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Mega-Deal der Chemieindustrie Übernimmt Evonik Schweizer Konkurrenten Clariant?

Redakteur: Manja Wühr

Es geht ein Lauffeuer durch die Medien: Der Spezialchemiekonzern Evonik soll einem Zeitungsbericht zufolge Clariant für 7 Milliarden Euro übernehmen wollen. Beide Unternehmen hüllen sich diesbezüglich in Schweigen. Sicher ist nur, dass Evonik 4 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren will.

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Evonik-Vorstandsvorsitzender Klaus Engel: "Evonik soll eines der innovativsten Unternehmen der Welt werden, das ist unser Anspruch."
Evonik-Vorstandsvorsitzender Klaus Engel: "Evonik soll eines der innovativsten Unternehmen der Welt werden, das ist unser Anspruch."
(Bild: Andreas Pohlmann/Evonik)

Essen – Mehrere Wirtschaftsblätter berichten über eine möglich Übernahme der Schweizer Clariant durch den Essener Spezialchemiekonzern Evonik. Dabei beziehen sich die Berichte auf eine Meldung der Financial Times am Donnerstag. Danach erwäge Evonik eine Offerte von 23 Franken je Aktie und würde damit Clariant mit 7,3 Milliarden Franken bewerten. Dies entspricht einer Investition von 7 Milliarden Euro. Derzeit liegt von Clariant keine Stellungsnahme vor.

Auch Evonik-Chef Klaus Engel ging während des F&E-Pressegesprächs in Wesseling nicht auf die Gerüchte ein. Hier stellte er jedoch klar: "Evonik soll eines der innovativsten Unternehmen der Welt werden, das ist unser Anspruch." Dieses Ziel ist dem Vorstandsvorsitzenden 4 Milliarden Euro wert. Damit sollen in den nächsten zehn Jahren neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Im Geschäftsjahr 2014 lagen die F&E-Aufwendungen von Evonik mit 413 Millionen Euro fünf Prozent über denen des Vorjahres (394 Millionen Euro). Die F&E-Quote betrug 3,2 Prozent (2013: 3,1 Prozent).

F&E-Projektportfolio fokussierter ausrichten

Evonik will seine Innovationskraft spürbar steigern, denn Innovationen sollen auch künftig bedeutend zu Umsatz und Ergebnis beitragen. Damit der Strom an neuen Produkten und Lösungen nicht abreißt, soll der Wert der Innovationspipeline deutlich ausgebaut werden. Dazu stellte Ulrich Küsthardt, seit Jahresbeginn Chief Innovation Officer von Evonik, einen Drei-Punkte-Plan vor. "Wir müssen fokussierter in unseren Projekten, internationaler bei unserer Forschung und offener in unserem Wissensaustausch werden", sagte Küsthardt. Ziel sei es, Innovationen noch schneller und effizienter auf die Straße zu bringen.

Die F&E-Pipeline von Evonik umfasst derzeit rund 500 F&E-Projekte. Durch strategisches Innovationsmanagement soll hier eine noch stärkere Fokussierung erreicht werden. Vielversprechende Innovationsfelder von Evonik sind Inhaltsstoffe für die Kosmetikindustrie, Membranen, Spezialmaterialien für Medizintechnik, Nahrungs- und Futtermitteladditive sowie Verbundmaterialien (Composites).

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