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Validierungsprojekt

Tierversuchsfreie Allergietests

| Autor / Redakteur: Birgit Lau* / Christian Lüttmann

Um die Hautverträglichkeit, z.B. von Kosmetika, zu testen, haben drei Unternehmen einen neuen tierversuchfreien Test entwickelt (Symbolbild).
Um die Hautverträglichkeit, z.B. von Kosmetika, zu testen, haben drei Unternehmen einen neuen tierversuchfreien Test entwickelt (Symbolbild). (Bild: gemeinfrei, Pixabay/angeljana_ / CC0)

Wer schön sein will, muss leiden, lautet ein bekannter Spruch. Damit der Mensch aber keine unerwünschten Nebenwirkungen erfährt, werden noch immer Tierversuche durchgeführt, um die Hautverträglichkeit von Kosmetika zu testen. In einem Gemeinschaftsprojekt haben drei Unternehmen nun einen neuen Test entwickelt, der ohne Tiere auskommt – und trotzdem eine Aussage über die Stärke der Allergene erlaubt.

Ludwigshafen am Rhein – Derzeit gibt es drei international anerkannte tierversuchsfreie Sensibilisierungs-Tests mit denen die Vorhersage allergischer Hautreaktionen möglich ist. Nun soll ein vierter, verbesserter Test dazukommen. BASF, Givaudan und das Institute for In Vitro Sciences (IIVS), das sich auf die Validierung von Alternativmethoden zu Tierversuchen spezialisiert hat, arbeiten dafür gemeinsam an einer verbesserten Hautsensibilisierungs-Testmethode, die den Anforderungen von Toxikologen und Regulierungsbehörden gerecht wird.

Test liefert mehr als nur ein Positiv/Negativ-Ergebnis

Das Besondere des neuen Tests: Der kinetische Direkt-Peptidreaktivitätstest „Kinetic DPRA“ hat nach Angaben der Forscher das Potenzial, über eine Ja- oder Nein-Antwort hinauszugehen und, wie von einigen Zulassungsbehörden gefordert, auch die Stärke des Allergens vorherzusagen. Bislang ist die Vorhersage der Reaktionsstärke nur über Tierversuche möglich.

„Die Wirkstärke eines Allergens bestimmen zu können, indem wir die bereits etablierte DPRA-Methode modifizieren, war für uns sehr reizvoll“, sagt Dr. Robert Landsiedel, Leiter der Kurzzeit-Toxikologie bei BASF. „Die Validierung des ‚Kinetic DPRA‘ macht hoffentlich weitere Tierversuche zur Bestimmung der allergenen Wirkung von Chemikalien überflüssig. Wir freuen uns, dass das IIVS und Givaudan mit uns zusammenarbeiten, um die Funktionsfähigkeit der Methode zu belegen.“

Landsiedels Projektpartner Dr. Andreas Natsch betont zudem die Wichtigkeit, auch die Intensität von Allergenen testen zu können. „Die Stärke einer hautsensibilisierenden Wirkung zu bewerten, ist ein wichtiger Schritt um zu bestimmen, wie ein solcher Stoff sicher angewandt werden kann. Wir konnten zeigen, dass kinetische Daten dazu der Schlüssel sind“, erklärt der Leiter der Abteilung „In vitro Molekulares Screening“ bei Givaudan.

2019 könnte das neue Prüfverfahren genehmigt werden

Das Validierungsprojekt, das von BASF und Givaudan konzipiert wurde, wird im Laufe des Jahres 2018 durchgeführt und, vorbehaltlich eines erfolgreichen Ergebnisses, im Jahr 2019 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgelegt.

„Wir freuen uns, zusammen mit BASF und Givaudan eine neue Methode zu validieren, die für viele Branchen und Anwendungen verfügbar sein wird“, sagt Erin Hill, Präsidentin von IIVS. Weitere teilnehmende Laboratorien sind The Procter & Gamble Company (Entwickler der ursprünglichen DPRA-Methode), Charles River Laboratories und das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit der Republik Tschechien.

* B. Lau, BASF SE, 67063 Ludwigshafen am Rhein

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