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Von Superfood bis Wasser-Reiniger: Anwendungsspektrum von Wasserlinsen So eine Entengrütze – versteckte Potenziale einer Wasserpflanze

Quelle: Pressemitteilung Jacobs University Bremen

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Entengrütze könnte nicht nur unsere Ernährung sichern, sondern auch die Umwelt von Schadstoffen befreien. Denn wie Forscher in einer Studie entdeckt haben, nimmt die Wasserpflanze Seltene Erden auf und könnte z. B. Kontaminationen in alten Bergbaugebieten vermindern.

Ein Forschungsteam der Jacobs University untersuchte kürzlich die Wasserlinse, auch bekannt als „Entengrütze“. Diese Pflanze scheint in besonderem Maße Seltene Erden aufzunehmen.
Ein Forschungsteam der Jacobs University untersuchte kürzlich die Wasserlinse, auch bekannt als „Entengrütze“. Diese Pflanze scheint in besonderem Maße Seltene Erden aufzunehmen.
(Bild: Jacobs University Bremen)

Bremen – Vielleicht liegt es am Namen, dass sie hier nicht sonderlich beliebt ist: Entengrütze. Dabei sind die, auch Wasserlinsen genannten, Pflanzen in Asien seit langem als Nahrungsmittel etabliert. Und nicht nur zur Ernährung ist die Entengrütze prädestiniert. Sie speichern auch in besonders hohem Maße Seltene Erden. Dies gelingt ihnen anscheinend durch einen neu entdeckten Mechanismus. „Wenn Wasserlinsen Seltene Erden aus dem Wasser aufnehmen, folgen diese Spurenelemente dem Element Mangan und nicht, wie sie es sonst tun, dem Element Kalzium. Das deutet auf einen ganz anderen Aufnahmemechanismus in der Pflanze hin“, sagt die Doktorandin Anna-Lena Zocher aus der Arbeitsgruppe Critmet um Professor Michael Bau von der Jacobs University Bremen. Details zu diesem Mechanismus haben die Forscher nun in einer Studie veröffentlicht.

Mit Entengrütze Bergbauhalden reinigen?

Von einigen Landpflanzen und Pilzen ist bekannt, dass sie bestimmte Spurenstoffe anreichern; in extremen Fällen wird dies als „Hyperakkumulation“ bezeichnet. „Unser überraschendes Forschungsergebnis hat damit nicht nur einen rein wissenschaftlichen Wert für die Grundlagenforschung, sondern eröffnet auch Anwendungsmöglichkeiten“, sagt Gruppenleiter Bau. „Als Hyperakkumulatoren von Seltenen Erden könnten Wasserlinsen zum Beispiel im Umfeld von Bergbauhalden zur Reinigung kontaminierter Bergbauwässer eingesetzt werden.“

Wasserlinsen gelten nicht nur als wichtiges Futtermittel, sondern werden von einigen Experten auch als künftiges „Superfood“ für die menschliche Ernährung diskutiert. Sie enthalten etwa siebenmal so viel Eiweiß wie Soja und sind reich an Omega-3-Fettsäuren – in Thailand werden sie daher auch „Eier des Wassers“ genannt. Ein weiterer positiver Aspekt: als Wasserpflanzen verbrauchen sie kein wertvolles Ackerland.

Wählerische Wasserpflanzen

Eine generelle Aufnahme von Schadstoffen alle Art haben die Wissenschaftler bei der Wasserlinse aber schon ausgeschlossen. So nimmt sie beispielsweise kein Gadolinium auf, das auch in MRT-Kontrastmitteln verwendet wird. Und das, obwohl die Kontrastmittel mittlerweile weltweit als Mikroverunreinigung in Flüssen, im Grundwasser und im Leitungswasser auftreten und somit auch für die Wasserpflanzen zur Verfügung stehen. Diese sind aber offenbar wählerisch, wie die Forscher in ihrer Studie feststellten – sie nehmen die natürlichen Seltenen Erden auf, aber lassen das Kontrastmittel-Gadolinium im Wasser.

Originalpublikation: Anna-Lena Zocher, Franziska Klimpel, Dennis Kraemer, Michael Bau: Naturally grown duckweeds as quasi-hyperaccumulators of rare earth elements and yttrium in aquatic systems and the biounavailability of gadolinium-based MRI contrast agents, Science of The Total Environment, Volume 838, Part 2, 10 September 2022; DOI: 10.1016/j.scitotenv.2022.155909

(ID:48628807)

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