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Coronavirus Verband fordert flächendeckendes Abwassermonitoring zur Infektions-Prävention

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Eine umfangreiche Teststrategie ist einer der wichtigsten Eckpfeiler um Pandemien wie aktuell Corona einzudämmen. Der Verband der Diagnostica-Industrie fordert dafür nicht nur Schnelltests sondern auch ein flächendeckendes Abwassermonitoring.

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Ein flächendeckendes Abwassermontiroing kann aus SIcht des Vdgh eine sinnvolle Ergänzung zur Infektionsstrategie sein.
Ein flächendeckendes Abwassermontiroing kann aus SIcht des Vdgh eine sinnvolle Ergänzung zur Infektionsstrategie sein.
(Bild: ©Panumas - stock.adobe.com)

Berlin – „Wir brauchen jetzt die flächendeckende Implementierung eines abwasserbasierten molekularbiologischen SARS-CoV-2-Monitorings.“ Das sagte Dr. Peter Quick, Vorstandsmitglied im Verband der Diagnostica-Industrie (Vdgh) und Vorstandssprecher der Fachabteilung Life Science Research (FA LSR) anlässlich einer Pressekonferenz der Deutschen Messe zur Smartlab connects, einer digitalen Veranstaltung des Labvolution-Teams. Diese findet am 7. und 8. September statt.

In die Berechnungen der deutschen Covid-19-Fallzahlen sollten zeitnah abwasserbasierte molekularbiologische Analysen mit einbezogen werden.

Dr. Peter Quick, Vorstandsmitglied im Verband der Diagnostica-Industrie (Vdgh) und Vorstandssprecher der Fachabteilung Life Science Research (FA LSR)

Hintergrund: Im Abwasser lassen sich Erreger wie SARS-CoV-2 frühzeitiger nachweisen, da symptomatisch und asymptomatisch erkrankte Personen Virusmaterial von Beginn an ausscheiden. Molekularbiologische Analysen wie PCR und Sequenziertechniken können so das Infektionsgeschehen innerhalb der Bevölkerung abbilden und auch Virusvarianten sehr schnell nachweisen. „Das molekularbiologische Abwassermonitoring eignet sich als epidemiologisches Frühwarnsystem für das Coronavirus, aber auch als nachhaltiges Langzeitmonitoring für andere Erreger. Darüber hinaus können intrinsische Eigenschaften, z. B. Antibiotikaresistenz bakterieller Erreger, nachgewiesen werden“, sagt Quick.

„Damit sind heutige Ausgaben eine langfristige Investition in die Zukunft und ein Beitrag zur Resilienz unseres Gesundheitssystems“, so Quick weiter. Die Europäische Kommission hatte bereits im März 2021 mit der Empfehlung EU 2021/472 auf die nationale Umsetzung des Abwassermonitorings hingewiesen. Andere europäische Staaten, wie die Niederlande, haben das Abwassermonitoring schon erfolgreich implementiert. In Deutschland können erste regionale Pilotprojekte Erfolge verzeichnen. „Globale Forschungsprojekte haben gezeigt, dass sich die Methodik bewährt. Die FA LSR spricht sich nun für den unmittelbaren flächendeckenden Ausbau aus“, plädierte Quick.

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