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Praxistag bringt Anwender und Experten zusammen

Von zweidimensionaler HPLC bis zur UHPLC

| Autor: Marc Platthaus

1 Angeregte Diskussion in den Pausen auf dem Praxistag HPLC in Köln am 6. Juni.
1 Angeregte Diskussion in den Pausen auf dem Praxistag HPLC in Köln am 6. Juni. (Bild: LABORPRAXIS/Ottleben)

Es ging um hochaktuelle Themen in der Flüssigchromatographie wie z.B. die zweidimensionale LC aber auch die klassischen Themen wie Säulenauswahl oder Methodenentwicklungen wurden am 6. Juni diskutiert. Der mittlerweile sechste Praxistag HPLC brachte diesmal in Köln Anwender und Experten zusammen, um sich einen Tag der HPLC zu widmen.

Keynote-Sprecher Prof. Dr. Thomas Welsch brachte es auf den Punkt: „Es ist schade, dass viele Anwender nicht mehr genügend Zeit haben, sich mit analytischen Technologien und deren Grundlagen eingehend zu beschäftigen.“ Dies sei seine Erkenntnis aus vielen Jahren, in denen er vor allem Inhouse-Schulungen bei vielen Unternehmen gemacht hat. Seine Keynote zeigte dann auch gleich einen solchen Zusammenhang auf: Er griff nämlich mit der UHPLC ein hochaktuelles Thema auf, lenkte aber die Aufmerksamkeit der Anwender dabei nicht auf technische Details solcher Anlagen, sondern brachte ein spezielles Packungsmaterial ins Spiel, welches auch in der UHPLC seine Vorteile ausspielen kann. So genannte pellikulare Packungsmaterialien (Materialien mit einem festen Kern, deren Oberfläche entsprechend chemisch funktionalisiert wird) zeigen auch in der UHPLC extrem gute Trennungen ohne gleichzeitig dabei extreme Drücke zu produzieren.

Dr. Stefan Vosskötter von Shimadzu brachte dann in seinem Vortrag die technische Trends in der Flüssigchromatographie auf den Punkt. Für ihn sind das:

  • Höhere Drücke (bis 1500 bar),
  • schnellere Abtastraten (bis 200 Hz),
  • Software spielt größere Rolle als Hardware,
  • höherer Durchsatz,
  • Trend zum Massenspektrometer als Standarddetektor,
  • innovative Säulenmaterialien und
  • empfindlichere Detektoren.

Automatisierung und Software sind aus Sicht Vosskötters hierbei wichtige Voraussetzung um den Anforderungen der Anwender zu begegnen.

Ein solcher Anwender kam dann im nächsten Vortrag zu Wort. Lukas Schlatt, Doktorand an der Westfälische Wilhelmsuniversität Münster, nahm auch direkt einen der Trends auf, die Vosskötter in seiner Präsentation beschrieben hatte. Schlatt zeigte, wie wichtig die Massenspektrometrie als Detektionsmethode ist, um gerade Quantifizierungen durchzuführen. Am Beispiel der beiden Wirkstoffe Gabapentin und Cetirizin in Zelllysaten beschrieb er die MS-Quantifizierung mit deuterierten Standards.

Mit einem weiteren hochaktuellen Thema beschäftigte sich dann der Vortrag des HPLC-Applikationsspezialisten Dr. Axel Ritter von Agilent. Er präsentierte in zahlreichen Beispielen die Vorteile, die die zweidimensionale Flüssigchromatographie hat. Vor allem die Auflösungerhöhung sind in diesem Zusammenhang der große Vorteil der 2D-LC. „Man kann die Peakkapazität pro 30 Minuten von der UHPLC mithilfe der 2D-LC mehr als verdoppeln,“ so Ritter.

Gravimetrisches Dosieren – live vorgeführt

Besonders praxisnah wurde es mit dem Applikationsexperten Pascal Weinelt von Mettler-Toledo. Er brachte ein gravimetrisches Dosiersystem für eine Live-Demonstration mit. So konnten die Teilnehmer der Tagung direkt am Gerät – bzw. auf der großen Leinwand im Stream – verfolgen, wie die Quantos-Dosiereinheit aus einer Stammlösung halbautomatisch eine Kalibrationsreihe ansetzte. Und nur einen schnellen Wechsel des Probenkopfes später demonstrierte Weinelt, dass auch die halbautomatische Dosierung von Feststoffen milligrammgenau von dem Gerät bewerkstelligt wird. Dies erlaubt eine hochpräzise, zeitsparende und reproduzierbare Probenvorbereitung, wie Weinelt betonte.

7. Praxistag HPLC am 7. November 2019 Sie haben den ersten Praxistag HPLC verpasst? Dann kommen Sie am 7. November 2019 zum 7. Praxistag HPLC nach Berlin. Das Programm umfasst unter anderem die Themen Probenvorbereitung, richtige Säulenauswahl und Quantifizierungsstrategien. Melden Sie sich gleich an und profitieren Sie vom Frühbucherrabatt.

Für eine digitale und lückenlose Dokumentation der Versuchsparameter gab er zudem einen kurzen Überblick in die Laborsoftware Lab X, mit der Anwender ein papierloses Laborbuch führen können.

Die Qual der Wahl: Zweimal zwei parallele Workshops

In der zweiten Tageshälfte konnten die Teilnehmer dann wählen, ob sie sich bei Peter Rebehn von Scat über die richtige und sichere Entsorgung von Lösemitteln informieren, oder gemeinsam mit Dr. Dennis Kühbeck von Showa Denko Europe der Frage nachgehen, welche Säule am besten für die eigene Anwendung geeignet ist. Mit zahlreichen Praxisbeispielen aus dem eigenen Erfahrungsschatz wiesen die Referenten auf typische Fehlerquellen hin und zeigten Stärken und Schwächen der Säulen auf.

Auch Christian Weyer beschäftigte sich in seinem Workshop mit Säulen, er ging aber in seiner Präsentation neben den Säulenmaterialien auch auf den Aufbau einer HPLC-Säule, ideale Lagerbedingungen und den richtigen Einbau in die HPLC-Anlage ein. Im zweiten Workshop zeigte Shimadzu-HPLC-Experte Dr. Stefan Vosskötter welche Fallstricke und Kniffe es bei der Methodenentwicklung in der Flüssigchromatographie gibt. Er betonte dabei ganz besonders, wie wichtig es sei, sich vor der eigentlichen Methodenentwicklung genau darüber im Klaren zu sein, welches Trennproblem gelöst werden soll und wie die Anforderungen dafür sind.

Wenn Sie neugierig geworden sind, überzeugen Sie sich am besten persönlich von der gebotenen Fachkompetenz und dem Erfahrungsaustausch und besuchen Sie den nächsten Praxistag am 7. November 2019 in Berlin. Infos zum Programm und weiteren Terminen finden Sie auf www.praxistag-hplc.de.

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