probe chemisch identifiziert und ihre Verteilung dreidimensional abgebildet werden. Traditionell nutzen vor allem Physiker und Materialwissenschaftler die Raman Mikroskopie, seit einigen Jahren etabliert sich aber auch in der biowissenschaftlichen, medizinischen und pharmazeutischen Forschung. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Beiträgen zum Raman Symposium wieder: neben fünf Vorträgen kamen fast die Hälfte der Poster-Beiträge aus diesen Bereichen.

Auch ein Poster aus dem pharmazeutischen Bereich erhielt dieses Jahr den Witec Poster-Preis. Tatjana Lechtonen von der Ruhr Universität in Bochum freute sich über die Auszeichnung. Sie verwendet Raman Imaging zur Analyse von Krebs-Medikamenten. Auf ihrem Poster stellt sie Ergebnisse zur Zell-Antwort und Resistenz von Krebszellen auf Erlotinib und Neratinib vor. Sie glaubt, dass Raman Imaging ein großes Potential als in vitro Methode hat, um neue Krebsmedikamente zu evaluieren.

In der pharmazeutischen Forschung sei die Raman Mikroskopie eine relativ neue Methode und gehöre noch nicht zum Standardprogramm, betonte Dr. Duohai Pan von der Pharmafirma Bristol-Myers Squibb aus New Jersey (USA). Dennoch wird sie in seiner Firma bereits von prä-klinischen Toxikologie-Studien bis hin zur Entwicklung der Medikamenten-Zusammensetzung eingesetzt. Mit Hilfe der Raman Mikroskopie erhält Pan Informationen über Präzipitations- oder Kristallisations-Eigenschaften der Wirkstoffe und Hilfsmittel, die sich auf die Stabilität und Löslichkeit des Endprodukts auswirken können. Außerdem spielt die Identifizierung von Polymorphen für ihn eine wichtige Rolle, da sie trotz gleicher chemischer Zusammensetzung unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper haben können. Emulsionen, Pulver und sogar ganze Tabletten gehören zu den Proben, die Pan mit der Raman Mikroskopie untersucht.

Blutgefäße mit korrelativer Raman-, Rasterfeld- und optische Nahfeld-Mikroskopie untersuchen

Wie sie korrelative Raman-, Rasterfeld- und optische Nahfeld-Mikroskopie zur Untersuchung von Blutgefäßen und arteriosklerotischen Plaques nutzt, berichtete Prof. Dr. Malgorzata Baranska von der Jagiellonian Universität in Krakau (Polen). Die Forscherin und ihre Kollegen analysieren an Zellkultur-Modellen des Endotheliums und der Leber sowie an Gewebeproben, welche biochemischen Prozesse sich unter dem Einfluss von Stress oder pharmazeutischen Wirkstoffen verändern. Mit der Nahfeld-Mikroskopie stellen sie lebende Zellen im Nanometer-Maßstab dar. Die Ergebnisse der für diesen Forschungsbereich recht neuen Methoden vergleicht Baranska mit etablierten, histologischen Verfahren.

Dr. Christian Matthäus vom Institut für Photonische Technologien in Jena forscht ebenso an Arteriosklerose. In seinem Vortrag berichtet er über seine Arbeit an Makrophagen, die Lipide aufnehmen und speichern und maßgeblich an der Bildung der arteriosklerotischen Plaques beteiligt sind. Matthäus zeigte, dass sich Raman Mikroskopie hervorragend dafür eignet, Fettsäuren und Lipid-Transportproteine in den Makrophagen nachzuweisen. Anhand der Zusammensetzung der Plaques kann Matthäus Aussagen über das Risiko machen, das von ihnen ausgeht, denn nicht alle arteriosklerotischen Veränderungen führen zu Thrombose, Schlaganfall oder Herzinfarkt.

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