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Gesundheitsrisiko bewertet Tees und Honig sind Hauptaufnahmequellen für Pyrrolizidinalkaloide

| Autor/ Redakteur: Dr. Suzan Fiack* / Dr. Ilka Ottleben

Verbraucher nehmen gesundheitlich bedenkliche Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) vor allem über Verunreinigungen in Kräutertees sowie in schwarzem und grünem Tee auf. Auch der Verzehr von belastetem Honig kann zur PA-Aufnahme beitragen. Dies zeigt eine aktuelle Risikobewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

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Verunreinigungen in Honig und Tees sind die Hauptaufnahmequellen für Pyrrolizidinalkaloide
Verunreinigungen in Honig und Tees sind die Hauptaufnahmequellen für Pyrrolizidinalkaloide
(Bild: gemeinfrei)

Berlin – Verbraucher nehmen gesundheitlich bedenkliche Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) vor allem über Verunreinigungen in Kräutertees - einschließlich Rooibostee - sowie in schwarzem und grünem Tee auf. Auch der Verzehr von belasteten Honigen kann zur PA-Aufnahme beitragen. Dabei sind nicht das einmalige Honigbrot, mal ein Glas Eistee oder eine Tasse Tee das Gesundheitsrisiko, sondern die dauerhafte PA-Aufnahme über verunreinigte Lebensmittel. Dies zeigt eine aktuelle Risikobewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), in der die Lebensmittelgruppen identifiziert wurden, über die Kinder und Erwachsene Pyrrolizidinalkaloide (PA), im Speziellen 1,2 ungesättigte PA, aufnehmen.

PA schädigen die Leber und zeigen im Tierversuch erbgutverändernde und krebsauslösende Wirkungen

„PA - Verunreinigungen sind in Lebensmitteln unerwünscht, da sie die Leber schädigen und im Tierversuch erbgutverändernde und krebsauslösende Wirkungen zeigen. PA sollten also möglichst nicht oder wenig in Lebensmitteln vorkommen“, so BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Das BfR ist seit vielen Jahren mit den Lebensmittelherstellern im Gespräch, damit diese durch verbesserte Anbau-, Ernte- und Reinigungsmethoden die PA-Gehalte in Lebensmitteln senken. Lebensmittel müssen sicher sein. „Daher hat das BfR analytische Methoden entwickelt, mit denen die PA-Gehalte in den verschiedenen Lebensmitteln zuverlässig bestimmt werden können. Somit lassen sich Rohstoffe vor der Verarbeitung oder Lebensmittel zuverlässig kontrollieren“, ergänzt Hensel.

Pyrrolyzidinalkaloide (PA) sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die von Pflanzen gebildet werden, um Fraßfeinde abzuwehren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat aktuelle Daten zum Verzehrsverhalten von Verbraucherinnen und Verbraucher sowie aktuelle Daten zum Gehalt von PA in den wichtigen Lebensmittelgruppen Milch, Eier, Fleisch, Früchtetee, Honig, Kräutertee, schwarzer Tee und grüner Tee sowie Gewürze, Mehle und Nahrungsergänzungsmittel ausgewertet. Die Daten stammen aus einem von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geförderten Projekt, in dessen Rahmen vom BfR sowie von der amtlichen Lebensmittelüberwachung der Bundesländer in Deutschland zwischen 2011 und 2014 PA-Messungen, speziell von 1,2 ungesättigten PA, durchgeführt wurden.

Verunreinigungen in Tees und Honig sind Hauptaufnahmequellen für Pyrrolizidinalkaloide

Mit PA verunreinigte Kräutertees, schwarzer und grüner Tee sowie Honig sind die Hauptquellen, über die Verbraucher PA aufnehmen können. Die Summe der in Lebensmitteln enthaltenen PA kann sowohl für Kinder als auch für Erwachsene bei längerer Aufnahme gesundheitlich bedenklich sein. Ein akutes Gesundheitsrisiko besteht hier jedoch nicht.

Auch Verunreinigungen in Gewürzen und Kräutern stellen möglicherweise eine relevante Quelle für PA dar. Für eine abschließende Bewertung fehlen jedoch Informationen zu den Gehalten differenziert nach den einzelnen Gewürz- und Kräutersorten. Des Weiteren weist eine erste Abschätzung darauf hin, dass Mehl zwar einen Beitrag zur PA-Gesamtaufnahme leisten könnte, dieser aber nach den derzeit vorliegenden Daten aus Untersuchungen von Mehlen eine untergeordnete Rolle für die Gesamtaufnahme darstellt. Für eine abschließende Bewertung sind jedoch zusätzliche Gehaltsdaten mit stärkerer Differenzierung nach Getreidesorte und eine höhere Probenanzahl nötig.

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