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Labormedizin Studie zeigt Relevanz der Labormedizin für das Gesundheitssystem

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Am 1. Oktober hat der Berufsverbands Deutscher Laborärzte seine Herbsttagung abgehalten. Neben der Wahl des Vorstandes wurde vor allem eine Studie diskutiert, die die Rolle der Labormedizin und deren Kostenstruktur beleuchtet. Vernbandsexperten sehen in den Studienergebnissen ersten Anzeichen eines veränderten Blickes auf die Labormedizin.

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Unverzichtbare Technik: Aufwändige Geräte ermöglichen präzise Diagnostik.
Unverzichtbare Technik: Aufwändige Geräte ermöglichen präzise Diagnostik.
(Bild: BDL/Labor Lübeck, 0696)

Mannheim – Das Engagement des Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL) für eine nachhaltige Reform der Labormedizin zeigt erste Erfolge. Dies unterstrich der wiedergewählte Vorsitzende des BDL, Dr. Andreas Bobrowski, auf der Herbsttagung seines Verbandes am 1. Oktober in Mannheim. Erstmalig sei in einer laufenden Honorardiskussion erreicht worden, dass Entscheidungen zur Laborvergütung nicht an ihrem prozentualen Einspareffekt, sondern an ihren strukturellen und versorgungsrelevanten Folgen gemessen würden.

Dieses Umdenken führt Bobrowski auf das im Auftrag des BDL vom Institut für Mikrodaten-Analyse in Kiel erarbeitete Gutachten „Reformoptionen der vertragsärztlichen Labormedizin“ zurück. Dieses Gutachten und die ebenfalls vorliegende Studie zur Kostenstruktur in den Laboratorien hätten den Blick auf die Labormedizin verändert. Ihre Relevanz für das gesamte Gesundheitssystem werde nun endlich anerkannt. Immerhin hätten die rund 1000 Laborärzte in Deutschland nicht nur die größte IT-Infrastruktur zur zeit- und ortsnahen Durchführung von Laboruntersuchungen aufgebaut, sondern sie seien mit ihren Leistungen an mehr als 60 Prozent aller ärztlichen Diagnosen und Therapiekontrollen beteiligt.

Demografische Entwicklung führt zur Steigerung der Laborleistungen

Nichtsdestotrotz sei dies erst der Anfang eines langen Weges: So werde die persönliche ärztliche Leistungserbringung durch einen Laborarzt immer wieder in Frage gestellt. Auch die wohnortnahe Versorgung mit Laborleistungen, die in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger werde, sei – auch durch die Bedarfsplanungsrichtlinien des G-BA – bedroht.

Die demografische Entwicklung führe zusammen mit der ständig zunehmenden Morbidität der Bevölkerung zu einer kontinuierlichen Zunahme von Laborleistungen. Da diese Entwicklung auf Dauer nicht innerhalb der Morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) abbildbar sei, sollte das Überweisungslabor zukünftig extrabudgetär vergütet werden, um auch die Kostenträger mit ins Boot zu bekommen. Darüber hinaus forderte Bobrowski für die eigentliche laborärztliche Arbeit ein angemessenes Honorar, das derzeit nur wenige Prozent der Vergütung im Laborbereich ausmacht. Außerdem gehörten alle honorarpolitischen Instrumente zur Verhinderung von Laborleistungen, wie zum Beispiel der Wirtschaftlichkeitsbonus, ersatzlos abgeschafft. Die freiwerdenden Gelder sollten den Haus- und Fachärzten lieber für qualitätssteigernde Maßnahmen in der Präanalytik und der Indikationsstellung von Laborleistungen zur Verfügung gestellt werden.

Dr. Andreas Bobrowski für zwei Amtszeiten bestätigt

Bei den Vorstandswahlen für die Amtszeit 2017 und 2018 wurde Dr. Andreas Bobrowski in seinem Amt mit großer Mehrheit bestätigt. Auch die übrigen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands wurden wiedergewählt: Stellvertretender Vorsitzender bleibt Dr. Theo Stein aus Mönchengladbach. Dem Vorstand gehören weiterhin an: Dr. Andreas Gerritzen, Bremen, sowie Dr. Bernhard Wiegel, Straubing. Als gewählter Vorsitzender der Sektion Niedergelassene Laborärzte gehört Dr. Michael Müller, Berlin, dem Geschäftsführenden Vorstand weiterhin an wie auch Privat-Dozent Dr. Matthias Orth, der als Vorsitzender der Sektion Klinikbereich wiedergewählt wurde. Diplom-Chemiker Gerd Kirmse, Luckau, neu gewählter Vorsitzender der Sektion Fachwissenschaftler der Medizin, ist ebenfalls Mitglied des geschäftsführenden Vorstands.

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