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120 Jahre Laborglas

Suche nach ältestem Laborglas endet erfolgreich

| Autor / Redakteur: Kathrin Speicher* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Alexandra Lampe (3. von rechts), Chemielaborantin bei Akzo Nobel, und ihre Kollegen freuen sich über den Gewinn für ihr ältestes Laborglas.
Abb. 1: Alexandra Lampe (3. von rechts), Chemielaborantin bei Akzo Nobel, und ihre Kollegen freuen sich über den Gewinn für ihr ältestes Laborglas. (Bid: Duran)

In den vergangenen 120 Jahren schrieb Duran-Laborglas Technikgeschichte und ist bis heute ein weltweit eingesetztes Premiumglas in Laboratorien, im Industrie- und Haushaltsbereich. Mit einer Aktion im deutschsprachigen Raum suchte Duran nach dem ältesten Laborglas und wurde fündig.

Seine Erfindung revolutionierte die moderne Chemie: Otto Schott, der Begründer der modernen Glastechnologie und zugleich Gründer der heutigen Schott AG, entwickelte Ende des 19. Jahrhunderts ein Laborglas aus Borosilikatglas, einer vollkommen neuen technischen Glasart. 1893 wurde dieses erste chemisch resistente, hitze- und temperaturwechselbeständige Spezialglas in den Markt eingeführt und 1938 unter dem Markennamen Duran angemeldet.

2013 feierte die Duran Group das Jubiläum „ihres“ Laborglases im deutschsprachigen Raum mit einer Aktion in der Laborglasbranche. „Unser Ziel war es, den Anwendern die Langlebigkeit unserer Laborgläser vor Augen zu führen. Qualität lohnt sich also – auch wenn sie in der Anschaffung zunächst etwas teurer ist“, erläutert Michael Merz, Geschäftsführer der Duran Group. Kreative Idee: In Form einer Stellenanzeige wurde ein Labormitarbeiter mit 120 Jahren Erfahrung gesucht. Duran-Anwender wurden aufgefordert, ihr ältestes Laborglas zu fotografieren und online in die Jubiläums-Galerie auf der Duran-Website zu laden.

Ältere Laborgläser sind noch im Einsatz

Die Aktion lief vom 2. Januar bis zum 30. April 2013 und mit 40 Einsendungen wurden die Erwartungen des Unternehmens voll erfüllt. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz auf unseren Aufruf. Dies lässt erahnen, dass sehr viele ältere Gläser in den Laboren noch im Einsatz sind.“, freut sich Michael Merz über die Aktion. Schließlich wurde ausdrücklich nach alten Duran-Laborgläsern gesucht. Das heißt, der Kreis der potenziellen Teilnehmer war beschränkt auf Anwender, die alte Duran-Laborgläser noch im Labor benutzen oder diese intern archiviert haben. Umso zufriedener zeigt das Unternehmen sich nun mit dem Ergebnis: „Die Einreichungen belegen auf eindrucksvolle Weise drei Dinge: in den Laboren wird zuverlässig und hochwertig gearbeitet, die Anwender gehen pfleglich und sorgsam mit ihrem Laborglas um und vor allem sind sie ein Ausdruck für die Langlebigkeit unserer Gläser“, sagt Duran-Geschäftsführer Merz. „Sie können durchaus mehrere Jahrzehnte zuverlässige Dienste im Labor leisten – und so zahlt sich der zunächst höhere Anschaffungspreis mehr als aus.“

40 eingereichte Fotos wurden gesichtet und mithilfe der aufgebrachten Logos der Herstellungszeitraum zurückverfolgt. Mit insgesamt elf Gläsern stammt rund ein Viertel aus der Zeit vor 1945. Eindeutig zu erkennen sind diese an dem Aufdruck „Schott & Gen. Jena“. Bis zum Jahr 1945 saß Schott, aus dem die heutige Duran Group später hervorgegangen ist, nämlich in Jena. Erst mit dem legendären „Zug der 41 Glasmacher“ erfolgte die Umsiedlung von Thüringen nach Mainz.

Gewinner: Büchner-Trichter

Unter diesen elf historischen Laborgläsern wurde dann der Gewinner per Los ermittelt: Eine so genannte „Schlitzsiebnutzsche“, auch Büchner-Trichter genannt, eingereicht von Alexandra Lampe, Chemielaborantin bei Akzo Nobel in Ibbenbüren. „Ich bin sowohl im Internet als auch über die Berichterstattung in der LABORPRAXIS auf die Aktion aufmerksam geworden. Wie gut, dass wir im Lager unsere „alten Schätze“ aufheben – denn vielleicht kann man sie ja noch mal gebrauchen.“ Diese Gelegenheit bot sich mit der Ausschreibung und so hat Alexandra Lampe insgesamt Bilder von drei verschiedenen Gläsern aus ihrem historischen Lagerbestand eingereicht, darunter auch das spätere Gewinnerglas. Erfreut und überrascht zugleich zeigte sich Alexandra Lampe schließlich über den Gewinn des iPads: „Meine Kollegen und ich hätten nie gedacht, dass das Glas schon so alt ist. Aber nun erhält es natürlich einen Ehrenplatz bei uns und darf seinen Ruhestand genießen.“

Ein zweites iPad wurde unter allen Teilnehmern verlost. Glücklicher Gewinner hier war Richard Siebler, Chemielehrer am Kurt-Huber-Gymnasium in Gräfelfing. Von der Aktion erfahren hat er von einem Techniker, der zu Reparturarbeiten im Schullabor war. Ein Blick und ein Griff in den Vitrinenschrank im Chemiesaal genügten – und schon war das spätere Gewinnerglas gefunden: das Glasrohr eines Wasserdampfdestillators, das nun einen Ehrenplatz als Ausstellungsstück in der schuleigenen Vitrine erhält.

* K. Speicher: DURAN Group GmbH, 55122 Mainz

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