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Neues Verfahren für Kreislaufwirtschaft Aus Abfall wird Ackergold: Urin und Asche als Rohstoff für Dünger

Quelle: Pressemitteilung Universität des Saarlandes 2 min Lesedauer

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Neuer Wert für Abfallstoffe: Ein Team der Universität des Saarlandes hat mit Urin und Asche zwei vernachlässigte Rohstoffquellen im Visier. Die Forscher haben ein Verfahren entwickelt, um daraus Stickstoff, Phosphor, Calcium und Magnesium zurückzugewinnen – die Grundlage vieler derzeit stark nachgefragter Düngemittel.

Vom Klo auf den Acker: Forscher nutzen Urin und Asche, um daraus neue Rohstoffe für Düngemittel zu gewinnen (Symbolbild).(Bild:  frei lizenziert, Etienne Girardet / Unsplash)
Vom Klo auf den Acker: Forscher nutzen Urin und Asche, um daraus neue Rohstoffe für Düngemittel zu gewinnen (Symbolbild).
(Bild: frei lizenziert, Etienne Girardet / Unsplash)

Asche und Urin gelten als unerwünschte Abfallstoffe. Sie fallen in enormen Mengen an und verursachen zudem massive Umweltprobleme. So trägt Urin aus intensiver Tierhaltung erheblich zur Belastung von Böden und Grundwasser mit Stickstoff- und Phosphorverbindungen bei, und Holzasche muss auf Deponien entsorgt werden. Gleichzeitig enthalten sowohl Urin als auch Asche wertvolle chemische Bestandteile, darunter Stickstoff, Phosphor, Calcium und Magnesium. Diese Elemente zählen zu den wichtigsten Rohstoffen für Landwirtschaft und Industrie.

Ein Team um Claus Jacob, Professor für Bioorganische Chemie an der Universität des Saarlandes, hat nun das so genannte „Urinash-Verfahren“ entwickelt. Es kombiniert einfache biologische und chemische Prozesse, mit denen sich die beiden Reststoffe zu Wertstoffen aufbereiten lassen. „Ziel ist die Herstellung von ‚grünem‘ Ammoniak und von Calciumphosphat – beides gefragte Produkte mit zahlreichen Anwendungspotenzialen“, erläutert Jacob. Grüner Ammoniak kann beispielsweise als klimafreundlicher Energieträger oder als Ausgangsstoff für Düngemittel dienen, während Calciumphosphat unter anderem in der Landwirtschaft, Medizin und Materialwissenschaften große Verwendung findet.

Baustein für nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Neben der Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe untersucht das Forschungsteam auch die praktische Umsetzung des Verfahrens. Dazu gehören Fragen der Sammlung, des Transports und der Verarbeitung der Ausgangsstoffe sowie die mögliche industrielle Skalierung des Prozesses.

„Langfristig könnte das Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Bioökonomie und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft auch in unserer Region leisten: Es würde regionale Abfallströme sinnvoll nutzen, bisherige Umweltbelastungen durch diese Stoffe reduzieren und gleichzeitig den Bedarf an energieintensiv hergestelltem ‚grauem‘ Ammoniak verringern und damit den umweltschädlichen Abbau von Phosphat-Lagerstätten eindämmen“, sagt Gruppenleiter Jacob. Damit zeige das Projekt, wie sich bislang ungenutzte und unerwünschte Reststoffe in wertvolle Ressourcen verwandeln lassen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren und ressourcenschonenden regionalen Kreislaufwirtschaft.

Originalpublikation: Zhengyu Li, Eduard Tiganescu, Kevin Böhm, Muhammad Jawad Nasim and Claus Jacob: From Waste to Value: Urine and Ash as Sustainable Sources for Green Ammonia and Calcium Phosphate Fertilizers , Bioengineering 2026, 13(7), 720, Published: 24 June 2026; DOI: 10.3390/bioengineering13070720

(ID:50891969)

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