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Wie kann es gelingen, Verbundwerkstoffe effizienter herzustellen?
Verbundwerkstoffe bestehen aus extrem festen Fasern, die in ein Polymer (Kunststoff) eingebettet sind. Das Polymer bestimmt wesentlich die Verarbeitung der Composite. Evonik will nun hybride Polymersysteme dafür nutzen. Sie vereinen die gute Verarbeitbarkeit thermoplastischer Kunststoffe mit den guten mechanischen Eigenschaften duroplastischer Kunststoffe. In Zusammenarbeit mit dem KIT (Karlsruher Institut für Technologie) hat Evonik gelungen, hybride Polymersysteme ohne Katalysator vollständig reversibel zu vernetzen. Beim Aufheizen löst sich die Vernetzung und das System kann umgeformt werden. Beim Abkühlen bildet sich das Netzwerk wieder aus, die Form ist stabil. Verantwortlich dafür ist eine spezielle Diels-Alder-Reaktion, mit der die Vernetzung quasi chemisch an- und ausgeschaltet werden kann. Die Materialeigenschaften bleiben auch bei mehrmaligem Erwärmen und Abkühlen erhalten.
Noch immer ist die Produktion von Composites aufwändig und kostenintensiv. Evonik zeigt seit Ende 2014 in Pilotanlagen am Standort Marl, dass das Materialkonzept der hybriden Polymersysteme Zeit und Kosten bei der Fertigung von Verbundwerkstoffen spart. Erste potenzielle Kunden haben bereits Muster zum Testen erhalten. Voraussichtlich ab 2018 sind die ersten hybriden Polymersysteme marktreif.
"Mit unserer Technologie lassen sich die Herstellungskosten für Composite deutlich senken", ist Chief Innovation Officer Ulrich Küsthardt überzeugt. "Wir wollen dazu beitragen, dass Verbundwerkstoffe den Weg in die Massenfertigung finden." Evonik, bereits heute ein Anbieter von zahlreichen innovativen Produkten für Verbundwerkstoffe, will sich damit noch stärker in diesem Wachstumsmarkt positionieren.
Das Unternehmen will mittelfristig einen Umsatz im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich im Markt für Verbundwerkstoffe erzielen. Allein für den CFK-Markt (carbonfaserverstärkte Kunststoffe) erwartet der CCeV, ein Netzwerk von Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich Faserverbundwerkstoffe, bis 2020 ein stabiles Wachstum von durchschnittlich neun Prozent pro Jahr.
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