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Dürre betraf 90 Prozent Deutschlands Rekordsommer 2018 in Zahlen: Erste Bilanz der Hitzewelle

| Autor/ Redakteur: Monika Landgraf* / Dr. Ilka Ottleben

Ausgetrocknete Flüsse, verdorrte Felder, Wald- und Flächenbrände, aufgeplatzte Straßen und verformte Gleise: Die Auswirkungen der diesjährigen Hitzewelle gepaart mit einer anhaltenden Dürre in Deutschland waren und sind nicht zu übersehen. Nun haben Forscher eine erste Bilanz dieses – zumindest gefühlten – Rekordsommers 2018 gezogen.

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Die Hitzewelle 2018 zusammen mit der anhaltenden Dürre ließ die Pegel von Flüssen deutlich sinken oder kleinere Flüsse und Bäche gar ganz austrocknen. Im Bild der Rhein mit Niedrigwasser.
Die Hitzewelle 2018 zusammen mit der anhaltenden Dürre ließ die Pegel von Flüssen deutlich sinken oder kleinere Flüsse und Bäche gar ganz austrocknen. Im Bild der Rhein mit Niedrigwasser.
(Bild: gemeinfrei)

Karlsruhe – Ein Rekordsommer scheint sich nun, langsam aber sicher, dem Ende zuneigen. Vielerorts in Deutschland und Europa war der Sommer 2018 – zumindest gefühlt – ein Sommer der Extreme. Doch was sagen die Zahlen? Der Vier-Monats-Zeitraum April bis Juli 2018 war der wärmste in Deutschland seit Aufzeichnungsbeginn. Viele Orte erreichten neue Allzeitrekorde und Monatsrekorde. Dazu kam eine ab Februar herrschende Trockenheit. Im August waren rund 90 Prozent der Fläche Deutschlands unter Dürre. Hitze und Trockenheit führten in mehreren Regionen Europas zu schweren Waldbränden und in Deutschland zu Ernteausfällen. Dies berichtet die interdisziplinäre Forensic Disaster Analysis (FDA) Group am Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in ihrem aktuellen Report. Dieser hält u.a. fest wie sich Temperatur und Niederschlag in Deutschland und Europa bis Mitte August 2018 entwickelten, wie Hitze und Trockenheit meteorologisch zu erklären und historisch einzuordnen sind und welche Folgen sie für Mensch und Natur nach sich ziehen.

Sommer 2018: Kein neuer Hitzerekord – wärmster Viermonatszeitraum

„Der Vier-Monats-Zeitraum April bis Juli 2018 geht als der wärmste in Deutschland seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen 1881 in die Geschichte ein“, sagt Professor Michael Kunz, wissenschaftlicher Sprecher des CEDIM und Arbeitsgruppenleiter am Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-TRO) des KIT. In allen vier Monaten lag in sämtlichen Bundesländern die Mitteltemperatur mindestens 1,7 Kelvin (entspricht einer Temperaturdifferenz von 1,7 Grad Celsius) über dem langjährigen Vergleichswert 1981 bis 2010; insgesamt betrachtet lag die Temperatur 2,8 Kelvin über der Norm.